Gemeindeversammlung soll Seilpark ermöglichen

  24.05.2024 Rheinfelden

Rheinfelder Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheiden am 20. Juni

Seit Jahren gibt es in Rheinfelden Pläne für einen Seilpark im Gebiet Wasserloch. Jetzt soll ein grosser Schritt Richtung Umsetzung getan werden. Die kommende Einwohnergemeinde-Versammlung entscheidet über die Schaffung einer Freizeitzone im Wald.

Valentin Zumsteg

Der Stadtrat Rheinfelden will hoch hinaus: Im Gebiet Wasserloch soll ein Seilpark entstehen. Entsprechende Pläne gibt es schon seit vielen Jahren, doch jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht. «Das ist eine tolle Sache», sagte Stadträtin Claudia Rohrer am Mittwochmorgen bei der Präsentation der Traktanden zur kommenden Einwohnergemeinde-Versammlung. Damit ein solcher Seilpark realisiert werden kann, muss eine 3,65 Hektaren grosse Freizeitzone Wald geschaffen werden. Dazu braucht es eine Teiländerung der Nutzungsplanung Kulturland sowie der Bau- und Nutzungsordnung. Darüber werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Einwohnergemeinde-Versammlung vom 20. Juni entscheiden.

Neues Freizeitangebot von überregionaler Bedeutung
«Der Stadtrat möchte für die Bevölkerung in Stadtnähe ein neues Freizeitangebot von überregionaler Bedeutung schaffen», erklärte Rohrer. Die Planungsgrundlagen für das Projekt hat die Ortsbürgergemeinde, der das Waldstück gehört, erstellen lassen. Es ist vor allem das Projekt der Ortsbürger, wie Rohrer betonte.

Vorgesehen ist eine Trennung von Anlage und Betrieb: Bauherrin und Eigentümerin der geplanten Anlage soll die «Waldseilpark Rheinfelden GmbH» werden, an der sich die Rheinfelder Ortsbürger mit 10 000 Franken am Stammkapital von 30 000 Franken beteiligen. Weitere gleichberechtigte Gesellschafterinnen sind die Betreiberfirma «Adventure Coaching & Rope Solutions GmbH» sowie ihre Partnerfirma «Adrian Lötscher GmbH». Die Ortsbürgergemeinde w ird der «Waldseilpark Rheinfelden GmbH» darüber hinaus ein zinsloses Darlehen von 440 000 Franken gewähren, das innert zehn Jahren zurückbezahlt werden soll. Soweit die Pläne. Am 17. Juni entscheidet die Rheinfelder Ortsbürgergemeinde über dieses Geschäft; also bevor die Einwohnergemeinde über die Zonenplan-Änderung befindet.

«Der westliche Teil des Gebiets Wasserloch ist für eine solche Anlage besonders geeignet, da bereits ein Fitnessparcours, eine Finnenbahn und zwei Feuerstellen bestehen», so Rohrer. Synergien mit der Infrastruktur der bestehenden Sportanlagen im Schiffacker sollen genutzt werden. Vorgesehen sind für den Seilpark spätere Erweiterungsmöglichkeiten im nördlichen und östlichen Bereich – zudem könnte künftig eine Pumptrack-Anlage für Mountainbikes im südlichen Bereich der Freizeitzone realisiert werden.

«Rheinfelden ist Zonenplan-Pionierin»
«Rheinfelden ist kantonsweit Zonenplan-Pionierin, denn eine solche Freizeitzone Wald gibt es im Aargau noch nirgends», schilderte Stadtammann Franco Mazzi. Sagen sowohl die Ortsbürger als auch die Einwohner Ja zu diesem Freizeit-Projekt, ist immer noch etwas Geduld gefragt. Stadtschreiber Roger Erdin geht davon aus, dass die Planungsänderungen im besten Fall bis Anfang 2025 in Kraft treten könnten, anschliessend braucht es ein Baubewilligungsverfahren. Mit einer Realisierung sei deswegen nicht vor Mitte 2025 zu rechnen.


Nettovermögen von 73,8 Millionen Franken

Die Einwohnergemeinde Rheinfelden steht finanziell sehr gut da – und kann erneut auf ein erfreuliches Jahr zurückblicken. 2023 erwirtschaftete die Gemeinde eine Selbstfinanzierung in der Höhe von 8,9 Millionen Franken. Bei Nettoinvestitionen von 7,7 Millionen Franken resultiert ein Finanzierungsüberschuss von 1,2 Millionen Franken, wie Stadtammann Franco Mazzi am Mittwoch vor den Medien erläuterte. Dieses Ergebnis ist deutlich besser als budgetiert, denn im Voranschlag 2023 war ein Fehlbetrag von 2,5 Millionen Franken vorgesehen. Entsprechend ist auch das Nettovermögen der Einwohnergemeinde gewachsen. Per Ende 2023 belief es sich auf 73,8 Millionen Franken. So viel Geld hat Rheinfelden auf der hohen Kante.

Die Steuereinnahmen lagen mit 50,1 Millionen Franken leicht über dem Budget (49,8 Millionen Franken). Bei den Einkommensteuern von natürlichen Personen nahm die Gemeinde 34,4 Millionen Franken ein, budgetiert waren 35,5 Millionen Franken. «Es sind weniger Leute zugezogen, als wir erwartet haben», sagte Mazzi. Dafür fallen die Steuereinnahmen von Firmen mit 5,9 Millionen Franken um 23,6 Prozent besser aus als veranschlagt. (vzu)


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