Weil Ermahnungen nichts gebracht haben: Polizei droht nun mit Bussen. Rüpelhaftes Fahrverhalten auf dem Trottoir und mit Vollgas über den Pausenplatz: Elektro-Roller und Elektro-Trottinette lassen Schulen und Polizei von einem Problem sprechen.
Ronny Wittenwiler
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Weil Ermahnungen nichts gebracht haben: Polizei droht nun mit Bussen. Rüpelhaftes Fahrverhalten auf dem Trottoir und mit Vollgas über den Pausenplatz: Elektro-Roller und Elektro-Trottinette lassen Schulen und Polizei von einem Problem sprechen.
Ronny Wittenwiler
Sie gehören zum Strassenbild: Kinder und Jugendliche auf E-Rollern. Die Regionalpolizei unteres Fricktal hat nun angekündigt, konsequenter ein Auge darauf zu werfen. So steht es in einem Elternbrief, den die Schulverwaltung Möhlin an Erziehungsberechtigte verschickt hat.
Die Problematik
Leider würden sich an den Schulen und im Strassenverkehr immer wieder gefährliche Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen auf E-Rollern und E-Trottinetten zeigen, heisst es in diesem Elternbrief. Die Rede ist von «rüpelhaftem Fahren auf dem Trottoir, ältere Fussgänger erschreckend», von «Vollgas über den Schulplatz trotz spielender Kinder», von «Doppelbesetzung der Geräte», von unsicheren Fahrzeugen, frisiert und mit entsprechend zu hohen Geschwindigkeiten. Auch das Fahren ohne Führerausweis reiht sich ein in die Aufzählung, genauso das Missachten von Verkehrszeichen, Lichtsignalen und Regeln. Da bisherige Ermahnungen und Unterrichtseinheiten wenig bewirkt hätten, werde die Polizei deshalb nun konsequenter handeln. Konkret droht bei Vergehen eine Anzeige bei der Jugendanwaltschaft (die Busse wird dort verhängt). Auch eine Weiterleitung an das Strassenverkehrsamt solle erfolgen – «ein Rapport kann beim späteren Führerschein-Erwerb berücksichtigt werden», schreibt die Regionalpolizei.
Mehr Kontrollen
«Viele Kinder und Jugendliche sehen E-Trottinett und E-Roller als Spielzeuge und erfüllen oft nicht die Voraussetzungen», sagt Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal. Er spricht von Jugendlichen beziehungsweise Kindern unter vierzehn Jahren, die zu zweit oder gar zu dritt auf einem Fahrzeug unterwegs sind. Loosli bestätigt, dass im Einzugsgebiet mehr Kontrollen erfolgen werden.
Die Schulverwaltung Möhlin ist nur eine von mehreren Bildungseinrichtungen, die das Schreiben der Regionalpolizei an Erziehungsberechtigte weitergeleitet haben. Dieses basiert auf einer Vorlage der Regionalpolizei Aargau Süd – für sinnvoll befunden, habe man es angepasst auch den Schulen im unteren Fricktal zukommen lassen, sagt Loosli. Auch die Kreisschule Unteres Fricktal (KUF) in Rheinfelden hat das Schreiben versandt. «Der Elternbrief ging am 18. August raus», sagt Schulleiter Frank Jonas auf Anfrage der NFZ. Die Problematik mit E-Rollern und E-Trottinetten sei an der Kreisschule ein grosses Thema, sagt Jonas. Auch er kennt die teils gefährlichen Situationen nicht nur vom Hörensagen. «Wir halten es für wichtig, ein Auge darauf zu halten und zu sensibilisieren.»
Trotz der Androhung von Bussen will es die Regionalpolizei im besten Fall gar nicht erst soweit kommen lassen. Entsprechend hält sie im Elternbrief genauso fest: «Bitte sensibilisieren Sie Ihre Kinder und Jugendlichen, dass E-Roller und E-Trottinett keine Spielzeuge, sondern Verkehrsmittel sind und dem Strassenverkehrsrecht unterliegen. Ein umsichtiges, regelkonformes Fahren schützt alle Beteiligten.»