Fricktaler Preis für Werner Brogli
25.08.2026 WölflinswilPro Fricktal ehrt den Bodenforscher aus Möhlin für sein Lebenswerk
Mit der Verleihung des siebten Fricktaler Preises am Donnerstagabend in der renovierten Pfarrscheune in Wölflinswil würdigt die Stiftung das jahrzehntelange archäologische Schaffen des pensionierten Lehrers.
...Pro Fricktal ehrt den Bodenforscher aus Möhlin für sein Lebenswerk
Mit der Verleihung des siebten Fricktaler Preises am Donnerstagabend in der renovierten Pfarrscheune in Wölflinswil würdigt die Stiftung das jahrzehntelange archäologische Schaffen des pensionierten Lehrers.
Simone Rufli
«Neugier, Faszination, Begeisterung, Leidenschaft und Herzblut», dafür, so Linus Schmid, Präsident der Stiftung pro Fricktal, stehe der Name Werner Brogli. Eine «quasi angeborene Neugier» führe den Möhliner seit Jahrzehnten zu ausserordentlichen archäologischen Funden; die Art, wie der Geehrte seine Berufung beinahe täglich verfolgt, fasste er in seiner Laudatio in drei Worte: «bescheiden, beharrlich und akribisch.» «Werner Broglis Ausdauer und Akribie und der Unterstützung seiner Frau Lisbeth ist es zu verdanken, dass die Äcker des Wallbacher, Zeininger und Möhliner Feldes zu einer der archäologisch besterforschten Regionen der Schweiz geworden sind.»
Forschung wird wahrgenommen
«Es ist das Schönste für mich, wenn jetzt die Resultate meiner Forschungen von einer grösseren Öffentlichkeit wahrgenommen werden», bedankte sich der Geehrte, präsentierte ältere und erst wenige Stunden alte Fundstücke, die Leben in der Region Möhlin vor 400 000 Jahren belegen, sprach von seiner Leidenschaft und unterhielt mit Anekdoten und einem humorvollen Gedicht in Meler Dialekt.
Wissenschaftlich anerkannt
Werner Brogli ist in Zeiningen auf dem Widmatthof aufgewachsen und seit dem fünften Lebensjahr am Suchen und Sammeln. Auf die professionelle Akzeptanz seiner Arbeit durch die Wissenschaft musste der ehrenamtliche Heimatforscher und pensionierte Lehrer jedoch lange warten. Erst im Jahre 2022 attestierte ihm Kantonsarchäologe Thomas Doppler eine «systematische Arbeit, die in dieser Intensität für einen Laien ein weltweit einzigartiges Engagement sein dürfte» und bezeichnete Broglis Sammlung als «grossartig und von höchstem wissenschaftlichem Wert». Die Funde seien von grosser Bedeutung für den Kanton Aargau und böten grosses Forschungspotential für die Zukunft, so Doppler damals. Eine weitere Hommage an Broglis Schaffen folgte im Dezember 2023 mit der Aufführung eines 30-minütigen Kurzfilms in Fricks Monti.
«Warum mache ich das?», fragte Brogli und nannte drei gute Gründe: Bewegung, Natur und die Spannung, bei jedem Schritt etwas entdecken zu können. Apropos Bewegung: Von 2020 bis heute sei er 1695 Mal auf dem Feld unterwegs gewesen. «In mehr als 1500 Stunden habe ich in den 5,5 Jahren rund 3800 Kilometer zurückgelegt». Immer auf der Suche nach Mosaiksteinchen für die Kulturgeschichte des Fricktals.
Die Stiftung pro Fricktal zeichnet im Rahmen ihres Stiftungszweckes in unregelmässigen Abständen Persönlichkeiten aus, die sich in ihrem Leben um das Fricktal und dessen Bevölkerung verdient gemacht haben. Der Preis ist mit CHF 5000.00 dotiert. Die bisherigen Preisträger sind: Othmar Müller (2004), Bruno Egloff (2008), Peter Bircher (2010), Helfer-Team Schupfart (2013), Linus Hüsser (2019) und Ursula Brun Klemm (2022).
