Ein Teil des Bodens auf dem Steiner Bauareal für die neue Mittelschule ist PFAS-belastet. Das verlangt nach einer aufwändigen, fachgerechten Entsorgung. Dafür wird der betroffene Aushub gewaschen, thermisch behandelt und schliesslich in eine Sonderabfallverbrennung nach Deutschland ...
Ein Teil des Bodens auf dem Steiner Bauareal für die neue Mittelschule ist PFAS-belastet. Das verlangt nach einer aufwändigen, fachgerechten Entsorgung. Dafür wird der betroffene Aushub gewaschen, thermisch behandelt und schliesslich in eine Sonderabfallverbrennung nach Deutschland gebracht.
Susanne Hörth
Was verbindet den Hallwilersee oder das Baugelände der neuen Kanti in Stein mit einer Regenjacke, die nicht nass wird, oder einer Pfanne, an der nichts kleben bleibt? Mehr, als uns lieb ist. Was wir im Alltag schätzen, hat eine unsichtbare Kehrseite. Klein und unsichtbar haben sich die Ewigkeitschemikalien PFAS schon vor langer Zeit in unseren Alltag geschlichen. PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind eine Gruppe synthetischer Chemikalien, die stabil, wasser-, fett- sowie schmutzabweisend sind. Die gleichen Stoffe gelangen auch in Böden und Gewässer.
Genau das zeigt sich nun beim Bau der neuen Kanti in Stein. Mit den Aushubarbeiten für die neue, definitive Mittelschule im Gebiet Neumatt wurde vor kurzem begonnen (die NFZ berichtete). Bauherrin ist der Kanton Aargau. Bagger schaufeln Erdreich in bereitstehende Lastwagen. Die Frage, was mit dem Aushub geschieht, vielmehr wohin er gebracht wird, beant wortet Stéphanie Piller, Mediensprecherin beim kantonalen Finanzdepartement, so: «Der grösste Teil des Aushubmaterials wird für die Hinterfüllung und Terraingestaltung wiederverwendet.» Jedoch nicht alles.
Auf ein Minimum reduzieren
Ein Teil des Aushubmaterials ist laut Mediensprecherin PFAS-belastet. «Dieser Anteil wird in dafür zugelassenen Anlagen schrittweise entsorgt.» Was bedeutet, dass das belastete Material nach vorgehender Wäsche und thermischer Behandlung in eine Sonderabfallverbrennung nach Deutschland gebracht wird. Stéphanie Piller führt erklärend an: «Die ersten beiden Schritte dienen dazu, die Menge, welche fachgerecht entsorgt werden muss, auf das Minimum zu reduzieren.» Sie betont zudem, dass die ganze Entsorgungskette durch einen vom Generalplaner beauftragten Umweltspezialisten und der Bauleitung überwacht und begleitet wird.
Mehrverkehr
In und um Stein wird aktuell viel gebaut, entsprechend sind auch mehr Lastwagen unterwegs.
Stei n s G emei ndesch rei ber Sascha Roth sagt hierzu: «Grossbaustellen, wie der Bau der Kantonsschule, führen zwangsläufig zu Mehrverkehr.» Die Bevölkerung sei durch «Immobilien Aargau» über den Baustart informiert worden und die direkten Anstösser hätten zusätzlich ein Flugblatt mit wichtigen Informationen und Kontaktdaten erhalten.