Gemeinden wollen kombinierte Mobilität fördern
Im Frühling soll der grenzüberschreitende Veloverleih im Fricktal gestartet werden. Die beiden Rheinfelden sowie Kaiseraugst haben das Projekt initiiert, weitere Gemeinden schliessen sich an.
Valentin ...
Gemeinden wollen kombinierte Mobilität fördern
Im Frühling soll der grenzüberschreitende Veloverleih im Fricktal gestartet werden. Die beiden Rheinfelden sowie Kaiseraugst haben das Projekt initiiert, weitere Gemeinden schliessen sich an.
Valentin Zumsteg
In grossen Städten gibt es öffentliche Veloverleih-Systeme schon lange, jetzt ziehen auch das Fricktal und die grenznahen deutschen Gebiete nach. «Das geplante Bike-Sharing-Angebot Hochrhein ist durch die beiden Rheinfelden sowie die Gemeinde Kaiseraugst auf der Grundlage einer grenzüberschreitenden Verkehrsstudie initiiert worden», erklärt der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage der NFZ. Aufgrund des regionalen Interesses sei das Gebiet für den Testbetrieb rheinaufwärts ausgedehnt worden. Die Koordination des Vorhabens liegt nun beim Landratsamt Waldshut und wird von der Hochrheinkommission mitgetragen. Im Frühling 2026 soll es losgehen.
«Grosses Potential»
«Im grenzüberschreitenden Bike-Sharing-Konzept Hochrhein wären zum Start 11 Stationen mit 66 Fahrzeugen (22 Velos und 44 E-Bikes) vorgesehen. Noch stehen jedoch die Beschlüsse der möglichen Teilnehmergemeinden aus. Die tatsächliche Anzahl Fahrzeuge und die Standorte können deshalb im Moment noch nicht benannt werden», führt Erdin weiter aus. Die geplanten Bike-Sharing-Stationen an Bahnhöfen und zentralen Knotenpunkten sollen es Einwohnern, Pendlern und Besuchern ermöglichen, die «letzte Meile» vom Zug oder Bus zum Arbeitsplatz, Wohnort oder Ausf lugsziel effizient und umweltfreundlich zurückzulegen, auch grenzüberschreitend. «Dies stärkt die kombinierte Mobilität und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und führt zu einer besseren innerstädtischen Erreichbarkeit», betont der Rheinfelder Stadtschreiber. Das Bike-Sharing-Angebot sei ein Baustein für eine modernere, umweltfreundlichere und besser vernetzte Mobilität der beiden Rheinfelden. «Wir glauben, dass insbesondere im grenzüberschreitenden Verkehr und auch im Hinblick auf die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke auf Badischer Seite grosses Potential liegt.»
«Touristische Attraktivität steigern»
Laut Roger Erdin bekunden die grossen Arbeitgeberinnen in Rheinfelden reges Interesse für dieses Angebot, welches für ihre pendelnden Mitarbeitenden wertvoll sein könnte. «Die Möglichkeit, flexibel und grenzüberschreitend Fahrräder und E-Bikes zu nutzen, steigert auch die touristische Attraktivität Rheinfeldens. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für Ausflüge und Erkundungen auf beiden Seiten der Grenze.» Hinter dem neuen Verleihsystem steht mit der PubliBike AG dieselbe Anbieterin, die im Raum Basel bereits ein trinationales Veloverleih-System betreibt. Die Initialkosten pro Gemeinde liegen gemäss Roger Erdin je nach Anzahl Stationen voraussichtlich zwischen 10 000 und 20 000 Franken. Erdin: «Die Gemeinden erhalten aus unterschiedlichen Quellen Finanzierungsbeiträge. Die effektiven Kosten können erst nach Vertragsabschluss benannt werden.»