Gerüstet für den Ernstfall

  26.05.2024 Fricktal

Feldübung der Samariter Zeiningen und Wegenstetten

Einmal pro Jahr absolvieren die Samaritervereine Zeiningen und Wegenstetten eine grössere Feldübung. Am Dienstagabend waren sie zu Gast in einer Sägerei in Möhlin und wurden dort mit verschiedenen Unfällen konfrontiert.

Janine Tschopp

So schnell kann’s passieren. Rolf Schafroth von der Sägerei Schafroth arbeitete an der Längskreisfräse, war kurz unkonzentriert und schon war sein Daumen weg. Zum Glück waren Samariter in der Nähe, die ihm zu Hilfe kamen. Von einem Moment auf den anderen kamen viele Aufgaben auf sie zu. Sie mussten die Sanität alarmieren, die offene Stelle an der Hand versorgen, den abgeschnittenen Daumen richtig auf bewahren, Patientenprotokoll ausfüllen und sich bei allen Arbeiten immer gut um den verletzten Patienten kümmern. «Der Finger darf nicht nass werden», erklärte Samariterlehrerin Eliane Wunderlin im Anschluss an die nachgestellte Szene. Weiter führte sie aus, dass der abgeschnittene Daumen im Idealfall bei vier Grad aufbewahrt werden sollte, eingepackt in sterile Gase, einen Kunststoff-Beutel und einen weiteren Beutel mit Wasser und Eis. «Gekühlt und steril verpackt hat man anschliessend 18 Stunden Zeit, den Daumen wieder anzunähen.» Ansonsten verkürze sich die Zeit auf vier Stunden.

Feldübung einmal pro Jahr
Auch weiteren Unfällen mussten sich die Samariter aus Zeiningen und Wegenstetten an der diesjährigen Feldübung stellen. So wurde ein Figurant von einem Holzstab im Bauchraum aufgespiesst. Den erfahrenen Samariterinnen und Samaritern war sofort klar, dass sie den Stab nicht aus der Wunde ziehen durften. «Das Absägen des Stabs wäre sogar ein Fall für die Feuerwehr», meinte Samariterlehrer Clemens Wunderlin bei der Fallbesprechung. Weitere Unfälle, mit welchen sich die Samariter und Samariterinnen an der Feldübung auseinandersetzen mussten, war ein Holzsplitter im Auge sowie ein Sturz.

«Feldübungen sind immer sehr interessant», meinte eine Samariterin. Entsprechend engagiert waren die rund 20 Teilnehmenden bei der Sache und profitierten vom grossen Wissen der Kurleiterinnen und Kursleiter. Alle Samariter und Samariterinnen haben das gleiche Ziel: im Ernstfall so gut wie möglich reagieren zu können.


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