Ins Ausland gehen, um die Schweiz zu sehen
08.07.2026 FricktalEr ist nicht der Grösste, aber wer ihn besteigen will, kommt doch ins Schwitzen. Vom Eigenturm aus bietet sich ein weiter Ausblick ins Hochrhein-Tal – an schönen Tagen sieht man auch die Schweizer Alpen.
Valentin Zumsteg
Heute geht es auf den Eigenturm. Die meisten Fricktalerinnen und Fricktaler haben wahrscheinlich noch nie davon gehört, dabei liegt er nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt. Höchste Zeit also, den Turm zu erkunden, der in diesem Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum feiern kann.
Den Vereinen zu verdanken
Der Name des Aussichtsturms leitet sich von seinem Standort ab: Er steht auf der 523 Meter hohen Anhöhe «Eigen» an der Gemarkungsgrenze zwischen Degerfelden und Herten, beides Ortsteile von Badisch Rheinfelden (D). Vereine aus den beiden Dörfern haben den Turm 2006 in offener Holzfachwerk-Bauweise erstellt, 2025 gab es eine sanfte Sanierung. Ein Riese ist der Turm nicht, eher ein Türmchen. Mit seinen knapp 10 Metern ragt er nicht in den Himmel.
Doch wer den kleinen Turm besteigen will, muss seine Muskeln anstrengen. Wir starten unseren Ausflug in Rheinfelden/Schweiz, radeln mit den Velos über die alte Rheinbrücke nach Badisch Rheinfelden. Dort fahren wir am Friedhof und dem Europa-Stadion vorbei und pedalen auf Radwegen nach Degerfelden. Hier gilt es, die Augen offen zu halten, denn der Weg zum Eigenturm ist im Dorf nur bescheiden ausgeschildert. Wir passieren also die Birlin-Mühle und kurz danach geht es links das Strässchen «am Berg» hinauf Richtung Wald.
Stotzig und schweisstreibend
Beim Beginn des Wanderweges lassen wir die Velos stehen und machen uns zu Fuss auf die Suche nach dem Eigenturm. Der Beginn ist stotzig und schweisstreibend, doch der schöne Wald und das verschlungene Weglein entschädigen für die Mühen. Nach ein paar Minuten kommen wir auf einen etwas breiteren flachen Waldweg, dem folgen wir linkerhand, bis es wieder auf einem Wanderweg aufwärts geht. Langsam, aber stetig geht es bergwärts. Nach rund 40 Minuten – vielleicht auch etwas schneller – taucht der Turm zwischen den Bäumen auf. Hurra, wir sind da.
Also nichts wie die Treppen hinauf bis unters Dach, dort bietet sich ein Panorama-Ausblick über die Rheinebene, die Fricktaler Landschaft und Teile des Baselbiets. An schönen Tagen sieht man bis in die Schweizer Alpen. Neben dem Turm steht eine grosse Linde, deren Blüten bei unserem Besuch intensiv duften. Hier lässt es sich verweilen. Den Rückweg legen wir später auf dem gleichen Pfad zurück – diesmal ohne Schweiss zu vergiessen, denn es geht fast nur abwärts.
Der Turm ist jederzeit frei und kostenlos zugänglich. Eine kleine Grillstelle steht zur Verfügung.




