Interview mit dem Rheinfelder Stadtoberförster Peter Tanner
Seit Wochen herrscht Trockenheit und grosse Hitze im Fricktal. Der Wald bekommt dies stark zu spüren. Der Rheinfelder Stadtoberförster Peter Tanner beobachtet die Lage mit Sorge.
Valentin Zumsteg
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Interview mit dem Rheinfelder Stadtoberförster Peter Tanner
Seit Wochen herrscht Trockenheit und grosse Hitze im Fricktal. Der Wald bekommt dies stark zu spüren. Der Rheinfelder Stadtoberförster Peter Tanner beobachtet die Lage mit Sorge.
Valentin Zumsteg
NFZ: Herr Tanner, wie geht es dem Fricktaler und Rheinfelder Wald aktuell?
Peter Tanner: Der bereits mehrere Wochen ausbleibende Niederschlag und die sehr hohen Temperaturen schaden dem Wald beziehungsweise besonders einigen Baumarten wie der Fichte und unserer heimischen Hauptbaumart, der Buche. Besonders die älteren Buchen leiden unter der Trockenheit. Bei den neu aufkommenden oder noch sehr jungen Buchen besteht die Hoffnung, dass sie sich an den Klimawandel besser anpassen können. Die Fichte, auch Rottanne genannt, ist in Rheinfelden und Umgebung von Natur aus nicht heimisch, das natürliche Verbreitungsgebiet der Fichte beginnt in höheren, kühleren und feuchteren Lagen ab etwa 800 Meter bis 1000 Meter über Meer.
Welche weiteren Baumarten sind betroffen?
Weitere Baumarten, die unter dieser Hitze und Trockenheit leiden, sind die Weisstanne und der Bergahorn. Bei uns in der Region sind die Schäden bei der Buche besonders augenfällig.
Wie sehen Sie die Zukunft des Waldes?
Es ist leider davon auszugehen, dass jetzt braune und gelbe Buchen im nächsten Frühjahr kronendürr oder am Absterben sind. Dies wird auch Sicherheitsfragen bezüglich von Waldwegen, Bänkli und Grillstellen zur Folge haben.
Gibt es Massnahmen, wie man dem Wald helfen kann?
Aus meiner Sicht ist es zentral, im Wald nicht eine oder zwei, sondern eine Vielzahl verschiedener – primär einheimischer – Baumarten gezielt zu fördern. Von dieser Vielfalt profitiert künftig nicht nur die Forstwirtschaft, sondern in hohem Masse auch die Biodiversität.