Kanton will Sulzer Bauland zu Ackerland umzonen

  19.03.2026 Laufenburg

Die Regierung bleibt bezüglich Gebiet Steinliacher hart

Die Wohnzone im Laufenburger Ortsteil Sulz muss entgegen der grossen Hoffnungen der Grundstückeigentümer und trotz Bemühungen des Stadtrates in Landwirtschaftszone umgewandelt werden. Der Kanton begründet es mit den zu grossen Bauzonen, diese dürfen nur den Bedarf der nächsten 15 Jahre abdecken.

Susanne Hörth

Die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland beschäftigt Laufenburg mit dem Ortsteil Sulz bereits seit längerer Zeit – «gut acht Jahre», wie Stadtammann René Leuenberger gegenüber der NFZ erklärt. Ein Ende zeichnete sich im vergangenen Jahr ab, als die Einwohnergemeinde-Versammlung am 18. Juni 2025 über das Planwerk zu befinden hatte. Nach langen und intensiven Diskussionen wurde dieses zwar angenommen, jedoch mit mehreren wesentlichen Änderungsaufträgen versehen. Sie wurden zur Überprüfung und Überarbeitung an den Stadtrat zurückgewiesen.

Für besonders kontroverse Diskussionen sorgte die vorgesehene Auszonung von rund 10 000 Quadratmetern Bauland im Gebiet Steinliacher im Ortsteil Sulz. Der Stadtrat nahm den Auftrag der Gemeindeversammlung an, die geplanten Auszonungen und Siedlungsreserven im Ortsteil Sulz zu überarbeiten und die betroffenen Parzellen einzeln hinsichtlich ihrer baulichen Möglichkeiten zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Stadtrat setzt sich für Bauland-Erhalt ein
In seinen Erwägungen für den Erhalt von Baulandreserven in Sulz führt der Stadtrat unter anderem die Entwicklungen im Sisslerfeld sowie bei der FlexBase in Laufenburg – und damit neue Arbeitsplätze – auf. «Als regionales Zentrum soll Laufenburg einen Beitrag leisten, den Wohnraumbedarf in der Region zu decken», hält der Stadtrat fest. Zudem verweist er auf das im Richtplan vor zehn Jahren prognostizierte Bevölkerungswachstum auf 4200 Personen bis ins Jahr 2040. «Bereits Ende 2024 lag das effektive Wachstum rund 200 Personen über der kantonalen Prognose.» Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre sei die Überkapazität der Bauzonen in Sulz deutlich kleiner als zu Beginn der Planung angenommen. «Wird nun auch der zu erwartende steigende Bedarf an Wohnraum für die Entwicklungen im Sisslerfeld und bei der FlexBase berücksichtigt, relativiert sich die Überkapazität zusätzlich.» Als Kompromisslösung schlägt der Stadtrat eine Teilauszonung des «Steinliachers» vor.

Mehrere Projekte blockiert
Der Kanton lehnt das ab. In seiner Argumentation betont er, dass in Laufenburg weiterhin eine Überkapazität an Wohn- und Mischzonen bestehe – auch wenn das Bevölkerungswachstum der letzten Jahre über den Prognosen liege. Zudem stelle sich bei der beantragten Reduktion der Auszonung im «Steinliacher» die Frage der Gleichbehandlung gegenüber anderen Auszonungen im Ortsteil Sulz. Da der Kanton den Antrag ablehnt, ist er nicht Bestandteil der aktuellen öffentlichen Auf lage, die noch bis zum 7. April dauert.

Gegenstand dieser Auflage sind laut Stadtammann René Leuen berger drei kleinere, vom Kanton bewilligte Anpassungen. Über die Vorlage soll an der diesjährigen Sommer-Gemeindeversammlung abgestimmt werden. Leuenberger hofft auf eine Zustimmung, denn: «Wir blockieren aktuell gleich mehrere grössere und wichtige Projekte für die Stadtentwicklung.» Ohne eine rechtskräftige BNO können unter anderem die Planungen für das Areal Wasenhalde/Chrottenhalde, das Binkert-Areal oder das Schützen-Areal nicht weitergeführt werden.


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