Keine Seilbahn über den Rhein
18.06.2026 Fricktal25 Massnahmen für Verkehrsverbesserungen im Raum Frick–Stein–Laufenburg
Das Steuerungsgremium des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick–Stein– Laufenburg hat bereits in den vorangegangenen Sitzungen die Ziele verabschiedet sowie die Stossrichtungen und drei Handlungsfelder definiert. Auf dieser Basis wurden nun insgesamt 25 Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation festgelegt.
Die Massnahmen dienen der Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl und der Steuerung des Mobilitätsverhaltens. Die Grundlage dafür bilden Instrumente der Siedlungs- und Landschaftsplanung in Abstimmung mit der Verkehrsplanung. Dieses Handlungsfeld umfasst zehn Massnahmen, darunter die Aufwertung der Ortsdurchfahrten, die Schaffung attraktiver Verkehrsdrehscheiben sowie Anpassungen der Bau- und Nutzungsordnungen im Bereich Parkierung und Mobilitätskonzepte. Das Handlungsfeld Verkehrsmanagement umfasst Massnahmen zur Optimierung des Betriebs des bestehenden Strassennetzes. Dazu gehören die Steuerung der Verkehrsflüsse auf den Hauptachsen, Dosierungsmassnahmen sowie die Erweiterung des Zählstellennetzes für den motorisierten Verkehr und den Veloverkehr.
Zwei neue Brücken
Neun Massnahmen betreffen das Handlungsfeld Verkehrsangebot. Dabei geht es um die Optimierung der Infrastruktur und des Angebots für alle Verkehrsmittel. Unter anderem werden eine neue Rheinquerung (Brücke bei Sisseln, als Vororientierung im Kantonalen Richtplan eingetragen) sowie eine neue Rheinquerung für Busse, Fuss- und Veloverkehr bei Stein–Bad Säckingen geprüft. Neben einem regionalen Buskonzept mit grenzüberschreitenden Angeboten liegt ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung eines sicheren, attraktiven und durchgängigen Velonetzes.
Kein Halbanschluss Autobahn und keine Seilbahn, mehr Busse
Im Rahmen des GVK wurden ein öV-System in Hochlage (Seilbahnsystem) zur Erschliessung des Sisslerfelds sowie der Nutzen eines neuen Halbanschlusses der Autobahn in Richtung Basel vertieft untersucht. Beide Massnahmen werden nicht weiterverfolgt. Ein neuer Halbanschluss würde keine Entlastung der heute belasteten Strecken bringen, sondern lediglich zu einer Verschiebung der Verkehrsbelastung in andere Ortsdurchfahrten führen. Die Erschliessung des Sisslerfelds durch ein Seilbahnsystem wurde mit einem konventionellen öV-System verglichen. Trotz hoher Leistungsfähigkeit weist das Seilbahnsystem erhebliche Nachteile auf: sehr hohe Investitionskosten, lange Planungsund Umsetzungszeiten, geringe Flexibilität der Linienführung sowie das Risiko einer unzureichenden Auslastung aufgrund unklarer Arbeitsplatz- und Mobilitätsentwicklungen.
Der Entscheid fiel zugunsten eines f lexibleren Bussystems aus. Du rch Busbevorzug u ngsmassnahmen könne die Zuverlässigkeit effektiv verbessert werden. Die Empfehlungen beinhalten daher den Verzicht auf ein Seilbahnsystem, die etappierte Weiterentwicklung des Busnetzes sowie die Integration der Anforderungen des öffentlichen Verkehrs in die Prüfung einer zusätzlichen Rheinquerung.
Das Steuerungsgremium des Gesamtverkehrskonzepts setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Kantons Aargau, des Regionalplanungsverbands Fricktal Regio, des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee sowie der folgenden Gemeinden im engeren Bearbeitungsperimeter zusammen: Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick, Kaisten, Laufenburg, Oeschgen, Mumpf, Münchwilen, Sisseln, Stein und Wallbach. Das Konzept soll voraussichtlich Ende Oktober zur Behördenvernehmlassung freigegeben werden. (mgt/nfz)

