«Ich habe noch viele Visionen»
24.01.2026 PersönlichRegula Weber hat zahlreiche Veränderungen bei der Spitex miterlebt und mitgeprägt
Seit 20 Jahren setzt sich Regula Weber dafür ein, Menschen zuhause in den unterschiedlichsten Lebenssituationen Pflege und Unterstützung zu bieten. «Nicht ich allein, sondern ...
Regula Weber hat zahlreiche Veränderungen bei der Spitex miterlebt und mitgeprägt
Seit 20 Jahren setzt sich Regula Weber dafür ein, Menschen zuhause in den unterschiedlichsten Lebenssituationen Pflege und Unterstützung zu bieten. «Nicht ich allein, sondern gemeinsam mit dem besten Team, das es gibt», sagt die Geschäftsführerin der Spitex Regio Laufenburg.
Susanne Hörth
An ihren Einstieg bei der Spitex kann sich Regula Weber noch gut erinnern. «Ich habe mich spontan beworben», erzählt sie über ihren Start bei der damaligen Spitex Mettau-Laufenburg im Jahr 2006. Auf die spontane Bewerbung folgte eine ebenso spontane Zusage. Die damalige Zentrumsleiterin habe es sehr unterstützt, dass Mütter mit Familien berufstätig bleiben konnten. Noch heute wird die Möglichkeit des individuellen Arbeitens angeboten. «Ich habe neben meiner Familie immer in einem kleinen Pensum gearbeitet», sagt die ausgebildete Pflegefachfrau. Dieses Pensum wuchs kontinuierlich, und mit ihm übernahm sie zusätzliche Aufgaben. «Ja, ich bin mit der Organisation gewachsen», sagt sie lächelnd.
Für Menschen da zu sein, die zuhause auf pflegerische Unterstützung angewiesen sind, war für Regula Weber schon immer eine Herzensangelegenheit. Als Geschäftsführerin ist sie nicht mehr direkt bei den Klientinnen und Klienten im Einsatz. Ihre vielen organisatorischen, administrativen und strategischen Aufgaben innerhalb der Spitex – sowie die Vernetzung darüber hinaus – lassen dafür schlicht keinen Raum mehr. Was hat sie dazu bewogen, die Leitung einer Spitex zu übernehmen? «Es war ein Prozess. Ich war Pflegefachfrau durch und durch. Meine Neugierde, mein Blick für Veränderungen und Weiterentwicklung der Organisation, haben mich Schritt für Schritt dorthin geführt.»
Das Gespräch mit der NFZ findet in ihrem hellen Büro im Spital Laufenburg statt. Durch das Fenster sieht sie direkt auf den Turm der katholischen Kirche. Die Uhr auf der dem Spital zugewandten Seite ist nach einem Sturmereignis noch immer ohne Zeiger. «Unglaublich, wie oft ich dort nach der Uhrzeit schauen möchte», sagt sie schmunzelnd. Zeit ist im Spitex-Alltag ein kostbares Gut – und dennoch nimmt sie sich bewusst Momente für die Menschen um sie herum.
Entwicklung mitgestaltet
Als Regula Weber bei der Spitex Mettau-Laufenburg begann, wurden dort noch keine Lernenden ausgebildet. «In der Bildung erkannte ich schon früh ein grosses Potenzial für unsere Spitex.» Sie baute die Berufsbildung auf. Menschen unterschiedlichen Alters eine Ausbildung zu ermöglichen und gleichzeitig die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden zu fördern, ist ihr bis heute ein zentrales Anliegen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt dies zusätzlich an Bedeutung.
Schon längst hat die Digitalisierung auch in der ambulanten Pflege Einzug gehalten. Neben dem zunehmenden Bedarf an Leistungen haben die administrativen Aufgaben stark zugenommen. Eine wichtige Aufgabe bleibt dabei die stete Prozessoptimierung.
Neue Rechtsform, neuer Standort
Spitalexterne Hilfe ist kein modernes Phänomen. Schon früher engagierten sich in den Gemeinden Krankenpflegevereine, aus denen später vielerorts Spitex-Vereine entstanden. Durch Zusammenschlüsse über Gemeindegrenzen hinweg bildeten sich grössere Organisationen. Regula Weber erinnert sich gut an den Zusammenschluss mit Sulz. Heute gehören zur Spitex Regio Laufenburg die Gemeinden Mettauertal (mit den Ortsteilen Mettau, Etzgen, Wil, Hottw il und Oberhofen), Laufenburg und Gansingen. In diesem Einzugsgebiet mit über 7000 Einwohnerinnen und Einwohnern stellt das gut eingespielte Spitex-Team die ambulante Pflege, Haushalthilfe sowie spezialisierte Leistungen in Psychiatrie, Wundmanagement und Palliative Care sicher.
Der Stellenwert der Spitex sei gegenüber früher deutlich gestiegen, sagt Regula Weber. «Wir sind sichtbarer geworden, es wird mehr über uns gesprochen.» Unverändert geblieben sei jedoch die hohe Professionalität ihres Teams.
Ein wichtiger Schritt war 2022 die Umwandlung der Spitex vom Verein in eine Interkommunale Anstalt (IKA). Dieser Prozess war intensiv – und Regula Weber war stark involviert. Ebenso beim nächsten Meilenstein: dem Umzug. «Schon 2018 wussten wir, dass unsere Räumlichkeiten in Mettau zu eng geworden waren. Zwar wurde die Suche nach etwas Neuem durch die Pandemie ausgebremst, doch fündig wurde man im Gesundheitszentrum Laufenburg. Die ehemaligen Räume der Notaufnahme wurden Spitex-gerecht umgebaut und im Frühling 2024 bezogen. Ein richtungsweisender Entscheid ist Regula Weber überzeugt. Die kurzen Wege, die Nähe zum Spitalteam und die verbesserte Kommunikation, die es zwischen stationärer und ambulanter Pf lege braucht, hätten die Wahrnehmung der Spitex deutlich gestärkt.
Gutes Team, starker Rückhalt
33 Mitarbeitende, verteilt auf 15 Vollzeitstellen, eine gute Stimmung und hohe Arbeitsqualität – darauf ist Regula Weber besonders stolz. «Alle, welche bei unserer Spitex arbeiten, brauchen ein hohes Qualitätsbewusstsein und übernehmen Zusatzaufgaben. Diese Beteiligungskultur wurde auch äusserst positiv im Qualitätsaudit 2025 erwähnt.» Ebenso freut sie sich über den Rückhalt in den Gemeinden und die gute Zusammenarbeit mit den regionalen Spitex-Organisationen.
Die Herausforderungen bleiben gross
Die Fälle werden komplexer, die Pf legeheimplätze immer knapper, die Erwartungshaltung der Bevölkerung steigt und die politischen Vorgaben stellen das Gesundheitswesen vor neue Herausforderungen. Regula Weber stellt sich diesen Aufgaben mit Freude. «Ich mache meine Arbeit extrem gerne und habe noch viele Visionen. Ich freue mich darauf, neue Wege gehen zu dürfen.»

