Fasnachtsgottesdienst mit «Grossschtadtchnulleri»

  22.01.2026 Kaiseraugst

Am Sonntag, 25. Januar um 11 Uhr, findet im reformierten Kirchgemeindehaus Kaiseraugst zum 23. Mal der Chaiseraugschter Fasnachtsgottesdienst statt. Auch diesmal wird die lokale Gugge «Grossschtadtchnulleri» ihre diesjährigen Kostüme präsentieren und ihre neu einstudierten Stücke uraufführen. Dass der Lärm ohrenbetäubend und das Gaudi gross sein wird, ist bekannt. Alles andere, insbesondere das Thema, bleibt bis dahin gut gehütetes Geheimnis.

Anfangs eine Bombenstimmung herrschte damals, als man des Jahrtausends an der Faschingfeier in Badisch Rheinfelden teilnahm, im eigentlichen Sinn: Man flüchtete vor einer Bombendrohung in die protestantische Kirche, die der Pastor freundlicherweise geöffnet hatte. Dann ging’s los. Die ersten Fasnächtler spielten auf, weitere kamen hinzu, zuletzt tanzten die Leute auf den Kirchbänken herum. Bald darauf, auf Initiative der damaligen Pfarrerin Esther Borer, fand der erste Chaiseraugschter Fasnachtsgottesdienst statt.

Die Vorbereitungen der Chnulleri klingen, als wär das Roche-Management am Werk. Sie beginnen Ende Mai des vorhergehenden Jahrs. KoKo (Kostüm-Kommission) und MuKo (Musik-Kommission) bringen Ideen ein. Die Kostüme werden zum Freundschaftspreis geschneidert und bestickt. Über das Thema wird demokratisch abgestimmt. Beides, Kostüme und Thema, bleibt bis zum Fasnachtsgottesdienst geheim. Hier, in den heiligen Hallen des reformierten Kirchgemeindehauses, wird beides präsentiert. Darum sind bei diesem Anlass alle nervös. Es herrscht Premieregroove. Insbesondere beim Major, Kimon Sorg. Und auch beim Pfarrer und dessen Frau.

Cool ist einzig Theobald, em Pfaff sin Aff. Er wird in einem von seiner Hofschneiderin Gerda Hollenstein extra für ihn massgeschneiderten Kostüm auftreten und ex cathedra, von der Kanzel herab vorwitzigaltkluge Reden vortragen: «Heut müsst ihr nicht auf Durchzug schalten! / Der Pfaff wird seine Schnuure halten. / ICH werd’ in der Kirche walten. / Drum, Leute, kommt in grosser Zahl! / Mich zu verpassen wär fatal.» (mgt)


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