Keine Entspannung in Sicht
13.08.2026 FricktalDie Suche nach geeigneten Unterkünften geht weiter
Erfahrungsgemäss steigen die Asylgesuchzahlen saisonal bedingt in der zweiten Jahreshälfte deutlich an. Bereits auf einem hohen Niveau befindet sich die Zahl der Unterbringungen in kantonalen und kommunalen Asylstrukturen.
...Die Suche nach geeigneten Unterkünften geht weiter
Erfahrungsgemäss steigen die Asylgesuchzahlen saisonal bedingt in der zweiten Jahreshälfte deutlich an. Bereits auf einem hohen Niveau befindet sich die Zahl der Unterbringungen in kantonalen und kommunalen Asylstrukturen.
Susanne Hörth
Ende des ersten Halbjahres 2026 lebten 9963 Personen aus dem Asylbereich im Aargau. Hauptgrund für den erwarteten Anstieg, so Fiona Laukart vom Departement Gesundheit und Soziales (DGS), seien die günstigeren Witterungsbedingungen entlang der Migrationsrouten über den Seeweg. «Die Zahl der Schutzgesuche aus der Ukraine lässt sich hingegen nur schwer prognostizieren, weil die Entwicklungen des Kriegsgeschehens und dessen Auswirkungen auf die Fluchtbewegungen sehr dynamisch sind.» Das Staatssekretariat für Migration (SEM) rechnet für das Jahr 2026 insgesamt mit ähnlich hohen Asylgesuchzahlen wie im Vorjahr.
Im Fricktal waren am 31. Juli in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden insgesamt 1287 Personen in kantonalen (250) und kommunalen (1037) Asylstrukturen untergebracht. Davon stammt mit 935 Personen der grösste Teil aus der Ukraine, gefolgt von 108 aus Afghanistan. Die weiteren Personen stammen aus Syrien, Somalia, der Türkei, Äthiopien, Eritrea, dem Iran, dem Irak, Sri Lanka sowie 91 aus übrigen Nationen.
Kantonale Unterbringungen ausgelastet
«Die Zahl der Personen in den kantonalen und kommunalen Asylstrukturen bewegt sich seit längerer Zeit auf einem hohen Niveau.
Eine Entspannung der Situation zeichnet sich derzeit nicht ab. Die kantonalen Unterbringungsstrukturen sind seit längerer Zeit stark ausgelastet.» Deshalb, so die DGS-Sprecherin, betreibe der Kantonale Sozialdienst (KSD) derzeit acht unterirdische Notunterkünfte. «Der KSD ist weiterhin auf Hinweise zu geeigneten Liegenschaften angewiesen. Gesucht werden sowohl längerfristig verfügbare Objekte als auch Gebäude, die sich als Übergangslösung eignen.»
Situation Frick und Laufenburg
In der kantonalen Unterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick sind mit Stand 5. August 143 Personen untergebracht. Sie stammen aus Aserbaidschan, dem Iran, der Türkei, der Ukraine und Usbekistan. In der unterirdischen Unterkunft in Laufenburg sind es 40 Frauen, Männer und Kinder. Sie stammen ebenfalls aus verschiedenen Ländern.
Die anhaltende Hitze der vergangenen Wochen machte das unterirdische Leben in Laufenburg sicher nicht einfacher. Hierzu erklärt Fiona Laukart, dass der KSD bereits im vergangenen Jahr Massnahmen zur Verbesserung des Raumklimas in den unterirdischen Unterkünften umgesetzt habe. Dafür seien ein Bauphysiker sowie eine auf Entfeuchtung spezialisierte Fachfirma beigezogen und auf deren Empfehlung in den betroffenen Unterkünften leistungsstarke Ventilatoren und Luftentfeuchter installiert worden. Soweit technisch möglich, wurden Lüftungsanlagen zudem mit stärkeren Abluftventilatoren ausgerüstet. «Der KSD überprüft die Situation laufend und setzt bei Bedarf zusätzliche technische Massnahmen um.» Sie führt weiter aus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner von der Betreuung für ein hitzeangepasstes Verhalten sensibilisiert werden. «Dazu gehören insbesondere eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, das Meiden körperlicher Anstrengungen während der heissesten Tageszeiten sowie die Nutzung der vorhandenen Aufenthaltsbereiche ausserhalb der Unterkunft, soweit dies möglich ist.»

