Landwirtschaftliche Produktion und Biodiversität ergänzen sich

  23.08.2026 Frick

Neues Handbuch des FiBL in Frick zeigt Synergien auf: «Jeder Landwirtschaftsbetrieb ist einzigartig und bietet unzählige Möglichkeiten, die Biodiversität zu fördern», versprechen die Autorinnen und Autoren. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

Landwirtschaftliche Produktion und Biodiversität sind kein Widerspruch. Sie ergänzen sich. Das zeigt eindrücklich das neue Praxishandbuch «Biodiversität in der Landwirtschaft» vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und der Schweizerischen Vogelwarte in Kooperation mit dem Haupt Verlag.

«Jeder Landwirtschaftsbetrieb ist einzigartig und bietet unzählige Möglichkeiten, die Biodiversität zu fördern», versprechen die Autorinnen und Autoren auf der Buchrückseite. Der Inhalt wird diesem Versprechen gerecht: Unter den beschriebenen Massnahmen und Strukturelementen sow ie den porträtierten Biodiversitätsförderf lächen (BFF) finden sich passende Möglichkeiten für den eigenen Betrieb. Viele davon sind schon mit geringem Aufwand umsetzbar. So gibt es zum Beispiel bei der Heuernte viele kleine Stellschrauben, welche die Überlebenschance von Insekten und Kleintieren deutlich verbessern. Dazu zählt unter anderem ein Schnitt mit ausreichend Abstand zum Boden. Am einfachsten ist es, Strukturen in der Landschaft zu belassen, wie Altgras, Efeu, Steinhaufen, Bäume oder Totholz.

Sechs Kapitel decken alle Landwirtschaftsbereiche ab
Von einer intakten Artenvielfalt profitieren alle. In der Nahrungsmittel-Produktion sichert die Bestäubung durch Insekten unsere Existenzgrundlage. Auch wir Menschen halten uns gerne in einer abwechslungsreichen und strukturell vielfältigen Landschaft auf. Das Handbuch zeigt neben diesen Zusammenhängen die konkreten Vorteile für die landwirtschaftliche Produktion auf, zum Beispiel ein besseres Pflanzenwachstum nach der Heuernte durch einen hohen Schnitt.

In insgesamt sechs Kapiteln widmet sich das Handbuch dem Grünland, dem Ackerland, den Spezialkulturen und Strukturelementen, dem Hofgelände und Boden. Jedes Kapitel ist reich bebildert und bietet einen attraktiven Einblick in die vielfältigen Themen der landwirtschaftlichen Biodiversität. Zahlreiche Praxistipps geben konkrete Hinweise zur Umsetzung.

Das Handbuch richtet sich primär an Landwirtinnen und Landwirte in der Schweiz, aber auch an Personen in Beratung, Lehre und Ausbildung. Die Massnahmen lassen sich problemlos übertragen und sind deshalb ebenfalls für die landwirtschaftliche Praxis in anderen europäischen Ländern relevant. In diesem visuell ansprechenden Buch steckt die Expertise von zahlreichen Fachleuten unterschiedlicher Institutionen. Möglich wurde das durch die Unterstützung des Bundesamts für Umwelt (BAFU), des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), der Leopold Bachmann Stiftung, IP-Suisse, Pro Specie Rara, Bio Suisse, der Ernst Göhner Stiftung, der Fondation Sur-La-Croix, der Hirzel-Callegari Stiftung, der Paul Schiller Stiftung, der IDEA helvetia und Bienen Schweiz.

(mgt)


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