«Ich möchte Berührungsängste abbauen»
30.09.2026 PersönlichAndrea Imgraben organisiert am 24. Oktober in Wallbach einen Brustgesundheitstag
Während ihrer Zeit als Breast-Care-Nurse am Universitätsspital in Basel begleitete Andrea Imgraben viele Menschen während ihrer Krebserkrankung. Anlässlich des Brustkrebs-Monats Oktober organisiert sie ...
Andrea Imgraben organisiert am 24. Oktober in Wallbach einen Brustgesundheitstag
Während ihrer Zeit als Breast-Care-Nurse am Universitätsspital in Basel begleitete Andrea Imgraben viele Menschen während ihrer Krebserkrankung. Anlässlich des Brustkrebs-Monats Oktober organisiert sie ehrenamtlich einen Präventionstag in Wallbach.
Janine Tschopp
Andrea Imgraben erzählt von einer Patientin, die einen Tumor in der Brust hatte, diesen aber nicht operieren und auch nicht therapieren lassen wollte. Einige Zeit später ist sie verstorben. «Die Frau war noch jung, verheiratet und hatte zwei Söhne. Wir mussten ihre Entscheidung akzeptieren, obwohl wir dabei fast verzweifelt sind.»
Die diplomierte Pf legefachfrau war eine der ersten, die sich zur Breast-Care-Nurse ausbilden liess. Damals baute sie das Brustzentrum im Unispital Basel mit auf, wo sie während zirka 15 Jahren tätig war. Immer wieder musste sie Personen loslassen, die den Kampf gegen den Krebs verloren hatten. «Es gab aber auch Erfolgsgeschichten.»
Von der Erstdiagnose bis zur Nachsorge
«Nach der Operation hat sie mir ein Herzkissen ins Zimmer gebracht», erzählt eine ehemalige Patientin, die mittlerweile von Brustkrebs geheilt ist. Von der Erstdiagnose bis zur Nachsorge war Andrea Imgraben eine wichtige Vertrauensperson für die Patientinnen und ihre Angehörigen. «Wir konnten die Frauen auf einer nochmals anderen Ebene begleiten als die Ärzte.» Sicher mit einem grossen Fachwissen und einem riesigen Erfahrungsschatz, aber auch auf einer emotionalen und empathischen Ebene. «Zusammen mit Betroffenen habe ich Bilder von Brüsten gemalt», erzählt Andrea Imgraben, die ihren Beruf bis zu ihrer Frühpensionierung vor drei Jahren mit Herzblut und Leidenschaft ausgeübt hat.
In Wallbach angekommen
Geboren ist Andrea Imgraben in Oberfranken, aufgewachsen in Weil am Rhein und in Lörrach. Seit 2011 wohnt sie der Liebe wegen in Wallbach, wo sie sich zusammen mit ihrem Mann sehr wohl fühlt. Der Rhein, der Wald, die Natur, die Nähe zu Basel, Zürich und Säckingen sind Gründe, warum es ihr in ihrer Wahlheimat gut gefällt. «Weil ich mich hier so daheim fühle, möchte ich Wallbach etwas zurückgeben.» So organisiert sie in ihrer Gemeinde ehrenamtlich – zusammen mit Susanne Urben aus Wallbach und der Kommission «Gesellschaft und Kultur» GuK – einen Brustgesundheitstag im Gemeindesaal in Wallbach. «Jahrelang habe ich Frauen und Männer, welche an der Brust erkrankt sind, begleitet. Aus meiner lang jährigen beruf lichen Tätigkeit weiss ich, wie wertvoll Wissen, Aufmerksamkeit und Früherkennung sein können.»
Brustkrebsmonat Oktober
1985 wurde «Pinktober» von der American Cancer Society ins Leben gerufen. Der Oktober wurde zum internationalen Aktionsmonat, der weltweit der Auf klärung, Früherkennung und Erforschung von Brustkrebs gewidmet ist. So entschloss sich Andrea Imgraben, am 24. Oktober den Brustgesundheitstag in Wallbach zu organisieren. An jenem Tag werden Maik Hauschild, Chefarzt des Integrativen Brustzentrums in Rheinfelden, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Krebsliga, aus dem Bereich Yoga, einer Selbsthilfegruppe sowie eine Betroffene ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen. Das Thema Brustuntersuchung wird zudem durch eine Breast Care Nurse vermittelt, wobei Besucherinnen erfahren, worauf bei einer Selbstuntersuchung der Brust geachtet werden soll. An verschiedenen Tischen gibt es zusätzlich Informationen zu unterstützenden Angeboten wie Massage, Hot Stone, Kosmetik und vielem mehr. Selbst genähte kleine Herzkissen dürfen als Symbol für Vorsorge und Selbstfürsorge kostenlos mitgenommen werden. Bewegung wird am Brustgesundheitstag auch nicht zu kurz kommen. So ist ein Spendenlauf quer durch Wallbach organisiert, dessen Erlös vollumfänglich an die Krebsliga Aargau übermittelt wird.
1000 Brüste, 1000 Geschichten: ein Herzensprojekt
Malen und Gestalten, insbesondere auch Aktmalen, sind grosse Leidenschaften von Andrea Imgraben. Mit «1000 Brüste, 1000 Geschichten» lancierte sie ein Herzensprojekt, das zeigen soll, wie persönlich und vielfältig die Geschichten rund um die Brustgesundheit sein können. «Ich suche noch Frauen und Männer, die bereit sind, Teil des Projekts zu werden und ihre Gedanken oder Erfahrungen in Form eines Bildes zu teilen. Jede Geschichte zählt. Unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebensweg. Ob Erfahrungen mit Brustkrebs, Schwangerschaft und Stillzeit, Selbstakzeptanz oder einfach die Beziehung zum eigenen Körper. Jede Perspektive ist wertvoll», betont Andrea Imgraben. Aus allen 1000 Brustbildern wird sie ein grosses Bild gestalten. «Als Zeichen für Mut, Offenheit, Achtsamkeit und Solidarität.»
Aktive Freizeitgestaltung
Andrea Imgraben gestaltet ihre Freizeit gerne aktiv. Sie liebt es, mit ihrem Mann und ihrem Hund mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, Städtereisen mit Freundinnen zu unternehmen, Vespa zu fahren, italienisch zu lernen («am liebsten auf der Insel Elba») oder mit ihren Freundinnen ein «perfektes Dinner» zu kreieren. Auch liebt sie Kunst und Museumsbesuche. Zudem näht sie leidenschaftlich gerne, kümmert sich um Haus und Garten und ist gerne zusammen mit ihrem Hund in der Natur.
In den nächsten Wochen wird Andrea Imgraben aber intensiv mit der Vorbereitung des Brustgesundheitstags in Wallbach beschäftigt sein. Sie freut sich, dass sie bei diesem Non-Profit-Projekt von vielen Seiten, insbesondere auch vom Wallbacher Gewerbe, finanziell und ideell unterstützt wird. Ihr persönliches Ziel für diesen Tag formuliert sie so: «Mit dem Brustgesundheitstag möchte ich mit meinen Mitorganisatorinnen einen niederschwelligen Zugang zu wichtigen Informationen schaffen und Berührungsängste abbauen. Ich möchte Männer und Frauen ermutigen, auf ihren eigenen Körper zu achten, Fragen zu stellen und das Thema Brustgesundheit offen und ohne Tabus anzusprechen.»
Weitere Informationen zum Brustgesundheitstag vom 24. Oktober unter www.brustgesundheit-klartext.ch