«Vom Fricktal – fürs Fricktal» seit 25 Jahren
Die Stiftung pro Fricktal leistet wertvolle Unterstützung
Seit der 17. Versammlung im August 2024 flossen insgesamt 130 090 Franken aus dem Stiftungsvermögen in vielfältige Projekte und an Personen, die auf Hilfe angewiesen sind. Die 18. Stifterversammlung fand am Donnerstagabend in der renovierten Pfarrscheune in Wölflinswil statt.
Simone Rufli
War die letzte Stifterversammlung am 29. August 2024 im «Rennofen» des Bergwerks Herznach eine ganz normale Versammlung, standen am Donnerstag mit der Wiederwahl des Stiftungsrates für eine neue Amtsperiode und der Verleihung des siebten Fricktaler Preises an den Möhliner Bodenforscher Werner Brogli (vgl. Bericht auf Seite 1) zwei gewichtige und ausserordentliche Geschäfte auf der Traktandenliste der Stiftung, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Am 28 Juni 2001 war die Stiftungsurkunde in Frick unterschrieben worden, am 9. Juli 2001 wurde der Eintrag im Handelsregister rechtswirksam.
Der Stiftungszweck hat sich all die Jahre hindurch nicht verändert, das Motto lautet nach wie vor «vom Fricktal – fürs Fricktal». Die Jubiläums-Versammlung fand im Beisein der Initianten, Stiftungsgründer und Ehrenmitglieder Rosmarie und Toni Rüetschi, Ehrenpräsident Heinz Schmid sowie weiteren Stifterinnen und Stiftern in der historischen Pfarrscheune in Wölflinswil statt. Deren im September 2025 abgeschlossene Renovation war durch die Stiftung finanziell unterstützt worden, wofür sich Anton Kretz, Präsident der Kirchenpflege Wölflinswil-Oberhof bedankte.
142 Gesuche behandelt
Stiftungsratspräsident Linus Schmid bedankte sich seinerseits bei seinen Stiftungsratskolleginnen und -kollegen fürs Engagement und insbesondere bei Marie-Louise Rüetschi und Carmela Herzog für die «teilweise umfangreichen und zeitintensiven Vorabklärungen» im Bereich «Hilfe». An acht Sitzungen (seit der letzten Versammlung im August 2024) hat der Stiftungsrat insgesamt 142 (Vorperiode 100) Gesuche behandelt, wobei auf die einzelnen Bereiche (Ressorts) folgende Unterstützungsbeiträge entfielen: Kultur 55 700 Franken, (Vorperiode 48 600), Hilfe 25 390 Franken (16 328), Jugend 24 250 Franken (20 500), Lebensraum 24 000 Franken (13 500), Kunst 750 Franken (0).
Erneut keine Gesuche waren im Bereich Jungunternehmen eingegangen. Seit der letzten Stifterversammlung wurden total 130 090 Franken (98 928) ausgerichtet. Neue Darlehen kamen keine dazu. Dank regelmässig eintreffenden grossen und kleinen Spenden, Zuwendungen, Berücksichtigungen bei Nachlassregelungen und Erbschaften sei der langfristige Fortbestand der Stiftung gesichert, so Linus Schmid.
Vier weitere Jahre
Linus Schmid (Präsident), Marie-Louise Rüetschi (Vizepräsidentin), Carmela Herzog, Rolf Hüsser und Markus Baumann, die fünf Mitglieder des Stiftungsrates, stellten sich für eine weitere Amtsperiode (2027-2030) zur Verfügung und wurden einstimmig wiedergewählt. Unter den Gästen weilte Guido Erni, Sohn der am 30. Juni 2026 im Alter von über 100 Jahren verstorbenen Stifterin Bernadette Erni-Ursprung. Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung vom Duo «White Moon» mit Luzia Wunderlin an der Gitarre und Rainer Loretan am Piano. Begrüsst worden waren die Versammlungsteilnehmenden von Wölf linswils Gemeindeammann Giuliano Sabato. Er brachte den Gästen seinen Wohnort auf humorvoll-unterhaltsame Art näher.


