Es gab wenig Kontroverses zu verhandeln in Magden und alle wollten rechtzeitig vor dem Match Schweiz – Kanada am Mittwochabend zu Hause sein. Und so war es die kürzeste Gemeindeversammlung seit langem.
Edi Strub
Nach knapp zwei Stunden um 20.40 Uhr setzte Gemeindepräsidentin ...
Es gab wenig Kontroverses zu verhandeln in Magden und alle wollten rechtzeitig vor dem Match Schweiz – Kanada am Mittwochabend zu Hause sein. Und so war es die kürzeste Gemeindeversammlung seit langem.
Edi Strub
Nach knapp zwei Stunden um 20.40 Uhr setzte Gemeindepräsidentin Carole Binder-Meury den Schlusspunkt für die Magdener Gemeindeversammlung und wünschte den Fussballbegeisterten viel Vergnügen für den Rest des Abends. Alle Vorlagen des Gemeinderates waren ohne viele Diskussionen praktisch einstimmig gutgeheissen worden, Die gewichtigste unter ihnen: die Erneuerung und Sanierung des unteren Teils der Olsbergerstrasse mit einem neuen Belag, mit Trottoirs, zwei behindertengerechten Busstationen und neuen Wasser- und Abwasserleitungen. Kostenpunkt 2,465 Millionen Franken, davon 835 000 Franken zulasten der Gemeinde, den Rest auf Rechnung des Kantons. Magden habe zwar nach der Fertigstellung des neuen Feuerwehrmagazins und des Werkhofs noch immer etwas Liquidität in der Gemeindekasse, sagte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Patrick Heilmann. Man sei netto noch nicht verschuldet wie viele andere Gemeinden, aber grosse Sprünge lägen künftig nicht mehr drin. Magden müsse sparen und sehr bedacht mit seinen knapper werdenden Mitteln umgehen. Denn in den letzten Jahren habe man immer mehr ausgegeben als eingenommen und die Reserven seien daher nicht mehr gross. Die Bevölkerung wachse praktisch nicht mehr und der Durchschnitt der Einwohner werde älter und komme ins Pensionsalter oder sei es bereits. Magden habe auch keine Betriebe, die viel Steuern zahlten, die meisten Einnahmen bringen die Einkommens- und Vermögenssteuern der Einwohner. Das setze für die Zukunft enge Grenzen, wie viel man investieren könne.
Umgekehrt ist die Magdener Infrastruktur modern und in gutem Zustand. Dringenden Bedarf gibt es also eher nicht. Kosten kämen eher in Form von steigenden Sozialleistungen auf die Gemeinde zu. Zum Beispiel für Bürger, die ins Altersund Pflegeheim kommen und wegen der hohen Kosten für solche Leistungen unterstützt werden müssen. Die Budgetierung für solche Dinge in einer doch eher kleinen Gemeinde (knapp viertausend Einwohner) sei aber schwierig, da man zum Voraus nicht wisse, wie viele solche Leistungen in Anspruch nehmen müssen.
Zu reden gab – wie immer an den Gemeindeversammlungen in Magden – die Frage der Baubewilligungen. Magden macht das wieder in eigener Regie, weil sich die Vergabe des Baubewilligungswesens an Aussenstehende nicht bewährt habe. Eine eigene Bauverwaltung schaffe kürzere Wege und Anlaufstellen direkt in der Gemeinde, sagte Gemeindepräsidentin Binder-Meury. Dennoch sind einige in Magden noch immer unzufrieden, sie wünschen sich eine viel liberalere Praxis, wo «gesunder Menschenverstand» statt Paragraphenreiterei zum Zuge komme. Laut Gemeinderat Oliver Schmid setzen die einschlägigen kantonalen Bestimmungen aber in vielen Fällen einen engen Rahmen und könnten nicht einfach missachtet werden. Die Gemeinde habe auch dafür zu sorgen, dass für alle dieselben Regeln gälten.