Kunst und Gespräche
24.09.2026 LaufenburgRehmann-Museum stellt den Katalog und eine Vision vor
Das Rehmann-Museum in Laufenburg lädt am Sonntag, 18. Oktober, 15 Uhr, zu einem Höhepunkt im Rahmen der laufenden retrospektiven Werkschau «Mo Diener – Hologramm» ein.
Im Zentrum der Veranstaltung ...
Rehmann-Museum stellt den Katalog und eine Vision vor
Das Rehmann-Museum in Laufenburg lädt am Sonntag, 18. Oktober, 15 Uhr, zu einem Höhepunkt im Rahmen der laufenden retrospektiven Werkschau «Mo Diener – Hologramm» ein.
Im Zentrum der Veranstaltung stehen eine Live-Performance der Zürcher Künstlerin Mo Diener sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit ihrer neu im Verlag Scheidegger & Spiess erscheinenden Monografie.
Zur Publikation und zum vielschichtigen Schaffen der Medienund Performancekünstlerin sprechen die Kunsthistorikerin und Kuratorin Bassma El Adisey sowie der Kulturanthropologe und Museums-Kurator Michael Hiltbrunner. Die im Verlag Scheidegger & Spiess publizierte zweisprachige Monografie (Deutsch/Englisch) bricht mit den Konventionen klassischer Kataloge. Sie versteht sich als ein «flüssiges Monument», das vier Jahrzehnte ungezähmter Archivarbeit, performativer Versuchsanordnungen und transdisziplinärer Forschung dokumentiert und in einen Dialog mit dem Ausstellungsraum setzt.
Mo Diener: Vier Jahrzehnte zwischen Kunst und Forschung
Mo Diener (geboren 1961 in Horgen) bespielt mit der Werkschau «Hologramm» erstmals ein Kunstmuseum in einer umfassenden Einzelausstellung. Ihre Praxis, die in den späten 1980er-Jahren in der Hausbesetzerszene und an der F+F Schule für Kunst und Design ihren Anfang nahm, verbindet Performance, Videoinstallationen, persönliche Erinnerungspolitik und archäologische Spurensuche. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, 18. Oktober, 15 Uhr. Auf das Gespräch zur Publikation mit Bassma El Adisey und Michael Hiltbrunner folgt Mo Dieners Live-Performance. Der Eintritt kostet 15, reduziert zehn Franken.
Zwiegespräch zum «sozialen Hologramm» am 4. Oktober
Am Sonntag, 4. Oktober, 15 Uhr, beginnt ein Gespräch zwischen der Künstlerin und Dr. Naveen Shamsudhin (Kaleido) auf Englisch mit deutscher Übersetzung. Sie widmen sich darin dem faszinierenden Konzept des «sozialen Hologramms». Dieses verbindet künstlerische Praxis mit revolutionären A nsätzen fü r menschliche Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. Ausgangspunkt für das Gespräch ist das Projekt «The Hologram». Dahinter verbirgt sich eine Vision: Eine feministische Science-Fiction-Vorstellung wurde in eine selbstorganisierte Spielregel für den Alltag übersetzt – in ein sogenanntes autonomes Protokoll. Das bedeutet: Menschen organisieren sich unabhängig von staatlichen oder institutionellen Stellen in kleinen Vierergruppen, um sich gegenseitig zu unterstützen, zuzuhören und ein mehrdimensionales Bild ihrer Gesundheit zu zeichnen. Was als dezentrales Projekt im Kleinformat beginnt, wächst in einem exponentiellen Netzwerk zur solidarischen Alternative zu kapitalistischen Strukturen heran. Mo Diener und Naveen Shamsudhin spannen in ihrem Dialog den Bogen von diesen utopischen und zugleich konkreten Protokollen der Solidarität hin zu den drängenden Fragen unserer Zeit: Wie können soziale Gefüge und systemische Strukturen ineinandergreifen, um neue Formen der Fürsorge, Heilung und Gemeinschaft zu ermöglichen? Kann ein solches virales System der Fürsorge die physische oder auch digitale Isolation brechen? (mgt)


