Gitarrensound und eine starke Bläsergruppe

  09.10.2026 Rheinfelden

Für die neue Produktion, die morgen Samstag im Rheinfelder Kurbrunnen Premiere feiert, wird das Operettenorchester der Fricktaler Bühne durch eine Big-Band ersetzt. Dem neuen Klangerlebnis steht die bewährte Zusammenarbeit mit Fricktaler Musikschulen und dem Tanz-Atelier Rheinfelden gegenüber.

Birgit Schlegel

Bereits das traditionelle Operettenorchester stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Spritzige Tanzeinlagen mit rasanten Tempi verlangen höchste Präzision; in romantischen Duetten bildet eine zurückhaltende und sensible Spielkultur den Teppich für die Protagonisten; Ouvertüren und Zwischenspiele verlangen einen Klangkörper wie in einer grossen Sinfonie. «Hello, Dolly!» stellt die Fricktaler Bühne nun aber vor neue musikalische Herausforderungen. Big Band ist angesagt! Die Streichinstrumente rücken in den Hintergrund, Gitarrensound kommt dazu und eine starke Bläsergruppe ist gefragt. Und damit verbunden eine spezielle Gattung: die Reeds (Holzblasinstrumente, welche zur Tonerzeugung ein speziell geschnitztes Schilfrohr benötigen, reed engl. für Schilf; Anm. der Redaktion) also Klarinette und Saxophon.

In der «Hello, Dolly!»-Band werden Musikerinnen und Musiker zu hören sein, die sowohl Alt- und Tenorsaxophon als auch Klarinette und Querflöte spielen, und dies mit höchster Qualität. Der Jazz-Musiker Niels Pasquier, wohnhaft in Känerkinden (Baselland), ist einer dieser Reed-Spieler. Nach dem Saxophonstudium an der damaligen Jazzschule Basel hat er sich erst mit der Klarinette, später zusätzlich mit der Querflöte beschäftigt. «Ich bin in erster Linie Saxophonist. Das Flötespielen ist für mich eine grosse Weiterbildung.» Um dies zu beherrschen, schlüpft der Musiker und Saxophonlehrer immer wieder gerne in die Rolle des Schülers.

Musicalerfahrung hat Niels Pasquier hauptsächlich am Gymnasium Muttenz gesammelt. Heute studiert er die rund 10-köpfige Band des jährlichen Wahlkurses ein und wirkt als Instrumentalist und Bandleader an den Aufführungen mit.

Nachwuchsförderung
Um den Spielbetrieb langfristig mit Chor- und Schauspielmitgliedern zu sichern, beziehen die Verantwortlichen der Fricktaler Bühne jeweils lokale Jugend- und Kinderorganisationen in die Produktionen mit ein. Bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit den Fricktaler Musikschulen und Kindertheatern. In «Hello, Dolly!» dürfen Kinder und Jugendliche sowohl als Teil des grossen Ensembles als auch als eigenständiger kleiner Chor auftreten. Einige haben 2024 bei «Gräfin Mariza» ihr Debut gefeiert und sind nun mit grosser Begeisterung wieder dabei.

«Hello, Dolly!» ohne Tanzeinlagen? Für Regisseurin Anette Leistenschneider undenkbar. Schulleiterin Claudine Schroeder vom Tanz-Atelier Rheinfelden hat erneut eine Tanztruppe rekrutieren können, welche sich nun intensiv mit den anspruchsvollen Choreografien auseinandersetzt. «Es geht nicht nur darum, eine Choreografie zu lernen, sondern auch, sich in eine Inszenierung einzufügen, mit anderen zusammenzuarbeiten und sich auf strikt vorgegebene Abläufe hinter und auf der Bühne einzustellen», so die Tanzlehrerin. «Das Publikum wird eine Mischung aus unterschiedlichen Bewegungselementen zu sehen bekommen, passend in die jeweilige Musik und Szene eingebettet», erläutert die Choreografin. Ob im Gesang, Schauspiel oder Tanz: Der Nachwuchs wird auch der diesjährigen Produktion mit Frische und einer gewissen Unbekümmertheit zu Glanz und Glamour verhelfen.


Die Premiere von «Hello, Dolly!» ist morgen Samstag, 19 Uhr, im Rheinfelder Kurbrunnen.

www.fricktalerbuehne.ch


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