Der Braunbrustigel ist eines der bekanntesten Wildtiere der Schweiz und das Tier des Jahres 2026 von ProNatura – und doch wissen viele kaum, wie er lebt und welchen Gefahren er heute ausgesetzt ist. An einem gut besuchten Vortragsabend des Natur- und Vogelschutz Rheinfelden zeigte die ...
Der Braunbrustigel ist eines der bekanntesten Wildtiere der Schweiz und das Tier des Jahres 2026 von ProNatura – und doch wissen viele kaum, wie er lebt und welchen Gefahren er heute ausgesetzt ist. An einem gut besuchten Vortragsabend des Natur- und Vogelschutz Rheinfelden zeigte die Biologin und Igel-Expertin Cristina Boschi eindrücklich auf, weshalb der Lebensraum des Igels zunehmend unter Druck gerät und was jede und jeder Einzelne zu seinem Schutz beitragen kann. Ursprünglich bewohnte der Braunbrustigel strukturreiche Kulturlandschaften mit Hecken, Wiesen und Waldrändern. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind diese Lebensräume jedoch stark zurückgegangen. Heute findet man den Igel deshalb häufiger in naturnahen Siedlungen und Gärten als im offenen Kulturland. Doch auch dort lauern zahlreiche Gefahren: Strassenverkehr, Mähroboter, Pestizide, Schächte oder steile Wasserbecken stellen für die nachtaktiven Tiere ein grosses Risiko dar. Der Igel ist ein ausgesprochener Insektenfresser. Rund 75 bis 80 Prozent seiner Nahrung bestehen aus Käfern, Würmern und Raupen. Chemische Schneckenkörner und Insektizide können ihm deshalb indirekt schaden. Ebenso entscheidend für sein Überleben sind geeignete Unterschlupfe. Besonders im Winter benötigt der Igel gut isolierte Nester aus Laub, um den Winterschlaf zu überstehen. «Der Igel braucht nicht viel – aber das Richtige: Nahrung, Unterschlupf und vor allem vernetzte Lebensräume ohne Barrieren», betonte Referentin Cristina Boschi. «Schon kleine Massnahmen im eigenen Garten können einen grossen Unterschied machen.» Dazu zählen unter anderem das Liegenlassen von Laubhaufen, der Verzicht auf Gifte, das Schaffen von Durchgängen in Zäunen (sogenannte Igelpforten) sowie abwechslungsreiche, naturnahe Bepflanzungen mit einheimischen Arten. Der Igel wird auch im Jahresprogramm des Natur- und Vogelschutz Rheinfelden weiter Beachtung finden. Dieses Jahr feiert der NVR sein 100-Jahr-Jubiläum. (mgt)
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