Rheinfelden erteilt Ausnahmegenehmigung für das WM-Viertelfinalspiel
Die Schweizer Nationalmannschaft steht bei der Fussball-WM im Viertelfinal. Die Stadt Rheinfelden hat deswegen eine Freinacht von Samstag auf Sonntag bewilligt – sehr zur Freude der Wirtinnen und Wirte.
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Rheinfelden erteilt Ausnahmegenehmigung für das WM-Viertelfinalspiel
Die Schweizer Nationalmannschaft steht bei der Fussball-WM im Viertelfinal. Die Stadt Rheinfelden hat deswegen eine Freinacht von Samstag auf Sonntag bewilligt – sehr zur Freude der Wirtinnen und Wirte.
Valentin Zumsteg
«Das ist sensationell», sagt Christian Pelaez. Der Wirt des Rheinfelder «Gambrinus» meint damit nicht nur den Sieg der Schweizer Nati im Achtelfinal-Spiel gegen Kolumbien von Dienstagnacht, sondern auch die Reaktion der Stadt. Diese hat vorsorglich eine Freinacht von Samstag auf Sonntag genehmigt, falls die Schweizer das Viertelfinal erreichen. Und sie haben es erreicht. Deswegen dürfen die Rheinfelder Gastrobetriebe den Match gegen Argentinien am Sonntagmorgen ausnahmsweise nicht nur ab 3 Uhr draussen zeigen, sondern auch durchgehend geöffnet bleiben. «Mit diesem Entscheid ermöglicht die Stadt Rheinfelden der Bevölkerung, den historischen Erfolg der Schweizer Nationalmannschaft gemeinsam zu erleben und das Spiel in einem geordneten Rahmen zu verfolgen», teilt die Stadt mit. Letztmals standen die Schweizer 1954 im Viertelfinal einer WM.
«Rheinfelden ist dabei»
Christian Pelaez freut sich, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen nun mitten in der Nacht ein Public-Viewing auf öffentlichem Grund durchführen können. «Rheinfelden ist dabei», sagt er mit einem Lachen. Das «Gambrinus» zeigt das Spiel im Rumpel. «Beim ersten Spiel der Schweiz zählten wir 220 Leute, beim zweiten waren es 180 und beim dritten 200», schildert Pelaez. Das Sechzehntelfinal-Spiel, das am vergangenen Freitag um 5 Uhr angepfiffen wurde, verfolgten knapp 60 Leute im Innern des Restaurants. Zum Fussball gab es ein Zmorge-Buffet. Die WM-Übertragungen sind für das «Gambrinus» insgesamt ein grosser Erfolg.
«Bitterer Beigeschmack»
Lukas Küng vom «Albrechtli» freut sich ebenfalls, dass die Stadt grünes Licht für ein Public-Viewing um 3 Uhr in der Früh gibt. «Ich bin dann zwar in den Ferien, aber wir werden offen haben», sagt er mit einem Lachen. Voraussichtlich wird das «Albrechtli» am Samstag erst gegen 21 oder 22 Uhr öffnen und danach durchgehend offenbleiben. Gezeigt wird das Spiel auf dem Albrechtsplatz. «Beim Achtelfinal am Dienstag gegen Kolumbien hatten wir eine Wahnsinns-Stimmung, fast wie im Stadion», schildert Küng. Er spricht im Zusammenhang mit der Bewilligungspraxis der Stadt aber von einem «bitteren Beigeschmack». Der Grund: Vergangenen Freitag hätte er das Sechzehntelfinal-Spiel, das um 5 Uhr begann, auch gerne draussen gezeigt. Das hat ihm die Stadt nicht bewilligt, so dass sich rund 30 Gäste bei hohen Temperaturen im Innern der Bar das Spiel zu Gemüte führen mussten. «Die Polizei hat das kontrolliert und sogar bemängelt, dass der Fernseher drinnen zu laut sei», sagt Küng verständnislos. Trotzdem ist er positiv und hofft, dass am Sonntagmorgen viele Gäste das historische Spiel verfolgen werden.
Das wünscht sich auch Sabine Anderhub vom «Aurea»: «Wir werden offen haben und das Spiel drinnen zeigen.» Beim Achtelfinal-Spiel am Dienstag zählte das «Aurea» zwischen 70 und 80 Gäste, am vergangenen Freitag waren es ab 5 Uhr rund 30 Leute, die den Fussball-Zmorge genossen. Sabine Anderhub: «Ich bin sehr gespannt, wie viele Leute am Sonntagmorgen um 3 Uhr kommen werden.» Auch zahlreiche weitere Rheinfelder Gastrobetriebe machen mit, wie zum Beispiel das Gasthaus zum Löwen, Stork’s Corner, die Bar Manhattan und Werni’s Kellerbar. Alle Wirtinnen und Wirte hoffen auf einen Volltreffer.