Viel Witziges am Schnitzelbankabend in den Rheinfelder Gaststätten
17.02.2026 RheinfeldenWie jedes Jahr zu Beginn der Fasnacht zogen Cliquen, Tambouren und Guggenmusiken am Freitag durch die Altstadt und präsentierten ihre Schnitzelbänke und musikalischen Fasnachts-Kreationen. Die Lokale waren gut besetzt, es gab viel zu lachen und zu applaudieren.
Edi ...
Wie jedes Jahr zu Beginn der Fasnacht zogen Cliquen, Tambouren und Guggenmusiken am Freitag durch die Altstadt und präsentierten ihre Schnitzelbänke und musikalischen Fasnachts-Kreationen. Die Lokale waren gut besetzt, es gab viel zu lachen und zu applaudieren.
Edi Strub
Im Schiff machten die Binggis der Ryburger Tambouren den Auftakt. Ganz ohne Elternbegleitung, wie der Ansager der Trommler bemerkte. «Wow, das ist aber mutig», witzelte einer der Restaurantgäste. Dann fielen die Geister ins «Schiff» ein. Genauer gesagt, der «Böni-Geischt» und sein Gehilfe mit der ersten rhetorischen Spitze gegen die Rheinfelder. Bald werde im «Zähringer Wald» ein Seilpark eröffnet, wo man dann in den Bäumen rumturnen könne wie ein Organ Utan, berichteten sie. Es gebe allerdings ein Problem, denn «z’ Rhyfälde hets leider meh Affe als Bäum.» Was in Rheinfelden so laufe, konnten die beiden ohnehin nicht ganz verstehen, wo doch «der Regierigs-Silberrügge neuerdings e Frau sig». Eine der Lachenden war diese Frau selbst, sie sass zusammen mit anderen Stadtratsmitgliedern im Publikum.
Viele Lacher brachte auch die nächste Pointe: Der Böni-Geischt sei auf Grosseinkauf in der Migros gewesen und habe sich schon auf die vielen Cumulus-Punkte gefreut. «Doch s’Frölein het mer denn no – wer hett das dänkt – e Melectronicund en Ex-Libris Filiale geschänkt.» Er gehe jetzt nicht mehr in der Migros posten, sonst habe er plötzlich no dMicasa, SportX und den Hotelplan am Bein.
Die Spitze gegen die ewigen Rivalen aus Möhlin kam dann bei den «Lüüchttürm». Vielleicht müsse Möhlin auch anfangen, die Durchfahrer zu büssen, wie der Gemeinderat in Birsfelden. Das gebe viel Kohle und wer würde sonst «i dem Kaff ahalte». Ein anderer Verbesserungsvorschlag ging dann eher an den erneuerten Stadtrat in Rheinfelden. Alles werde besser mit Aromat, das hätten diese neuen Chips von Zweifel doch bewiesen. Und so wäre es vielleicht gut, diesen Stadtrat auch mit Aromat zu bestreuen. Immerhin der Derrer sei nicht gewählt worden. Stattdessen fightet er mit dem Pöschtli, wegen dessen Stühle vor seinem Bohem. Dazu der bösartige Rat: «Wotsch di ganz köschtlich amüsiere, gosch i s’Pöschtli und losch bem Derrer lo reserviere.»
Die «Bodensurri» wussten über einen andern «Bodensurri» zu berichten: «Cha der Shakiri nimm Elfmeter schiesse. Vor em Spiel raucht dä glaini Goggeli a grossi Gugge mit Gras us em Joggeli.» Warum die Möhlemer nur noch mit 30 km/h durchs Dorf schleichen können, dazu hatte der heilige «Fridolin us de Rübr’ger Münschter-Kapelle» eine Theorie. In Möhlin mache man es wie die Frauen, sie stürmten und stürmten und stürmten. Und so sei aus dem zweimal Nein gegen eine Dreissigerzone am Ende ein Ja geworden.
Den Preis für die beste Schnitzelbank hätte ich persönlich der Ladies-Only-Clique «CHAIpirinhas» verliehen – sowohl, was die Texte betrifft (pointiert und charmant formuliert), aber auch für ihre fantasievollen «Koschtüme», die wir allerdings auch schon gesehen haben. Aber Gutes muss man auch nicht unbedingt ändern, sehr Gutes schon gar nicht. Ihr Hit war wohl das Krippenspiel. Stück für Stück wird alles vom Blätterblock entfernt: die drei weisen Könige (wegen der Gefahr von Rassendiskriminierung), dann Maria, weil sie das Bild der Frau völlig verfälsche, und schliesslich auch Josef, weil er einen Hut statt SUVA-konform einen Helm trägt (gegen Kometen-Gefahr wahrscheinlich). Das Christkind hat noch keinen Namen, weil das Geschlecht noch nicht bestimmt werden konnte, und zum Schluss verschwinden auch die Engel, aus Respekt vor anderen Religionen. Am Ende dieses Szenarios steht dann der Esel allein da, das Stroh und Heu hat man dem Armen weggenommen – wegen Brandgefahr. (Was sagen da die Tierschützer?)
Abgeschlossen wurde der Abend wieder mit Musik: fetzige Guggenrhythmen und -klänge der Gugger-Gugge aus Ettingen.
Eine Auswahl an Schnitzelbänken auf der letzten Seite

