Klein, aber wertvoll
08.11.2026 FricktalÜber die Entwicklung der Tagesstrukturen im Fischingertal
Seit März gibt es ein Betreuungsangebot für Mädchen und Buben in Mumpf, Obermumpf und Schupfart. Die Rede ist von einem guten Start. Noch werden keine schwarzen Zahlen geschrieben.
Ronny Wittenwiler
Niemand ...
Über die Entwicklung der Tagesstrukturen im Fischingertal
Seit März gibt es ein Betreuungsangebot für Mädchen und Buben in Mumpf, Obermumpf und Schupfart. Die Rede ist von einem guten Start. Noch werden keine schwarzen Zahlen geschrieben.
Ronny Wittenwiler
Niemand rechnete wohl damit, dass die angebotenen Module sofort aus allen Nähten platzen. Entsprechend haben Mumpf, Obermumpf und Schupfart vorgesorgt: Nicht nur stimmte der Souverän in allen drei Gemeinden der Einführung von Tagesstrukturen im gemeinsamen Primarschulverband zu, er sprach sich an der Winter-Gemeindeversammlung 2025 auch gleich dafür aus, eine Defizitgarantie von jährlich 9000 Franken während der dreijährigen Pilotphase zu gewähren (die NFZ berichtete).
Neunzig Mittagessen pro Woche
Rund ein Jahr später, Donnerstagmittag: es gibt Rüebli, Kartoffeln, Hackfleischbällchen. Und fröhliche Kinder. Seit März 2026 ist angerichtet. Dann haben die Tagesstrukturen im Fischingertal ihren Betrieb aufgenommen. Mittagstisch, Nachmittags- und Spätbetreuung an allen drei Standorten. Die gewährte Defizitgarantie scheint keiner unnötigen Übervorsicht geschuldet. «Wir schreiben noch keine schwarzen Zahlen, nicht alle Module sind ausgelastet», sagt Samira Küng, Leiterin der Tagesstrukturen. Dennoch spricht sie von einem guten Start. «Über alle drei Standorte kommen wir derzeit auf rund neunzig Mittagessen, zwanzig Nachmittagsbetreuungen und gut dreissig Spätbetreuungen pro Woche. Dabei handelt es sich um Belegungen: Ein Kind kann an mehreren Tagen kommen oder mehrere Module besuchen.»
Bemerkbar machen sich unterschiedliche Ausreisser: Sind montags jeweils zwölf beziehungsweise vierzehn Kinder zum Mittagessen in Mumpf und Obermumpf gemeldet, so sind es in Schupfart am selben Tag bloss deren vier. Für die Nachmittags- und Spätbetreuung besteht am Montag in Schupfart zudem noch kein Angebot – mangels Nachfrage. «Nach unserer aktuellen Einschätzung sind Nachmittags- und Spätbetreuung ab vier Kindern pro Modul kostendeckend», sagt Küng. Jetzt, nach dem Start im März, liessen die Verantwortlichen weiteren Betreuungsbedarf evaluieren. «Bei genügend Interesse möchten wir zusätzliche Module ab dem neuen Semester anbieten.» Zurück zum Mittagessen in Mumpf.
Es nehmen Kinder unterschiedlichen Alters Platz am Tisch. Jene, die vom Kindergarten gleich nebenan von Steffi Brogle abgeholt werden, die anderen, die selbständig von der Schule kommen. Brogle ist für die Betreuung in Mumpf verantwortlich, das Essen wird von einem Caterer aus Rheinfelden angeliefert. Auch heute scheint es den Kleinen zu bekommen. Doch geht es um mehr als bloss ein gemeinsames Mittagessen in behutsamer Umgebung. «Wichtig ist, dass wir alle ein Team sind», sagt Brogle. «Die Grossen helfen den Kleinen, das ist schön.»
Überzeugt von der Sache
Noch haben die Tagesstrukturen im Primarschulverband Luft nach oben. Dass es genügend Familien mit Kindern im Tal gibt, für die das Angebot eine reelle Alternative wird, davon ist Leiterin Samira Küng überzeugt. Genauso Steffi Brogle. Sie sagt: «Der Bedarf in Mumpf etwa war schon sehr lange vorhanden. Als ich noch privat als Tagesmutter tätig war, gab es Familien, die weggezogen wären, wenn es kein entsprechendes Angebot gegeben hätte.»
Die Tagesstrukturen im Primarschulverband selbst sind vielleicht genauso wie jene Mädchen und Buben, die an diesem Donnerstagmittag gemeinsam zu Tisch sitzen: noch klein, aber bereits wertvoll – und bereit, weiter zu wachsen.
Weitere Infos im Internet: www.psvf-ag.ch/tagesstrukturen

