Gegen Abschaffung des Schulsportobligatoriums
19.06.2026 AargauBildung Aargau fordert Bund, Kantone und Gemeinden auf, am Schulsportobligatorium festzuhalten und damit allen Schülerinnen und Schülern weiterhin einen verlässlichen Zugang zu Bewegung und Sport zu garantieren. Bildung Aargau spricht sich gegen die im Projekt «Entflechtung ...
Bildung Aargau fordert Bund, Kantone und Gemeinden auf, am Schulsportobligatorium festzuhalten und damit allen Schülerinnen und Schülern weiterhin einen verlässlichen Zugang zu Bewegung und Sport zu garantieren. Bildung Aargau spricht sich gegen die im Projekt «Entflechtung 27» vorgesehene Streichung der bundesrechtlichen Mindestvorgabe bei den Wochenlektionen im Sportunterricht aus. Die heutige Regelung garantiert allen Kindern und Jugendlichen in der Schweiz mindestens drei Lektionen Sport pro Woche.
Mit der ersatzlosen Streichung dieser Vorgabe werde Sport faktisch zu einem optionalen Fach, heisst es in der Mitteilung. Umfang und Stellenwert des Schulsports könnten künftig von kantonalen oder kommunalen Prioritäten abhängen – zulasten der Chancengleichheit. Regelmässige Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung. Schulsport fördert die körperliche Gesundheit, soziale Kompetenzen sowie die Konzentrationsund Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Gerade angesichts zunehmendem Bewegungsmangels wäre die Abschaffung des Obligatoriums das falsche Signal.
Stefan Frei, Sportlehrer an der Neuen Kantonsschule Aarau, beobachtet die Folgen des Bewegungsmangels täglich im Unterricht: «In der täglichen Praxis erlebe ich als Sportlehrperson immer mehr Schülerinnen und Schüler, welche den Kontakt zu ihrem Körper verlieren oder bereits verloren haben. Dies zeigt sich nicht nur in einer ungenügenden körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern auch in mangelndem Selbstvertrauen, psychischen Problemen und einer verzerrten Selbstwahrnehmung. Statt darum kämpfen zu müssen, das heutige Drei-Stunden-Obligatorium zu erhalten, sollten wir vielmehr die tägliche Bewegungsstunde ins Zentrum der Diskussion stellen. Prävention ist immer günstiger, als die Folgen von Bewegungsmangel später über das Gesundheitssystem finanzieren zu müssen». Bildung Aargau anerkennt, dass in vielen Regionen Sporthallen fehlen und die Infrastruktur unter Druck steht. Der Mangel an Turnhallen dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Bedeutung des Schulsports geschwächt wird. Vielmehr brauche es Investitionen in die notwendige Infrastruktur, damit der gesetzliche Auftrag erfüllt werden kann. Zusätzliche Investitionen in Sporthallen und Sportanlagen würden nicht nur den Schulen zugutekommen. Auch Sportvereine könnten von einer besseren Infrastruktur profitieren. (mgt/nfz)
