Kein neues Kantonsspital in Pratteln
31.03.2026 NordwestschweizRegierungsrat setzt auf Liestal und Bruderholz
Das Kantonsspital Baselland (KSBL) soll seinen Versorgungsauftrag auch zukünftig von den Standorten Bruderholz und Liestal aus wahrnehmen. Der Regierungsrat lehnt die Zukunftsvariante mit nur einem Standort in Pratteln ab.
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Regierungsrat setzt auf Liestal und Bruderholz
Das Kantonsspital Baselland (KSBL) soll seinen Versorgungsauftrag auch zukünftig von den Standorten Bruderholz und Liestal aus wahrnehmen. Der Regierungsrat lehnt die Zukunftsvariante mit nur einem Standort in Pratteln ab.
Der zukünftige Standort des Kantonsspitals Baselland (KSBL) wurde in den vergangenen Monaten umfassend analysiert. Im Zentrum der Schlussevaluation standen zwei in der strategischen Ausrichtung identische Varianten, die sich nur in der Standortfrage unterscheiden: ein neuer Spitalstandort in Pratteln («Salina Raurica») oder die Weiterentwicklung und der Ausbau der bestehenden Standorte in Liestal und auf dem Bruderholz.
Während für die geplanten Teil-Neubauten an den Standorten Bruderholz und Liestal Ergebnisse aus Projektwettbewerben zur Verfügung stehen, lieferte eine gemeinsam mit externen Fachplanerteams erarbeitete Machbarkeitsstudie für den Standort in Salina Raurica die notwendigen Grundlagen. Die Annahmen sowie die darauf basierenden Finanzpläne wurden durch ein externes Unternehmen plausibilisiert und validiert sowie als nachvollziehbar beurteilt.
Liestal und Bruderholz mit weniger Risiken
Die Bewertung ergab, dass beide Varianten denselben Beitrag an eine bedarfsgerechte zukunftsorientierte medizinische Versorgung liefern und die zwingenden Anforderungen gleichermassen erfüllen.
Hingegen wird die Wirtschaftlichkeit der Variante «Bruderholz / Liestal» durch die unabhängigen Experten und den Regierungsrat höher eingeschätzt. Der Standort «Salina Raurica» kann die höhere Investitionssumme trotz Annahme einer höheren Profitabilität (dank einem Standort und einem Neubau) nicht kompensieren. Die finanzielle Exposition durch den Kanton Baselland (Eigenkapital und Kreditsicherungsgarantie) liegt bei der Variante Salina Raurica bei rund 1.2 Milliarden Franken. In der Variante «Liestal / Bruderholz» ist der Betrag mit 850 Millionen Franken mit rund 310 Millionen Franken beziehungsweise 36 Prozent klar tiefer.
Noch deutlicher fällt die Bewertung bezüglich Umsetzungskomplexität und Risiken aus. Die geplanten Teilneubauten an den beiden bestehenden Standorten können bis 2032 umgesetzt werden. Bei einem Neubau in Pratteln ist gemäss Machbarkeitsstudie aufgrund der notwendigen Planverfahren realistischerweise mit einer Inbetriebnahme um 2040 zu rechnen. Abklärungen haben ergeben, dass eine Beschleunigung der Verfahren möglich wäre, dies allerdings ein erhöhtes Beschwerdepotential und damit eine hohe Unsicherheit sowie zusätzliche zeitliche und finanzielle Risiken mit sich bringen würde. Die Modellrechnungen haben auch gezeigt, dass das KSBL zur Finanzierung der notwendigen Investitionen auf Unterstützung durch den Kanton angewiesen sein wird. (nfz)
