Gemeinde holt Bauverwaltung zurück
24.04.2026 MagdenMagden holt die Bauverwaltung zurück in die Gemeinde
Ausserordentliche Gemeindeversammlung genehmigt Kredit
Die Auslagerung der Bauverwaltung hat sich für Magden nicht bewährt. An der Gemeindeversammlung ist dieser Schritt nun ...
Magden holt die Bauverwaltung zurück in die Gemeinde
Ausserordentliche Gemeindeversammlung genehmigt Kredit
Die Auslagerung der Bauverwaltung hat sich für Magden nicht bewährt. An der Gemeindeversammlung ist dieser Schritt nun rückgängig gemacht worden. Damit sollen pro Jahr rund 165 000 Franken eingespart werden.
Valentin Zumsteg
Es war eine kurze Sache am Mittwochabend: An der ausserordentlichen Magdener Einwohnergemeinde-Versammlung nahmen 144 der total 2651 Stimmberechtigten teil. Sie sagten klar Ja zur Reintegration der Bauverwaltung und genehmigten dafür einen Nachtragskredit in der Höhe von 66 000 Franken zum Budget 2026.
Teurer als erwartet
Im Juni 2023 hatte die Magdener Gemeindeversammlung beschlossen, die Aufgaben der Bauverwaltung per Februar 2024 an das externe Büro Koch + Partner zu übertragen. Doch die Sache entwickelte sich nicht wie erhofft: «Nach zwei Jahren lässt sich nun feststellen, dass dieses Modell trotz engagierter Zusammenarbeit nicht die gewünschte Wirkung entfaltet hat», hält der Gemeinderat dazu fest. Die gewonnen Erfahrungen seien jedoch wertvoll und hätten gezeigt, wo die Herausforderungen liegen, welche Prozesse verbessert werden können und welche Strukturen für eine effiziente und bürgernahe Bauverwaltung tatsächlich benötigt werden. Gemeindepräsidentin Carole Binder-Meury drückte es am Mittwoch so aus: «Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein. Man muss nur den Mut haben, umzudrehen.»
Das Problem bei der Auslagerung waren vor allem die Finanzen. Im Jahr 2024 lagen die Kosten noch im Rahmen des bewilligten Budgets. 2025 zeigte sich jedoch ein deutlicher Anstieg der Aufwendungen. Diese Entwicklung führte dazu, dass für das Budgetjahr 2026 mit Gesamtkosten von rund 365 000 Franken gerechnet werden muss (die NFZ berichtete). Als Gründe dafür nennt der Gemeinderat die zeitintensiven Prozesse, die komplexen Verfahren aber auch die mangelhafte Qualität der Baugesuche.
«Ein Hilfeschrei»
Die Gemeinde Magden ist finanziell nicht mehr so auf Rosen gebettet wie vor ein paar Jahren. Um die jährlich wiederkehrenden Kosten zu reduzieren, wird nun die Bauverwaltung wieder in den Gemeindebetrieb integriert. Dadurch sollen die Kosten für 2027 auf rund 200 000 Franken (ohne externe Fachunterstützung) gesenkt werden können. «Der Stundenansatz intern beträgt etwa die Hälfte im Vergleich zu extern», so Binder-Meury. Der Gemeinderat erwartet somit eine Einsparung in der Höhe von zirka 165 000 Franken pro Jahr. «Das ist ein erster wichtiger Eckpfeiler zum Thema Kosteneinsparungen», betonte die Gemeindepräsidentin. Sie rief aber auch die Bevölkerung dazu auf, bei der Einsparung von Kosten mitzuhelfen: «Die Zahl der unvollständigen Baugesuche hat zugenommen.»
Obwohl die Sache unbestritten war, gab es einige Wortmeldungen.
Eine Votantin erinnerte daran, dass die Auslagerung vor allem mit dem ehemaligen Bauverwalter zu tun hatte. Er wurde von der Bevölkerung als «pedantisch» wahrgenommen, erklärte sie. «Die Auslagerung war ein Hilfeschrei.» Sie plädierte dafür, bei Baugesuchen den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Ein anderer Votant zielte in die gleiche Richtung: «Es braucht einen gewissen Pragmatismus.» Nach den Wortmeldungen stimmte die Versammlung dem Antrag des Gemeinderates mit grossem Mehr zu. Gemeindepräsidentin Carole Binder-Meury bedankte sich für das Vertrauen.
«Kommunikationsfähigkeit spielt wichtige Rolle»
Nun will die Gemeinde so schnell wie möglich eine Bauverwalterin oder einen Bauverwalter einstellen. Diese Person soll die Arbeit im Idealfall noch in diesem Jahr aufnehmen. Der bewilligte Nachtragskredit von 66 000 Franken für das Budget 2026 enthält die Lohnkosten sowie die Sozialversicherungsabgaben des Arbeitgebers (Gemeinde) für sechs Monate. Erste vielversprechende Gespräche mit möglichen Kandidatinnen oder Kandidaten habe es bereits gegeben, schilderte Binder-Meury. «Bei der Auswahl spielt die Kommunikationsfähigkeit der Person eine wichtige Rolle», versprach sie.
Nach knapp 45 Minuten war die Gemeindeversammlung zu Ende. Beim Apéro ging die Diskussion aber angeregt weiter.

