«Ich habe verschiedene Hüte auf»
23.09.2026 PersönlichEr war 18 Jahre im Vorstand des TV Stein, gehört zum OK-Team für das Aargauer Kantonalturnfest 2028, ist Präsident der Vereinigten Vereine Eiken und im OK-Team des Vier-Dörfer-Treffens in Eiken. Im Gespräch erzählt Daniel Saridis, welche Motivation hinter so viel ehrenamtlichem Engagement ...
Er war 18 Jahre im Vorstand des TV Stein, gehört zum OK-Team für das Aargauer Kantonalturnfest 2028, ist Präsident der Vereinigten Vereine Eiken und im OK-Team des Vier-Dörfer-Treffens in Eiken. Im Gespräch erzählt Daniel Saridis, welche Motivation hinter so viel ehrenamtlichem Engagement steckt.
Petra Schumacher
«Meine Eltern haben mir das ehrenamtliche Engagement vorgelebt», erklärt Daniel «Griech» Saridis, Jahrgang 1982. «Mein Vater war Gründungsmitglied und ist inzwischen Ehrenmitglied beim FC Eiken und meine Mutter war lange im Vorstand der Damenriege in Stein aktiv, wo auch sie Ehrenmitglied ist. Jeweils im Sommer haben die Eltern im Steiner Jugi-Lager gekocht und ich durfte dabei sein. Daher bin ich im und mit dem Vereinsleben ganz selbstverständlich gross geworden.»
Daniel Saridis ist in Eiken aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier die Lehre als Elektriker absolviert. Nach der Militärzeit wechselte er 2006 an die Polizeischule und ist aktuell im Personaldienst der Polizei tätig. «Als Kind habe ich, wie all meine Kollegen, ‹tschuutet› und bin so zum FC Eiken gekommen. In meiner Jugend gab es zudem die Jugendgruppe im Dorf, bei der ich erst Mitglied und mit 18 Jahren Präsident wurde. Das hat sich einfach so entwickelt», meint Daniel Saridis. «Als Präsident der Jugendgruppe wurde ich von den Vereinigten Vereinen zu deren Sitzungen eingeladen und kam so zu diesem Kontakt.»
Das gibt es nur in Eiken
Der 1975 gegründete Verein der Vereinigten Vereine Eiken (VVE) koordiniert und fördert die Zusammenarbeit der Ortsvereine. 2023 wurde Daniel Saridis zum Präsidenten gewählt. «Ich finde den Blick über den Tellerrand auch in der Vereinsarbeit wichtig», so Saridis. «Ob es um Terminabstimmungen oder Organisationsfragen geht, es ist doch sinnvoll, wenn sich die Vereine untereinander austauschen und vielleicht sogar gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Wir vom VVE fördern die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und treten bei gemeinsamen Interessen als ein Verein nach aussen auf. Ich meine, so einen übergeordneten Dorfverein gibt es sonst nirgends im Fricktal.»
Engagement in Stein
Vor seiner Wahl zum VVE-Präsidenten war Daniel Saridis andernorts ehrenamtlich engagiert. «Ich hatte schon immer mehrere Hüte auf. Und nicht nur das, ich war auch immer in zwei Dörfern aktiv.» So wechselte er vom FC Eiken zum TV Stein, wo er in der zweiten Liga Handball spielte. «Es war nicht immer einfach, zwischen den Dörfern zu wechseln. Bei Wettkämpfen musste ich doch öfter gegen die Kollegen aus dem eigenen Dorf antreten und habe dann zu hören bekommen, dass ich das falsche ‹Liibli› anhätte.» 2008 wurde «de Griech» in den Vorstand des TV Stein gewählt, wo er zuletzt als Sportchef den gesamten sportlichen Bereich verantwortete. Im Mai dieses Jahres wurde Saridis nach 18 Jahren Vorstandstätigkeit verabschiedet. «Nach den vielen Jahren macht es durchaus Sinn, den Platz für neue Ideen frei zu machen. Meine Erfahrungen kann ich anderweitig gut nutzen, denn ich gehöre zum OK für das Aargauer Kantonalturnfest 2028.»
Ehrenamtlich in Eiken aktiv
Ein weiterer Hut, den Daniel Saridis trägt, ist die OK-Tätigkeit für das Vier-Dörfer-Treffen von Eiken. Dabei handelt es sich um eine Freundschaftspartnerschaft zwischen vier Ortschaften, deren Name oder Wortstamm die Eiche beinhaltet. Neben Eiken zählen Eicken-Bruche aus Deutschland, Eke aus Belgien und Eecke aus Frankreich zu den Partnerdörfern. «2030 werden wir das Treffen wieder in Eiken organisieren dürfen. Die ersten Gespräche mit den Vereinen hier haben schon stattgefunden. Aktuell erarbeiten wir unser Ideenpapier», berichtet Daniel Saridis.
Vereinsarbeit ohne Wenn und Aber
Bei solch einem Engagement stellt sich die berechtigte Frage nach der Motivation. Daniel Saridis beantwortet die Frage mit einem Lächeln: «Ich bewege gern etwas und die Dorfgemeinschaft liegt mir am Herzen. Für Dorfaktivitäten braucht es aber keine ‹One-Man-Show›, das gelingt nur zusammen und ich war schon immer ein Teamplayer. Von daher fühle ich mich mit meinen freiwilligen Verpf lichtungen sehr wohl.» In früheren Jahren gehörte die Vereinstätigkeit zum Dorfleben dazu, heute beklagen viele Vereine fehlende Mitglieder. «Früher ging man in den Verein, um etwas zu erleben, und trank eins zusammen, um Neuigkeiten aus dem Dorf zu erfahren. Das ist heute natürlich anders. Gleich geblieben ist jedoch, dass sich Gemeinschaft nur aus gemeinsamem Handeln entwickelt. Die so entstehende Verbundenheit ist für mich ein entscheidender Faktor für Lebensqualität. Ich wünsche mir, dass die Leute weniger bequem sind, nicht gleich Nein sagen, wenn sie zur Mitarbeit angefragt werden, und ohne viele Wenn und Aber einfach mal die Vereinsarbeit ausprobieren.»
Private Zeitfenster sind wichtig
Ohne Wenn und Aber engagiert sich Daniel Saridis weiterhin im Ehrenamt. «Allein die freie Zeit besser einteilen, das habe ich inzwischen schätzen gelernt. Es braucht unbedingt feste Zeitfenster, in denen ich Zeit für meine Familie und mich habe, um auch diesen Teil des Lebens geniessen zu können», schätzt Daniel Saridis ein. «Zum Glück ist meine Frau ebenfalls ehrenamtlich engagiert und hat Verständnis für meine ‹vielen Hüte›. Inzwischen haben wir die Tradition meiner Eltern übernommen und kochen im Sommer im Jugi-Lager von Stein zusammen.» Daniel Saridis korrigiert sich: «Also, meine Frau kocht. Ich organisiere das notwendige Drumherum.»

