Das Leben im Fricktal während der Zeit des Schwabenkrieges
Im Jahre 1499 geriet das heutige Fricktal in die kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Hause Habsburg und den aufstrebenden Eidgenossen. Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde (FBVH) widmet ihre ...
Das Leben im Fricktal während der Zeit des Schwabenkrieges
Im Jahre 1499 geriet das heutige Fricktal in die kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Hause Habsburg und den aufstrebenden Eidgenossen. Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde (FBVH) widmet ihre Jahresschrift 2024, die in enger Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie Aargau entstanden ist, umfassend dem Schwabenkrieg 1499. Die FBVH geht in ihrer aktuellen Publikation weniger auf den Krieg und der damit zusammenhängen unsäglichen Zerstörung ein, sondern richtet den Blick vielmehr auf eine «vielfältige und bunte Lebenswelt einer Landbevölkerung, die in der Forschung bisher immer als arm und bescheiden dargestellt wurde». Archäologische Funde machen diese Erkenntnisse möglich. Eine bereits begonnene Wanderausstellung durch 21 Fricktaler Gemeinden gibt zudem Einblicke in das Leben von anno dazumal.
Welche grosse Arbeit durch den langjährigen Einsatz der Freiwilligen Bodenforscher geleistet wurde, werden bei in der Jahresschrift 2024 wie auch bei der Wanderausstellung mehrfach deutlich. Die NFZ bringt in einer losen Serie verteilt über das laufende Jahr Fotos und Erklärungen unter anderem über besondere Gebäude, Grabungen und Fundstücke. Der FBVH und der Kantonsarchäologie wird an dieser Stelle herzlich für das Zurverfügungstellen der Fotos gedankt. (sh)
Keller aus dem Spätmittelalter in Kaiseraugst
Kaiseraugst birgt einen Riesenfundus an Geschichte. 1990 wurde auf dem Gelände eines ehemaligen römischen Kastells eine Scheune abgerissen. Sie gehört zum Hotel Adler. Bei den folgenden, Monate dauernden Grabungen wurde ein mit Brandschutt gefüllter Keller aus dem Spätmittelalter freigelegt. Im Brandschutt fanden sich unter anderem rechteckige, mit Motiven verzierte Ofenkacheln. Auch Gefässe wie Töpfe, Pfannen und Teile von Trinkgläsern wurden aus dem Schutt geborgen. Zu den wichtigen Funden gehörten auch drei Münzen, die dank ihrer Jahrzahlprägung dem 15. Jahrhundert zugeordnet werden konnten. Hergestellt wurden die Münzen in Basel.
Hebandehuus in Kaisten
Bevor das aus dem 17. Jahrhundert stammende Hebandehuus (Hebammenhaus) vor über 30 Jahren abgerissen wurde, konnte es von den Freiwilligen Bodenforschern untersucht und dokumentiert werden. Entdeckt wurden auch Überreste des abgebrannten Vorgängerbaus sowie Funde, unter anderem Gebrauchsgegenstände aus dem 15. Jahrhundert. Unter den Fundstücken befanden sich unter anderem Kacheln, Glasfragmente von verglasten Fenstern sowie zahlreiche Metallobjekte wie Sicheln und Hämmer. Auf den Fotos zu sehen sind das Hebandenhuus an der Dorfstrasse in Kaisten sowie das Team der Freiwilligen Bodenforscher, die vor dem Abriss im Einsatz standen.