Jazzmesse in Rheinfelden

  03.02.2026 Rheinfelden

Die Rheinfelder Reformierten tauchten an einem Abendgottesdienst im Januar mit allen Sinnen in die nachösterliche Emmausgeschichte ein. Ein besonderer Genuss für die Ohren: Jazzige Chormusik unter der Leitung der Kirchenmusikerin Nina Haugen.

«Herr, bleib bei uns, es will Abend werden», sang der Chor beim Einzug in die Kirche. Diese Worte aus der biblischen Emmausgeschichte bildeten das Motto. Sie thematisieren den Umgang mit einem unsichtbaren Gott und mit Zweifel. Auf dem Weg nach Emmaus begegnen die verzweifelten Jünger Jesus, den sie erst beim gemeinsamen Mahl erkennen. In der Predigt fragte Meier: «Ist es nicht mutiger, am Tod zu zweifeln als an der Auferstehung?» Auch der zweifelnde Thomas kam in einer Lesung zu Wort – sein Zweifel öffnet ihm den Weg zu einer sinnlichen Gotteserfahrung. Zweifel, so Meier, sei ein urchristlicher Akt und schaffe einen «unerschöpf lichen Möglichkeitsraum». Die grössten Zweifel würden so zum Glaubensbekenntnis. Sein persönliches formulierte er so: Er zweifle daran, dass die Welt gottlos sei, dass niemand über uns wache und dass Jesu Leiden sowie das Leid vieler Menschen sinnlos gewesen seien.

Nidaros Jazz Messe
Diese fröhliche Perspektive auf den Zweifel stimmt hoffnungsvoll, und der Projektchor sang beschwingt und mit viel Gefühl die Sätze der Nidaros Jazz Messe des zeitgenössischen Komponisten Bob Chilcott: Kyrie, Gloria, Benedictus, Sanctus und Agnus Dei. Nina Haugen hatte für die musikalische Gestaltung den Kontrabassisten Jean-Jacques Futterer und den Schlagzeuger Christian Brugger beigezogen und diverse Lieder eigenhändig arrangiert. Beim Abendmahl sang dann die ganze Gemeinde im Kanon mit: «Dona nobis pacem», «gib uns Frieden». (mgt)


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote