Erfrischende Aufnahme in die Gemeinschaft der Schwarzkünstler
Auch 2024 konnte die Gemeinschaft der Schwarzkünstler ein weiteres Mitglied mittels der traditionellen Wassertaufe «ad posteriora» aufnehmen.
Petrus ist ein Drucker! Nach einigen regnerischen Tagen ...
Erfrischende Aufnahme in die Gemeinschaft der Schwarzkünstler
Auch 2024 konnte die Gemeinschaft der Schwarzkünstler ein weiteres Mitglied mittels der traditionellen Wassertaufe «ad posteriora» aufnehmen.
Petrus ist ein Drucker! Nach einigen regnerischen Tagen bescherte er rechtzeitig zum «Gautschen» wieder Sonnenschein. So konnte Ivana Gander im Kreuzbrunnen in Magden bei angenehmem Sonnenschein durch die Belegschaft der Sparn Druck + Verlag AG der fröhlich traditionellen Wassertaufe unterzogen werden. Mit diesem Brauch wird in der Druckbranche der erfolgreiche Abschluss der Berufslehre gefeiert, oder wie hier, ein ausgebildeter, aber noch nicht «gegautschter» Mitarbeiter hochoffiziell als ehrwürdiges Mitglied aufgenommen und anerkannt.
Der Brauch selbst geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zu jener Zeit wurde die heute spassige Angelegenheit aber etwas derber zelebriert, indem der Gäutschling unter anderem drei Hiebe auf sein Hinterteil erhielt.
Packt an!
Auf das Kommando des Gautschmeisters «Packt an!» wird der Gäutschling von mindestens zwei Packern ergriffen und festgehalten. Synchronisiert mit der Verlesung des Gautschtextes wird er zunächst auf einen mit Wasser durchtränkten Schwamm gesetzt. Darauf folgt ein Sturzbad aus einem Wassereimer mit dem anschliessenden kompletten Tauchbad im Brunnen. Selbstverständlich darf der Gäutschling die anwesenden Personen auch selbst mit Wasser bespritzen, was für alle eine willkommene Erfrischung darstellt.
Gautschbrief und Gautschessen
Nach erfolgter Zeremonie erfreut sich ein jeder im inoffiziellen Teil am dargebotenen Apéro. Während diesem wird der Gautschbrief von den Funktionären und Zeugen der Wassertaufe signiert. Den Gautschbrief erhält der Gäutschling aber erst ausgehändigt, wenn er das sogenannte Gautschessen ausgerichtet hat. Der Besitz des Gautschbriefes ist von einiger Wichtigkeit, da dieser bei traditionsreichen Unternehmen der Druckbranche vor der Einstellung gerne verlangt wird. Sollte er verloren gehen, könnte es durchaus geschehen, dass die Gautsche ein weiteres Mal vollzogen wird. (mgt)