Vor 50 Jahren begannen in Frick die wissenschaftlichen Grabungen
Sie ruhten über 200 Millionen Jahre unter der Oberfläche, bis Ernst Wälchli 1961 die ersten Knochen fand. Genau vor 50 Jahren, im 1976, startete in der Gruhalde die erste offizielle, wissenschaftliche Grabung. Letzten ...
Vor 50 Jahren begannen in Frick die wissenschaftlichen Grabungen
Sie ruhten über 200 Millionen Jahre unter der Oberfläche, bis Ernst Wälchli 1961 die ersten Knochen fand. Genau vor 50 Jahren, im 1976, startete in der Gruhalde die erste offizielle, wissenschaftliche Grabung. Letzten Samstag wurde gefeiert.
Simone Rufli
15 000 Quadratmeter Fläche durchsucht, in rund 30 000 Arbeitsstunden – 17 000 davon unbezahlt. Circa 35 000 Tonnen Gestein umgelagert und auf Fundstücke geprüft. Über 100 Plateosaurier, mindestens 24 Echsenartige, 8 Raubdinosaurier, 8 Flugsaurier, 2 Schildkröten und einen Aetosaurier entdeckt und mindestens teilweise für die Nachwelt erhalten. Es sind eindrückliche Zahlen, die in 50 Jahren zusammengekommen sind und ein guter Grund für eine kleine Feier, wie sie am Samstagnachmittag im Sauriermuseum begann, oben im Singsaal fortgesetzt wurde und in der neuen Saurierhalle, der Gemeinde zur Verfügung gestellt von der Jakob Müller Group, ausklang.
Die Gästeliste war lang und illuster: Zahlreiche ehemalige und aktuelle Grabungshelfer und Mitglieder der Saurierkommission waren zugegen, auch Thomas Doppler, Leiter der Kantonsarchäologie, Lea Knecht, Sektionsleiterin Grundwasser, Boden und Geologie und Benjmain Ruf vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) sowie Torsten Scheyer, Titularprofessor am paläontologischen Institut der Uni Zürich; er liess die Anwesenden im Rahmen eines interessanten Vortrags an seinen Erkenntnissen teilhaben und gab Einblick in Untersuchungen von Knochen mittels Computertomografie. Nach Frick gekommen waren auch Georg Matter, Leiter der Abteilung Kultur beim Kanton Aargau, Holger Czerwenka, Direktor von Aargau Tourismus, Urs Oberli, 1976 der erste Grabungsleiter, der spätere lang jährige Grabungsleiter Ben Pabst, Ursina Bachmann, die aktuelle Grabungsleiterin, Rainer Foelix, als wissenschaftlicher Berater eng verbunden mit der Saurierkommission, Heinz Schmid, Fricks ehemaliger Gemeindeschreiber, der sich damals hartnäckig und mit Erfolg dafür eingesetzt hat, dass die Fundstücke in Frick bleiben und – mit Ausnahme von Ramona Bernet, die sich im Mutterschaftsurlaub befindet – der Gesamt-Gemeinderat von Frick. «Alle zusammen vom Saurier-Virus befallen», wie Gemeindeammann Daniel Suter in seiner Begrüssung anmerkte. «Die Saurier», so Suter, «sind für die Gemeinde Frick sehr wichtig. Und wir sind froh und dankbar, dass der Kanton das auch so sieht.»
35 Jahre Sauriermuseum
Museumsleiterin A ndrea Oettl ihrerseits dankte der Gemeinde für die Unterstützung, den Verantwortlichen der Tonwerke Keller AG, die am Anfang der Geschichte stehen, der Kantonsarchäologie unter anderem für die Zelte, ohne die Grabungen bei Sommerhitze kaum möglich wären, dem Werkhof für Lagerplatz und maschinelle Unterstützung und führte in einem eindrücklichen fotografischen Rückblick durch die 50-jährige Grabungsgeschichte der inzwischen auf vier Kilometer Durchmesser angewachsenen Fundstelle von der Gruhalde über Kaisterberg, Frickberg bis Ellenbühl und Tannenheim (D). Sie streifte die Grabungen mit den Gebrüdern Imhof, Martin Sander und Rainer Foelix, zeigte anhand der Stationen von «Reise-Dinosaurier XL», wie sich Frick als Saurier-Fundort in umliegenden europäischen Ländern und namhaften Museen einen Namen gemacht hat und wies auch auf das Jubiläum des Fricker Sauriermuseums hin, das Gross und Klein seit nunmehr 35 Jahren erfreut.
Nach Besichtigung, Reden und Vortrag folgte der Umzug in die Saurierhalle, wo der Festakt inmitten von Präparaten bei einem Apéro ausklang.