Köstliche Landschaft
11.06.2026 LaufenburgRehmann-Museum: leckeres Buffet mit Wildpflanzen
Mit dem Projekt «Lebensraum Skulpturengarten» soll beim Rehmann-Museum ein wertvoller Naturgarten entstehen. Am Wochenende fand eine Exkursion mit der Naturärztin und Pflanzenkennerin Sonja Wunderlin statt. Am Ende gab es ein ...
Rehmann-Museum: leckeres Buffet mit Wildpflanzen
Mit dem Projekt «Lebensraum Skulpturengarten» soll beim Rehmann-Museum ein wertvoller Naturgarten entstehen. Am Wochenende fand eine Exkursion mit der Naturärztin und Pflanzenkennerin Sonja Wunderlin statt. Am Ende gab es ein Menü mit Speisen aus wilden Pflanzen.
Andrea Worthmann
Sie machen sich gut zwischen den wuchernden Stauden und bunten Blumen: Die Skulpturen des 2020 verstorbenen Künstlers Erwin Rehmann. Als würden sie aus der Wildnis wachsen oder von ihr eingerahmt werden. Als Erwin Rehmann noch lebte, war der Rasen um seine Skulpturen eher brav angelegt, nun wird der Garten des Rehmann-Museums in Laufenburg zu einem naturnahen Lebensraum umgestaltet.
Das Projekt verbindet die Skulpturen Rehmanns mit Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und schafft einen Ort, an dem Kunst und Natur miteinander in Dialog treten. Im Rahmen dieses Projektes fand die Veranstaltung «Landschaft verspeisen» statt, in der die Laufenburger Naturärztin Sonja Wunderlin viele Informationen aus ihrem Erfahrungsschatz mit essbaren Wildpflanzen weitergeben konnte.
Pflanzen sammeln für die Zubereitung von Gerichten
Der Plan: Auf dem gut 1300 Quadratmeter grossen Anwesen werden essbare Pflanzen für verschiedene Speisen gesammelt, anschliessend verarbeitet und schliesslich gemeinsam verspeist. Gesagt, getan. Drei Hauptspeisen, ein Getränk und ein Dessert sollten am Ende auf dem Tisch stehen, und so wurden sogleich Paten gesucht, die sich um die Zubereitung der Speisen kümmern konnten. Der Menüplan umfasste «wildes Pesto», eine feine Blütenbutter als Brotbelag, das griechische Gericht «Xorta» (Wildgemüse) sowie eine grüne Grütze mit Melone als Dessert. Dazu ein Malvenblütentee.
Kann man eine Distel essen?
Die Gruppe zog los mit Schüsseln und Tüten, allen voran Sonja Wunderlin, die jede dort ansässige Pflanze zu kennen schien und sich munter hier und da ein Blatt oder ein Blüte abzupfte, ass oder weiterreichte. Sogar die Kohldistel mit spitzen Stacheln sei für die Xorta ein perfektes Wildgemüse, so Wunderlin, man müsse halt probieren, ob sie im blanchierten Zustand noch piekse. Also wanderte die Distel in die Xorta-Schüssel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten den Ausführungen, stellten Fragen, probierten sich durch die reichhaltige Wildpf lanzenwelt des Gartens. Ferkelkraut, Melde, Nachtkerze, Malve, Schafgarbe und Berberitzenblätter für die grüne Grütze. Eifrig wurde gesammelt, gefragt, erklärt und der Garten Stück für Stück durchwandert. Wilderdbeeren landeten direkt im Mund.
Gemeinsames Kochen
Anschliessend traf sich die Gruppe wieder am Ausgangspunkt, dem Hinterausgang des Museums. Dort waren bereits Tische und Kochutensilien sowie weitere Zutaten bereitgestellt. Nun startete die Zubereitungsphase. Das wilde Pesto, bestehend aus Majoran, Löwenzahn, Schafgarbe und Weinberglauch, musste kleingeschnitten und mit Baumnüssen, Sbrinz, Baumnussöl und Salz gemischt werden. Brennnesseln, Amaranthblätter, Nachtkerze, Malve, Melde, Kohldistel und Spitzwegerich gingen nach dem Waschen in den Topf für das Xortagemüse, und in die grüne Grütze wanderten Malve, Zitronenmelisse, Brennnessel, Sauerampfer, Berberitzen und Majoran. Für die Blütenbutter schnitt Kochpate Gabriel Kramer eine Schüssel voll bunter Blüten klein und mischte dies mit Butter und Salz. Es wurde geschnippelt, gerührt, gezupft und gehackt. Sonja Wunderlin gab hier und da Hilfestellung oder Ratschläge und schliesslich war das Werk vollbracht.
Wildpesto und Blütenbutter dienten als Brotbelag, dazu blanchiertes Xorta und die grüne Grütze sowie ein herrlich blauer Malventee rundete das Wildpflanzenbuffet ab.
Endlich konnte probiert werden. Es schmeckte allen sehr und sogar die pieksigen Disteln in der Xorta waren weichgekocht köstlich und piksten gar nicht mehr.
Ein Zaubertrick der Natur
Zuletzt zeigte Sonja Wunderlin noch einen «Zaubertrick», indem sie durch die Zugabe von ein wenig Zitronensaft den blauen Malventee pink färbte. Noch ein bisschen weitergerührt und die Farbe war gänzlich verschwunden. Ein eindrucksvol ler Nach m it tag m it v iel Information und geselligem Beisammensein in schönster Natur ging zu Ende. Sicher werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim nächsten Spaziergang durch Wiesen und Wälder ein bisschen naschen können. Jetzt kennen sie sich aus.



