«Ich mag Kakao lieber als Blut»
11.05.2026 PersönlichLukas Böni zu Gast in Rheinfelden
Am Dienstag, 12. Mai, kommt Lukas Böni zum Gespräch mit Ueli Mäder nach Rheinfelden. Er berichtet im Hotel Schützen (19.30 bis 21 Uhr), wie und warum er pflanzliche Nahrung als Fleischersatz fördert. Böni ist ...
Lukas Böni zu Gast in Rheinfelden
Am Dienstag, 12. Mai, kommt Lukas Böni zum Gespräch mit Ueli Mäder nach Rheinfelden. Er berichtet im Hotel Schützen (19.30 bis 21 Uhr), wie und warum er pflanzliche Nahrung als Fleischersatz fördert. Böni ist Mitbegründer von Planted.
In Rheinfelden aufgewachsen, studierte Lukas Böni Lebensmittelwissenschaft an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH); nicht Medizin, wie sein Vater. Lukas entdeckte schon bei seiner Maturarbeit bei Chocolatier Ruedi Berner, dass er «Kakao einfach viel lieber mag als Blut». Als Bub half er auch gerne mit, wenn seine Mutter kochte.
Über 100 Millionen Franken
Unser Nahrungssystem stösst an ökologische Grenzen, trotzdem steigt der weltweite Fleischkonsum, stellt Böni heute fest. 2019 gründete er das Start-up Planted mit, das, geschmacklich überzeugend, «Fleisch aus Pflanzen strukturiert». So lasse sich etwa das Mehl von Erbsen oder Soja nehmen und weiter bearbeiten, «damit faserige, saftige Texturen entstehen, die an tierisches Fleisch erinnern». Durch Fermentation erhöhe das Unternehmen auch die Nährwerte, «ganz ohne künstliche Zusatzstoffe».
Planted produziert in der Schweiz und in Deutschland. Das Startkapital lag bei über 100 Millionen Franken. Das Unternehmen beschäftigt gut über 200 Personen. Das Produkt entspricht laut Böni «einem echten Bedarf». Immer mehr Menschen möchten bewusster essen. Wachstum verlange allerdings, nachhaltig zu produzieren und in Forschung und Entwicklung zu investieren. Der Markt für alternative Proteine stehe erst am Anfang.
Kein Hilfswerk
Pflanzliche Proteine schonen wichtige Ressourcen deutlich mehr als tierisches Fleisch, so Böni. Sie benötigten weniger Land, Wasser und Dung. So entlaste der Fleischersatz die globalen Agrarsysteme. Er mindere auch den Welthunger, der leider weitreichend ein Verteilungsproblem sei. Würden weniger Pflanzen in Tierfutter verwandelt, liessen sich 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernähren. Planted ist jedoch kein Hilfswerk. Das wirtschaftliche Unternehmen will «nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch nachhaltig sein, sonst können wir unsere Mission nicht langfristig verfolgen», betont Böni. Kommerzieller Erfolg und positive Wirkung auf Mensch und Umwelt seien eine essentielle Verbindung. «Nur wenn unsere Produkte am Markt bestehen, können wir wirklich etwas verändern», erklärt er. Doch Planted orientiere seine strategischen Entscheide stets am Ziel: «pflanzliche Proteine so gut zu machen, dass sie eine echte Alternative werden – geschmacklich, ökologisch und wirtschaftlich.» Wachstum sei jedenfalls «kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um Skalierung, Innovation und Impact zu ermöglichen».
Zielkonflikt
So stehe denn Planted, wie jedes florierende Unternehmen, vor Zielkonflikten. Dabei gelte es, «transparent zu bleiben und unsere Werte nicht aus den Augen zu verlieren». Diese Mission sei der Grund, warum Planted existiere und sich unentwegt an diesem Kompass orientiere.
Das Gespräch mit Lukas Böni ist Teil des Festivals der Kulturen. Das Festival steht für Vielfalt, Offenheit und Begegnung. «Und genau das verbindet uns», stellt Böni fest. Essen sei in allen Kulturen ein zentraler Bestandteil von Identität und Gemeinschaft. Und mit den pflanzlichen Produkten möchte Planted eine Brücke schlagen: zwischen Tradition und Innovation, zwischen unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten und zwischen Menschen mit verschiedenen Hintergründen.
Die Produkte von Planted seien vielseitig einsetzbar und passten in ganz unterschiedliche Küchen und Geschmackswelten. In diesem Sinne teile das Unternehmen mit dem Festival die Idee, Menschen über gutes Essen zusammenzubringen, unabhängig von Herkunft oder Lebensstil. Lukas Böni hat zudem selbst viele Jahre am Festival der Kulturen mitgeholfen, das sein früherer Mentor Ruedi Berner koordiniert. (mgt)
Dienstag, 12. Mai, 19.30 bis 21 Uhr: Gespräch über pflanzliche Nahrung im Hotel Schützen (Bahnhofstrasse 19, Rheinfelden). Gast ist: Lukas Böni. Musik: Peter Schmid. Moderation: Ueli Mäder. Tickets über: www.schuetzenhotels.ch/de/entdecken

