Apotheken können helfen
Apotheken sind wichtige niederschwellige Anlaufstellen für gewaltbetroffene Personen. Eine gezielte Schulung soll sie bei dieser Aufgabe unterstützen.
Seit einem Jahr steht dem Apothekenpersonal im Kanton Aargau ein von pharmaSuisse ...
Apotheken können helfen
Apotheken sind wichtige niederschwellige Anlaufstellen für gewaltbetroffene Personen. Eine gezielte Schulung soll sie bei dieser Aufgabe unterstützen.
Seit einem Jahr steht dem Apothekenpersonal im Kanton Aargau ein von pharmaSuisse anerkanntes E-Learning zu Partnerschaftsgewalt zur Verfügung. Ein neues Modul erweitert nun dieses Angebot und nimmt die besonderen Dynamiken häuslicher Gewalt bei älteren Paaren in den Blick. Denn Gewalt bei älteren Paaren bleibt oft verborgen. Gewalt in Paarbeziehungen kennt keine Altersgrenze. Sie kann bereits seit vielen Jahren bestehen oder sich durch Veränderungen im Alter verschärfen – etwa bei der Pensionierung, bei gesundheitlichen Einschränkungen, Pflegebedürftigkeit oder zunehmender sozialer Isolation. Scham, Angst vor den Folgen und Abhängigkeiten können es Betroffenen zusätzlich erschweren, sich an eine spezialisierte Stelle oder an die Polizei zu wenden.
Apotheken als wichtige Anlaufstellen
Viele ältere Menschen besuchen regelmässig eine Apotheke und kennen das Fachpersonal seit Jahren. Dieses Vertrauensverhältnis bietet die Chance, mögliche Anzeichen von Gewalt frühzeitig wahrzunehmen. Das E-Learning zeigt, wie Mitarbeitende solche Hinweise ohne Vorurteile einordnen, das Thema behutsam ansprechen, eine erste Unterstützung anbieten und Betroffene an geeignete Fachstellen vermitteln können. Der Kurs sensibilisiert für die Besonderheiten von Gewalt bei älteren Paaren und vermittelt konkrete Hilfsmittel für den Apothekenalltag. Weil die fachlichen Grundlagen nochmals aufgegriffen werden, eignet sich die Schulung sowohl als Vertiefung des ersten Moduls als auch als Einstieg. Entwickelt wurde das Schulungsmodul von der Westschweizer Konferenz der Gleichstellungsbüros in Zusammenarbeit mit den kantonalen Interventions- und Koordinationsstellen sowie weiteren Fachpersonen aus Forschung und Praxis. Die Fachstelle Häusliche Gewalt macht das Angebot für das Apothekenpersonal im Kanton Aargau zugänglich.
Das Weiterbildungsangebot ist Teil des kantonalen Massnahmenplans zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. (mgt/nfz)
Hilfe und Unterstützung bei häuslicher Gewalt
Polizei-Notruf: 117 (24h)
Opferberatung Aargau: 062 835 47 90
Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt: 062 550 20 20
Nationales Kompetenzzentrum Alter ohne Gewalt: 0848 00 13 13
Opferhilfe-Nummer: 142 (neu seit 1. Mai 2026)
Weitere Adressen und Informationen zu häuslicher Gewalt in verschiedenen Sprachen sind zu finden unter www.ag.ch/stoppgewalt