Kürzlich erlebte eine Gruppe von 16 Mitgliedern des Vereins «SeniorInnen für SeniorInnen Rheinfelden» (SfS-Rheinfelden) einen inspirierenden Ausflug in das benachbarte Badisch Rheinfelden. Ziel des Besuchs war das Haus Salmegg, das den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die ...
Kürzlich erlebte eine Gruppe von 16 Mitgliedern des Vereins «SeniorInnen für SeniorInnen Rheinfelden» (SfS-Rheinfelden) einen inspirierenden Ausflug in das benachbarte Badisch Rheinfelden. Ziel des Besuchs war das Haus Salmegg, das den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die regionale Historie und zeitgenössische Kunst bot. Herzlich empfangen wurde die Gruppe von Norbert Dietrich, der die Gäste durch den geschichtsträchtigen Bau führte. Der Vortrag begann mit einem faszinierenden Abriss über die Entstehung des Hauses und die bewegte Lebensgeschichte seines Erbauers, Franz-Josef Dietschy, 1770 – 1842.
Die Biografie Dietschys beeindruckte die Anwesenden besonders. Franz-Joseph Dietschy stammte ursprünglich aus kleinbäuerlichen Verhältnissen in Pfaffenberg im vorderösterreichischen Wiesental. Er machte in Rheinfelden eine bemerkenswerte Karriere. Vom anfänglichen Beruf als Schweinehändler arbeitete er sich hoch zum Wirt und Brauer – aus dieser unternehmerischen Tätigkeit ging die spätere Salmen-Brauerei hervor. Auch politisch war Dietschy eine prägende Figur: Er fungierte als Stadtammann von Rheinfelden und war bis zu seinem Lebensende Grossrat im neuen Kanton Aargau. Das Haus Salmegg liess er ursprünglich als Sommerresidenz für seine Ehefrau Maria 1824/25 erbauen. Ein trauriger Umstand der Geschichte: Maria verstarb schon vor der Fertigstellung des Hauses.
Im weiteren Verlauf streifte Dietrich die Geschichte von Badisch-Rheinfelden seit seinen Anfängen um 1900 und erläuterte die moderne Nutzung des Gebäudes. Das Haus Salmegg hat sich zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum entwickelt. Während im Untergeschoss Gäste im Restaurant bewirtet werden, dient das Haus zudem als repräsentativer Ort für die Stadt, indem sich auch das städtische Trauzimmer befindet.
Seit 1989 liegt die Verantwortung für die oberen Räumlichkeiten beim «Verein für Kunst und Geschichte». Dieser leistet wertvolle Arbeit bei der Dokumentation der Geschichte der jungen Stadt. Über die historische Komponente hinaus organisiert der Verein regelmässig wechselnde Kunstausstellungen. Im zweiten Teil des Besuchs führte Susanne Meier-Faust die Gruppe durch die aktuelle Ausstellung des Keramikkünstlers Michael Cleff. Den Abschluss des Besuchs bildete ein geselliger Apéro auf dem grossen Balkon des Salmeggs. (mgt)