Jetzt ist das Gewerbe gefragt
29.01.2026 RheinfeldenFür die Expo in Rheinfelden öffnet das Anmeldefenster
Raymond Keller verantwortet die Gewerbeausstellung im Frühling 2027. Selbst in Zeiten wie diesen sei eine solche Leistungsschau noch lange keine Alibiübung, ist er überzeugt.
Ronny Wittenwiler
Noch dauert es, das weiss auch Raymond Keller. Doch seine Vorfreude kennt kein Ablaufdatum. Lasse sich etwas zum Erfolg führen, mit Leuten, die mitziehen, sagt Keller – warum solle dann die Vorfreude nicht genauso lange anhalten? «Ich hatte in den letzten Monaten nicht einmal das Gefühl, es sei ein Müssen oder ein Krampf. Ich freue mich gigantisch.»
So klingt der OK-Präsident für die Expo 2027 im Engerfeld. Keller ist zudem Präsident des Gewerbevereins Rheinfelden (GVR), und als solcher lud er am Montag zur Generalversammlung. Notabene fanden sich also jene Unternehmerinnen und Unternehmer ein, die vor gut einem Jahr die Weichen für eine nächste Leistungsschau im unteren Fricktal gestellt hatten. Sie taten es, nachdem der GVR-Vorstand die Frage zuerst einmal neu verhandelt haben wollte: Ist eine klassische Gewerbeschau noch zeitgemäss? Jetzt, ein Jahr nach dem überwältigenden Ja aus den eigenen Reihen, sind dieselben Unternehmerinnen und Unternehmer erneut gefragt: Bereits diese Woche soll das Anmeldefenster für die Expo im Frühling 2027 öffnen.
Was für das Engerfeld spricht
«Das OK steht zu achtzig Prozent», sagte Keller, «und die Expo selbst auch schon zu fünfzehn Prozent.» Was er damit meint, erklärt er gegenüber der NFZ so: «Auf dem Papier ist die Gewerbeausstellung definiert.» Vieles könne der Gewerbeverein dank der letzten Expo 2019 aus einer Schublade ziehen. «Was es jetzt braucht, ist Engagement. Wir müssen Aussteller und Publikum für uns gewinnen. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber sämtliche Pendenzen sind bekannt. Jetzt werden diese abgearbeitet.»
130 teilnehmende Aussteller entsprächen Raymond Kellers Idealvorstellung – das sind ungefähr so viele wie beim letzten Mal, als die Ausstellung über dem Rheinparking organisiert wurde. «Die Nähe zur Altstadt war schön», sagt Keller. Die Örtlichkeit zeigte aber die Limiten auf. Allein der Bau der Zelte mitsamt Verlegen von Böden und Heizungen habe weit über 100 000 Franken gekostet. «Das Engerfeld mit den beiden Dreifachturnhallen und bestehender Infrastruktur ist deshalb der perfekte Standort. Uns stehen über 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung.» Genug Platz also, damit am Wochenende vom 23. bis 25. April 2027 das Gewerbe im unteren Fricktal seine Stärke ausspielen kann. Es brauche diese Nähe zu den Kunden, den Austausch mit ihnen, findet Keller, selbst in digitalen Zeiten wie diesen. «Nein, eine Gewerbeausstellung ist noch lange keine Alibiübung, die bloss an alten Traditionen festhält.»
Konkret wird die Leistungsschau als «Expo 2027 – Gewerbeausstellung unteres Fricktal in Rheinfelden» bezeichnet. Entsprechend sind auch Aussteller willkommen, die nicht dem Gewerbeverein Rheinfelden angehören. «Es existiert keine Pflicht», sagt Keller. «Es wäre aber schön, würden sie einem der Gewerbevereine aus dem unteren Fricktal angehören.»

