GLP will Wirtschaft stärken und Klima schützen
26.08.2024 FricktalFricktaler Grünliberale steigen optimistisch in den Wahlkampf
Bei den Grossratswahlen vor vier Jahren gehörten die Grünliberalen zu den Gewinnern. Das gute Resultat von damals wollen sie bei den diesjährigen Wahlen mindestens bestätigen. Mit einer modernen ...
Fricktaler Grünliberale steigen optimistisch in den Wahlkampf
Bei den Grossratswahlen vor vier Jahren gehörten die Grünliberalen zu den Gewinnern. Das gute Resultat von damals wollen sie bei den diesjährigen Wahlen mindestens bestätigen. Mit einer modernen Politik, die Wirtschaft und Umwelt zusammenbringt, soll dies gelingen.
Valentin Zumsteg
Die GLP gehört zu den jungen Parteien in der Schweiz, es gibt sie erst seit rund 20 Jahren. Im Fricktal – vor allem im Bezirk Rheinfelden – konnten sich die Grünliberalen in den letzten Jahren etablieren.
Ausgangslage: Bei den Grossratswahlen vor vier Jahren war von einer sogenannten «grünen Welle» die Rede. Die Grünen und die Grünliberalen legten damals deutlich zu – sowohl im Gesamtkanton als auch im Fricktal. Im Bezirk Laufenburg steigerte sich die Partei um 2,42 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Im Bezirk Rheinfelden betrug das Plus 2,33 Prozentpunkte, damit kam die GLP auf 10,1 Prozent. Ein zweistelliges Resultat war ein erklärtes Ziel der Grünliberalen. Etwas anders sah es bei den Nationalratswahlen im vergangenen Herbst aus, da gab es für die Partei einen Dämpfer. Im Bezirk Rheinfelden resultierte ein Minus von 1,2 Prozentpunkte auf 8,33 Prozent. Im Bezirk Laufenburg blieb die Partei bei rund 6,5 Prozent stabil.
Ziel für die diesjährige Wahl: «Wir möchten das gute Resultat, das wir vor vier Jahren erzielt haben, mindestens halten», erklärt Béa Bieber, Präsidentin der Grünliberalen im Fricktal und Grossrätin aus dem Bezirk Rheinfelden, mit Blick auf die kommenden Wahlen im Oktober. Im unteren Fricktal werden wieder mindestens zehn Prozent Wähleranteil angestrebt. Béa Bieber geht davon aus, dass sie ihren Sitz halten kann. Im Bezirk Laufenburg verfügt die GLP noch über keinen Vertreter im Grossen Rat. «Die Chancen standen aber noch nie so gut wie jetzt, dass wir auch im Bezirk Laufenburg einen Sitz gewinnen», sagt Bernhard Stöckli, GLP-Vertreter aus dem oberen Fricktal. Er rechnet zwar nicht mit einem deutlichen Zuwachs beim Wähleranteil, trotzdem sei die Ausgangslage vielversprechend: «Bei den Nationalratswahlen im vergangenen Herbst lagen wir im Bezirk Laufenburg vor den Grünen. Zudem konnten wir bei den Mitgliederzahlen deutlich vorwärtsmachen.» Die Grünen verfügen im Bezirk Laufenburg mit Gertrud Häseli über einen Sitz, den die GLP gerne hätte. In beiden Bezirken tritt die GLP mit einer vollen Liste an. «Es war noch nie so einfach wie diesmal, gute Leute als Kandidatinnen und Kandidaten zu finden.»
Wo steht die Partei? Ist die GLP eine linke oder eine bürgerliche Partei – diese Frage ist für viele Wählerinnen und Wähler nicht einfach zu beantworten. «Ich sehe mich eher als bürgerlich. Deswegen nervt es mich, dass wir bei den Grossratswahlen vom Aargauischen Gewerbeverband nicht unterstützt werden», sagt Unternehmer Bernhard Stöckli. «Im Gegensatz zu Die Mitte sind wir die wirkliche Mitte. Die GLP sucht sehr oft Kompromisslösungen mit anderen Parteien. Wir gehen aber nur Kompromisse ein, die auch noch Wirkung erzielen», betont Béa Bieber. Wenn die GLP in der Mitte steht, würde sich da nicht eine Fusion mit der Partei Die Mitte aufdrängen. «Wir sind an einer Fusion nicht interessiert, es besteht auch keine Notwendigkeit», sagt Béa Bieber. Gleicher Meinung ist Bernhard Stöckli: «Es gibt sicher Berührungspunkte, aber bei vielen Themen – gerade im gesellschaftspolitischen Bereich – vertreten wir eine deutlich andere Linie.»
