Eine Buslinie ab Möhlin zur Kanti Stein: was aus der Petition geworden ist
Vor einem Jahr sammelte Janis Eberle Unterschriften für eine Buslinie von Möhlin nach Stein an die Kantonsschule. Er blitzte damit ab. Hoffnung setzt er in den Regionalplanungsverband.
Ronny ...
Eine Buslinie ab Möhlin zur Kanti Stein: was aus der Petition geworden ist
Vor einem Jahr sammelte Janis Eberle Unterschriften für eine Buslinie von Möhlin nach Stein an die Kantonsschule. Er blitzte damit ab. Hoffnung setzt er in den Regionalplanungsverband.
Ronny Wittenwiler
In der Ausgabe vom Dienstag portraitierte die NFZ Janis Eberle aus Eiken, den neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Brugg-Fricktal. Es war ein Treffen mit jemandem, der sich zuvor bereits politisch eingebracht hatte. Zur Erinnerung: Eberle sammelte im vergangenen Jahr Unterschriften für eine Petition. Diese forderte einen Postautokurs von Möhlin via Wallbach und Mumpf an die Kantonsschule in Stein (die NFZ berichtete).
Was danach geschah
Die Kanti in Stein hat mittlerweile ihren Betrieb aufgenommen, eine solche Busverbindung aber: sie kam nicht zustande, obschon das Anliegen weit über die Unterstützung betroffener Schülerinnen und Schüler oder Eltern Gehör findet. «Die Gemeinden Stein, Mumpf, Wallbach und Wegenstetten unterstützten die Petition aktiv», sagt Eberle. So hätten unter anderem die Gemeindeammänner von Stein, Wegenstetten, Wallbach und Mumpf ihre persönliche Unterstützung zugesagt. «Zudem haben die Gemeinderäte von Wallbach und Mumpf die Petition sogar auf den Homepages ihrer Gemeinden veröffentlicht.» Auch auf kantonaler Ebene gab es Unterstützung. Acht Mitglieder des Grossen Rats – Beat Käser, Alfons P. Kaufmann, Rolf Schmid, Daniele Mezzi, Edith Saner, Béa Bieber, Karin Koch Wick und Tim Voser – haben gemäss Eberle die Petition unterschrieben.
Und dann kam das Nein aus Aarau
Mit knapp 500 Unterschriften konnte sich Eberle schliesslich mit einem Vertreter des Verkehrsdepartements in Aarau treffen. «Zu diesem Gespräch brachte ich einen konkreten Vorschlag mit, inklusive möglicher Bushaltestellen, Fahrplanüberlegungen und einer Kostenabschätzung. Leider wurde der Vorschlag dort abgelehnt. Aus Sicht des Departements gelten die heutigen Verbindungen als ausreichend. Diese Einschätzung teile ich selbstverständlich nicht.» Weshalb, das erklärte Eberle bereits zu Beginn seiner Unterschriftensammlung vor knapp einem Jahr. «Nehmen wir die Gemeinde Wallbach. Sie hat keinen Bahnhof. Zwischen Möhlin und Stein gelegen, müssen Schülerinnen und Schüler von Wallbach zuerst mit dem Bus nach Mumpf fahren, von dort auf den Zug umsteigen, eine Station nach Stein fahren und danach wieder auf den Bus wechseln, um an die Kanti am anderen Ende des Dorfs zu gelangen.»
Der lange Weg aus Wegenstetten
Weshalb etwa die Gemeinde Wegenstetten die Petition ebenso unterstützt hatte, dürfte nicht überraschen: Für deren Schülerinnen und Schüler geht es auf dem Weg zur Kanti zuerst mit dem Bus runter nach Möhlin, weiter mit dem Zug nach Stein, wo sie wieder auf den Bus umsteigen müssen. «Die Kanti muss auch für kleinere Dörfer gut zugänglich sein», findet Eberle. «Die Fahrt von Wallbach mit dem öffentlichen Verkehr an die Kanti Stein dauert dreissig Minuten. Mit dem Auto sind es sieben bis acht. Von Zeiningen sind es sogar 45 Minuten mit dem ÖV, mit dem Auto neun. So etwas schafft falsche Anreize.»
«Teil der Verkehrsplanung bleiben»
Trotz der ablehnenden Haltung aus Aarau möchte Eberle das Thema nicht endgültig begraben sehen. Erfreulich sei ein späteres Gespräch mit dem Planungsverband Fricktal Regio gewesen. «Dort stiessen meine Überlegungen auf Verständnis. Man hat mir mitgeteilt, dass mein Vorschlag sowie die Petition bei zukünftigen Gesprächen mit dem Kanton als mögliche Lösung eingebracht werden solle.» Auch wenn eine Umsetzung kurzfristig nicht zustande gekommen sei, so Eberle, «besteht durchaus die Chance, dass mit dem weiteren Wachstum der Kantonsschule eine solche Verbindung in Zukunft wieder geprüft wird. Ich hoffe sehr, dass das Thema damit nicht vom Tisch ist, sondern weiterhin Teil der regionalen Verkehrsplanung bleibt.»