Die Knallerei rund um Silvester hat in Kaiseraugst viele Bürgerinnen und Bürger verärgert. Gemeindeammann Jean Frey bekam zahlreiche Klagen zu hören. Das Thema soll an einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt werden. Auch ein kommunales Verbot soll dabei zur ...
Die Knallerei rund um Silvester hat in Kaiseraugst viele Bürgerinnen und Bürger verärgert. Gemeindeammann Jean Frey bekam zahlreiche Klagen zu hören. Das Thema soll an einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt werden. Auch ein kommunales Verbot soll dabei zur Sprache kommen.
Valentin Zumsteg
Viele Kaiseraugsterinnen und Kaiseraugster haben die Nase voll von der alljährlichen Knallerei und dem vielen Feuerwerk, das über Silvester gezündet wird. «Jetzt habe ich es endgültig satt und werde mich mit allen Mitteln dagegen wehren», sagt ein Anwohner der Siedlung Liebrüti, der in der Zeitung nicht namentlich genannt werden möchte. In diesem Jahr sei es besonders schlimm gewesen.
«Muss es zu Bränden kommen?»
«Das Feuerwerk wird mitten im Siedlungsgebiet gezündet, zum Beispiel in der Liebrüti, was sehr gefährlich ist. Sicherheitsvorschriften werden nicht eingehalten. Muss es denn zu Bränden oder Personenschäden kommen?» Er fordert ein Feuerwerksverbot für Kaiseraugst, wie es dies beispielsweise in zahlreichen Baselbieter Gemeinden oder auch im aargauischen Siglistorf gibt.
Damit ist er nicht alleine, auch andere Kaiseraugsterinnen und Kaiseraugster haben genug von der Eskalation über den Jahreswechsel. Besonders Tierbesitzer beklagen sich über das rücksichtslose Verhalten, denn viele Tiere reagieren mit Panik auf das Geknalle. «Jedes Jahr wird aufgeklärt, jedes Jahr wird erinnert, jedes Jahr wird gebeten, gewarnt, erklärt. Und trotzdem wird geböllert, geschossen, gezündet, als gäbe es kein Morgen», schreibt jemand dazu auf der Facebook-Seite «Kaiseraugst lebt».
Abfalleimer und Briefkästen gesprengt
Der Unmut in Teilen der Bevölkerung ist dem Gemeinderat nicht verborgen geblieben: «Ich habe viele Reaktionen erhalten und bin in den letzten Tagen oft darauf angesprochen worden», erklärt Gemeindeammann Jean Frey gegenüber der NFZ. Er selbst hatte auch den Eindruck, dass besonders viel geknallt wurde. In diesem Jahr sind auch wieder öffentliche Abfalleimer und Briefkästen gesprengt worden. «Wir müssen das Thema im Gemeinderat aufarbeiten», betont Frey. Drei Varianten stünden dabei zur Diskussion: «Erstens: Es bleibt, wie es ist. Zweitens: ein Teilverbot oder – drittens – ein Verbot. Ich persönlich bin mindestens für ein Teilverbot», sagt Jean Frey.
Das Thema wird in Kaiseraugst allerdings schon seit Jahren immer wieder diskutiert. Bislang hat sich aus Sicht der Feuerwerksgegner nichts geändert. «Der Gemeinde Kaiseraugst ist die Meinung der Bevölkerung egal. Die Leute, welche aus diversen Gründen kein Feuerwerk haben wollen, werden ignoriert. Doch als Steuerzahler müssen wir die Begleiterscheinungen und Kosten wie Lärm, Littering, Abfallentsorgung und Sachbeschädigungen in Kauf nehmen. Die Feuerwerkler werden geschützt», sagt der eingangs erwähnte A nwohner der Liebrüti. Die Feuerwerksgegner hoffen, dass der neu zusammengesetzte Gemeinderat in dieser Sache nun wirklich aktiv wird und wirkungsvolle Massnahmen ergreift.