Politische Ziele: «Wirtschaft stärken – Klima schützen», so lautet der Slogan der Grünliberalen. Die Partei möchte eine liberale Wirtschaftspolitik mit einem ausgebauten Umweltschutz verknüpfen. «Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit. Wir müssen den Verbrauch von fossilen Energien nicht nur zum Schutz unserer Lebensgrundlagen, sondern auch im Interesse unserer Sicherheit beenden», heisst es in einem Positionspapier der GLP Fricktal. «Die Abhängigkeit von Erdölund Erdgasimporten muss aufhören. Das Gelingen der Klimawende und eine sichere Energieversorgung gehen Hand in Hand.»
Ziele für das Fricktal: Das Fricktal wächst, in vielen Gemeinden entsteht in grossem Umfang neuer Wohnraum. Das bringt Verkehr mit sich, der in zunehmendem Masse als Problem wahrgenommen wird. Um die Strassen zu entlasten, möchte die GLP den öffentlichen Verkehr ausbauen und den Veloverkehr fördern. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist der Partei der Erhalt des Berufsbildungszentrums Fricktal in Rheinfelden. «Hier sollte der Bereich Gesundheitsberufe weiter gestärkt werden, denn die Fricktaler Gesundheitsbetriebe bilden überproportional viele Lernende aus», erklärt Béa Bieber. Auch eine gute und effiziente Gesundheitsversorgung der Bevölkerung liegt der Partei am Herzen. Sie will attraktive Rahmenbedingungen für den Erhalt und die Neuansiedlung von Hausund Kinderärzten schaffen.
Der Gegenstand: Die NFZ bittet alle Parteipräsidenten, zu den Gesprächen einen Gegenstand mitzubringen, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Béa Bieber, die auch Präsidentin des Oberrheinrates ist, hat das neue «Dreiländerspiel» mitgebracht. «Es soll den Kindern in der Schule auf spielerische Weise zeigen, wie eng die Verbindungen im Dreiländereck über die Landesgrenzen hinweg verlaufen.» Bernhard Stöckli ist es ein grosses Anliegen, dass die Berufslehre einen wichtigen Stellenwert behält. Deswegen hat er sein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Landschaftsgärtner mitgenommen. «Damit hat alles angefangen. Später studierte ich Landschaftsarchitektur und gründete ein eigenes Unternehmen. Es soll zeigen, welch tolle Möglichkeiten wir in der Schweiz haben.»
Grossratswahlen am 20. Oktober
Am 20. Oktober wird im Aargau das 140-köpfige Kantonsparlament neu gewählt. Der Bezirk Laufenburg kann sieben, der Bezirk Rheinfelden 10 Grossrätinnen und Grossräte nach Aarau schicken. Im Bezirk Rheinfelden treten acht Parteien mit insgesamt 68 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an. Im Bezirk Laufenburg sind es neun Parteien mit 54 Kandidatinnen und Kandidaten. Die NFZ stellt die grösseren Parteien vor und zeigt die Gesichter auf den Listen. (nfz)
Stich-Worte
Die Meinung der GLP zu fünf Themen
Biodiversität
«Wir müssen die Biodiversität schützen, sie bildet unsere Lebensgrundlage. Dies muss auch bei verdichtetem Bauen möglich sein.»
Flugscham
Bieber: «Kenne ich nicht. Ich fliege sehr wenig, höchstens alle ein bis zwei Jahre einmal; ich kompensiere jeweils den Flug. Zudem mache ich sonst sehr viel in Sachen Umweltschutz und verzichte grossteils auf Fleisch.» Stöckli: «Wir haben drei kleine Kinder, da fliege ich sowieso nicht.»
Ukraine-Krieg
«Der Krieg ergibt überhaupt keinen Sinn. So viel Tod und Leid, nur weil ein Diktator sein Ego auslebt. Man darf Putin nicht gewähren lassen.»
Zuwanderung
«Die Schweiz braucht die Zuwanderung von Fachkräften. Eine unkontrollierte Zuwanderung gilt es aber zu vermeiden.»
Bilaterale Abkommen
«Die sind zentral für die Schweiz. Gerade in unserer Region sind wir auf gute Beziehungen und Verträge mit den Nachbarn angewiesen.»



