Wird bei der Wartung der Fahrzeugflotte gespart? Gibt es Sicherheitsmängel? Nach Kursausfall fordert ein Fricktaler von der Postauto AG Transparenz.
Susanne Hörth
«Wer am 5. Januar 2026 die Linie 137 in Richtung Brugg nehmen wollte, wurde enttäuscht. Der ...
Wird bei der Wartung der Fahrzeugflotte gespart? Gibt es Sicherheitsmängel? Nach Kursausfall fordert ein Fricktaler von der Postauto AG Transparenz.
Susanne Hörth
«Wer am 5. Januar 2026 die Linie 137 in Richtung Brugg nehmen wollte, wurde enttäuscht. Der Kurs um 12.11 Uhr ab Effingen Dorf fiel ersatzlos aus», ärgert sich ein Fricktaler (Name der Redaktion bekannt) in einem Schreiben an die NFZ. Als offizieller Grund für den Kursausfall sei eine Fahrzeugstörung genannt worden. «Doch schaut man genauer hin, verdichten sich die Anzeichen, dass solche Ausfälle kein Zufall, sondern das Resultat systematischer Vernachlässigung sind.»
In seinen Vorwürfen gegenüber der Postauto AG führt der Mann weiter aus, dass Berichte aus dem Umfeld des Fahrpersonals in der Region Frick/Stein ein düsteres Bild zeichneten. «Die Fahrer, die täglich für die Sicherheit ihrer Fahrgäste verantwortlich sind, äussern sich zunehmend besorgt über den Zustand ihrer Arbeitsgeräte.» Die Mängelliste sei lang und erschreckend: «Es ist die Rede von defekten Bremsanlagen, mangelhafter Beleuchtung und Heizungssystemen, die bei den aktuellen Wintertemperaturen ihren Dienst versagen.»
Der Mann geht ebenfalls auf die schlechte Stimmung unter den Chauffeuren ein. «Berichten zufolge geht die Angst um, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.»
Grund für den Kursausfall
Die NFZ hat die Postauto AG mit den teils heftigen Vorwürfen konfrontiert. Mediensprecher Ben Küchler reagiert umgehend und hält zum Vorfall mit dem ausgefallenen Postautokurs – Linie 137, um 12.11 Uhr, am 5. Januar – fest: «Der private Personenwagen des Fahrers hatte eine Panne, weshalb der Fahrer erst stark verspätet am Arbeitsplatz angekommen ist. Es besteht somit keinerlei Zusammenhang mit dem Zustand des Postauto-Fahrzeugs.»
Weiter betont Küchler, dass für die Postauto AG die Sicherheit der Fahrgäste und des Fahrpersonals absolute Priorität habe. «Grundsätzlich gehen ausschliesslich Fahrzeuge auf die Strasse, die gewartet und MFK-geprüft sind und keine sicherheitsrelevanten Mängel aufweisen.» Aus diesem Grund werde jeden Morgen ein Sicherheitscheck aller Fahrzeuge durchgeführt. Stelle sich bei diesem Check heraus, dass ein Fahrzeug einen solchen Mangel aufweise, werde es nicht eingesetzt. «Unser Fahrpersonal ist sogar verpf lichtet, ein Fahrzeug stehen zu lassen, sofern es einen sicherheitsrelevanten Mangel aufweist.»
Nach ersten Abklärungen könne gesichert gesagt werden: «Wir hatten zu keinem Zeitpunkt ein Fahrzeug mit defekten Bremsen im Einsatz, und in keinem Fahrzeug ist die Klimaanlage defekt.» Hinsichtlich der versagenden Heizungssysteme führt der Mediensprecher aus: «Bei den aktuell eisigen Aussentemperaturen in Kombination mit dem regelmässigen Öffnen der Türen an den Haltestellen ist es jedoch generell schwieriger, mit den vollautomatisierten Klimaanlagen eine gewisse Temperatur im Fahrzeuginneren zu halten.»
«Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst und werden sie in den kommenden Tagen noch näher beleuchten. Es ist uns wichtig, hier möglichst präzise vorzugehen und niemanden unter Generalverdacht zu stellen», macht die Postauto AG deutlich, dass die Angelegenheit für sie nicht abgeschlossen ist.