«Farben der Hoffnung»
21.07.2026 FrickAusstellung im Gemeindehaus Frick
Im Gemeindehaus Frick wird mehrmals im Jahr bildnerische Kunst ausgestellt. Bis Ende Juli können hier Gemälde von Arman Allakhverdian bewundert werden. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung organisierte die Integrationsfachstelle ...
Ausstellung im Gemeindehaus Frick
Im Gemeindehaus Frick wird mehrmals im Jahr bildnerische Kunst ausgestellt. Bis Ende Juli können hier Gemälde von Arman Allakhverdian bewundert werden. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung organisierte die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» Anfang Juli eine Vernissage.
«Könntet ihr Arman Allakhverdian unterstützen, sein Kunstwerk besser zu promoten», lautete die Anfrage an die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal». Und sie machte sich ans Werk. Das Ergebnis der Vernissage zur Ausstellung «Farben der Hoffnung» im Gemeindehaus Frick: schöne Gemälde, interessante Einführung, klassische Livemusik, liebevoll vorbereiteter Apéro, herzliche Gäste, zahlreiche Begegnungen und reger Austausch.
«Kunst verbindet uns alle»
Schon 2024 gewann die Integrationsfachstelle Beat Näf, den aus dem Fricktal stammenden Historiker, für eine freiwillige Einführung bei einer sechstägigen Kunstausstellung anlässlich der Flüchtlingstage.
Beat Näf moderierte die Vernissage in Frick und gestaltete eine geistreiche Einführung. Die Gemeinderätin Ressort Gesundheit, soziale Sicherheit und Kultur, Alexandra Leimgruber, durfte als erste die Besucherinnen und Besucher begrüssen. Die Gemeinderätin hat keine Zweifel: «Die Bilder von Arman Allakhverdian bringen Leben, Emotionen und tiefgründige Geschichten in die Gemeinderäume». «Weiter zeigen sie uns, wie wichtig Vielfalt und Zuversicht für unser Zusammenleben sind. Die Bilder laden uns ein, innezuhalten und die Welt aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.»
Alexandra Leimgruber würdigte auch das Engagement der Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» als Brückenbauerin zwischen Menschen und Kulturen. «Kunst verbindet uns alle», unterstrich sie zum Schluss im Namen des Gemeinderats Frick. Bei der Vernissage waren auch ihre Gemeinderatskollegin Ramona Bernet und ihr Gemeinderatskollege Gunthard Niederbäumer anwesend.
Farben als Sinnbilder
«Es ist grossartig, dass in Frick die Gemeinde so viel für Kultur macht, und zwar Kultur für Menschen von hier und für Menschen, die neu hierhergekommen sind», äusserte sich Beat Näf. «Das verbindet und stärkt die Gemeinschaft». Als Historiker des Altertums ist er sich sicher: «Dies ist ein Weg, der Erfolg verspricht.» Es sei eine gute schweizerische Tradition, in öffentlichen Gebäuden Kunst zu zeigen.
Anschliessend stellte der Historiker diverse geschichtliche Bezüge her und erläuterte beeindruckende Beispiele zum Status der Farben und ihrer Bedeutung zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern, angefangen beim antiken Griechenland und Rom.
Farben der Heimaten
In den bunten Gemälden von Arman Allakhverdian erkennt der Historiker die Farben seiner alten und neuen Heimat wieder: Braun, Dunkelgrün, Hellgrün, Blau, … Arman Allakhverdian ist 1979 in Baku geboren, die Hauptstadt von Aserbeidschan. Aber er ist Armenier. Seit 1990 lebte er in Dnipro, einer Stadt in der Ukraine. Und seit rund sieben Monaten – in der kantonalen Unterkunft in Frick. Er identifiziert sich aber an erster Stelle als Künstler. Arman Allakhverdian begrüsste kurz die Gäste auf Ukrainisch. Die ausgestellten Kunstwerke «setzen sich intensiv mit Emotionen, Transformationen und innerer Stärke auseinander», erklärt er und betont: «Farben stellen eine faszinierende universelle Ausdrucksweise dar, die Gefühle besser beschreiben können als Worte». Die 70 Gemälde in den drei Stockwerken des Gemeindehauses Frick können bis zum 31. Juli bewundert werden. Im Mai stellte Allakhverdian seine Werke im Bohème-Art-Restaurant in Rheinfelden aus. Nach Frick wird er sie in Basel präsentieren.
Der Anlass endete, wie er begann: Lyubov Holovata begeisterte die gut 30 Besucherinnen und Besucher mit ihren virtuosen Interpretationen auf dem Cello. Sie spielte internationale und ukrainische Stücke. Mitbewohnerinnen des Künstlers in der kantonalen Unterkunft hatten ukrainische Spezialitäten für den Apéro zubereitet. Der rege Austausch über Kunst, Kultur, Migration, … klang erst nach zwei Stunden allmählich ab.
(mgt)


