«Ich bin in den letzten Monaten selbstbewusster geworden»
15.04.2026 PersönlichWie Leana Sterthaus und Paulina Köhler ihr Austauschjahr erleben
Im Rahmen des internationalen Jugendaustausches, organisiert durch den Rotary Club, leben Paulina Köhler (17) aus Bözen und Leana Sterthaus aus Oeschgen (17) derzeit bei Gastfamilien in Kalifornien, respektive ...
Wie Leana Sterthaus und Paulina Köhler ihr Austauschjahr erleben
Im Rahmen des internationalen Jugendaustausches, organisiert durch den Rotary Club, leben Paulina Köhler (17) aus Bözen und Leana Sterthaus aus Oeschgen (17) derzeit bei Gastfamilien in Kalifornien, respektive Argentinien. Die NFZ hat sich mit ihnen ausgetauscht.
Janine Tschopp
Letzten Sommer, kurz vor dem Eintauchen in neue Welten und Kulturen, durfte die NFZ die Schülerinnen Paulina Köhler aus Bözen und Leana Sterthaus aus Oeschgen treffen. Im August 2025 hat dann für die beiden ein ganz neuer Abschnitt angefangen, und sie sind in ihr Austauschjahr nach Kalifornien (Paulina), respektive Argentinien (Leana) gereist.
Nun, acht Monate nach dem Verlassen des Fricktals, konnte sich die NFZ mit ihnen austauschen. Wie erleben sie ihre momentane Heimat? «In Santa Fe gefällt es mir sehr gut. Nur ist es manchmal ein bisschen warm. Es ist jetzt Mitte Herbst und hat noch immer 30 Grad. Die Menschen sind nett und kommen auf einen zu», schreibt Leana aus Argentinien. Ihre Gastfamilien (im Rahmen eines einjährigen Rotary-Austausches leben die Schülerinnen und Schüler üblicherweise bei zwei oder drei Gastfamilien, Anmerkung der Redaktion) seien sehr herzlich. «Auch in der Schule hatte ich keine Probleme, Freunde zu finden, weil alle sehr herzlich sind und auf einen zukommen», berichtet Leana weiter.
Paulina fühlt sich in Nordkalifornien ebenfalls wohl. «Ich lebe in der Bay Area, in Pleasanton, zirka 45 Minuten südöstlich von San Francisco. Am kältesten Tag im Winter hatte es 8 Grad. Nun ist März und wir haben teilweise schon 30 Grad.»
Hobbys pflegen in der Ferne
In den ersten Wochen ihres Austauschjahres sei sie eher alleine gewesen, berichtet Paulina. «Die Leute hier sind aber schnell aufgetaut und haben mich in ihre Freundesgruppen aufgenommen. In einem Sportteam dabei zu sein hilft, Freundschaften zu schliessen.» Paulina, die im Fricktal Tennis spielt, konnte ihr Hobby letzten Herbst auch in Nordkalifornien pflegen. Mit Lacrosse hat sie nun eine neue Sportart angefangen. «Es hat mir von Anfang an Spass gemacht, obschon es etwas Zeit brauchte, die Basics zu lernen. Diese sind wichtig und bestehen aus Fangen, Werfen und Rennen mit dem Ball.»
Leana, die in der Schweiz Hip-Hop tanzt, tanzt auch in Argentinien. «Aber nicht den gleichen Stil. Hier tanze ich Urbano. Das ist ein Tanzstil, der verschiedene Richtungen, wie zum Beispiel House, Reggaeton oder auch Hip-Hop beinhaltet.»
Offener geworden
«Ich bin in den letzten Monaten definitiv offener und selbstbewusster geworden», meint Paulina und ergänzt: «Als Austauschschülerin hast du keine andere Wahl, als auf die Leute zuzugehen und versuchen, Freundschaften zu schliessen.» Leana meint: «Ich musste schon einige Male aus meiner Komfortzone raus, habe neue Sachen probiert und denke, dass ich dadurch offener geworden bin. Auch habe ich viele neue Menschen kennengelernt, was ich mir früher so nicht vorstellen konnte.»
Hatten die beiden schon oft Heimweh? «Heimweh hatte ich am meisten während der Weihnachtszeit, da dies eine besondere Zeit für meine Familie ist», beschreibt Paulina. Leana hatte nur einmal Heimweh: «Als ich krank war und Fieber hatte, da habe ich meine Familie sehr vermisst.»
Im Juli werden Leana und Paulina ihr Austauschjahr beenden und wieder in die Heimat zurückkehren. Auf was freuen sie sich am meisten, wenn sie an ihre Rückkehr denken? Bei Paulina ist es «die Normalität», auf die sie sich freut. «Wieder in einem kleinen Dorf zu sein, in welchem jeder jeden kennt. Und auf mein Zuhause. Das ‹normale› Haus, in dem ich gross geworden bin. Wo ich weiss, was wie abläuft, ohne jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Denn das wird nach gewisser Zeit anstrengend.» Leana sagt: «Natürlich auf meine Familie und Freunde. Sie alle wiederzusehen und in den Arm schliessen zu können. Ich freue mich aber auch darauf, wieder in meinem Zimmer und im Haus meiner Familie zu sein. Und auf viele kleine Dinge, wie zum Beispiel das Essen meiner Mama oder meiner Omi und auf meine Bettdecke.»
Eine zweite Heimat finden oder Gastfamilie werden
Der Rotary Jugendaustausch steht allen offen, auch wenn man keine Verbindung zum Rotary Club hat. Weitere Informationen unter https://www.rotaryswissyep.ch/de/programme/ jahresaustausch/. In den beiden Fricktaler Rotary Clubs sind Esther Studer (esther.studer@indivia.ch) und Rolf Roniger (rolf.roniger@ bluewin.ch) für den internationalen Jugendaustausch zuständig. Sie freuen sich über Kontaktaufnahmen interessierter Jugendlicher und potentieller Gastfamilien für das Schuljahr 2027/2028. (jtz)


