Es wird gebaut und geprobt
17.09.2026 RheinfeldenAuf der einen Seite des Rheinfelder Kurbrunnens wird gesungen und geprobt, auf der anderen gesägt und gehämmert. Am 10. Oktober feiert die neuste Produktion der Fricktaler Bühne Premiere. Die NFZ hat einen Augenschein genommen.
Valentin Zumsteg
Es ist etwas los im Rheinfelder Kurbrunnen: Während in der Trinkhalle die Solistinnen und Solisten unter der Regie von Anette Leistenschneider die einzelnen Szenen und Gesangspartien proben, wird nebenan im Musiksaal an der Bühne gebaut. «Es läuft sehr gut. Wir sind im Zeitplan», erklärt die Regisseurin beim Besuch der NFZ.
«Wir zeigen unsere Version»
Die Fricktaler Bühne zeigt mit «Hello, Dolly!» ein klassisches Musical, das heute nicht mehr so oft gespielt wird. «Es ist ein sehr interessantes Stück, das wir auf unsere Darstellerinnen und Darsteller zuschneiden. Wir zeigen unsere Version», betont Leistenschneider. Seit gut einer Woche wird im Kurbrunnen geprobt. Die Regisseurin ist zufrieden mit dem Fortschritt. «Es ist ein grosses Stück. Wir wollen alles mit Tempo und Schwung präsentieren.» Im Zentrum der Geschichte steht Dolly Levi, eine verwitwete Heiratsvermittlerin und Frohnatur. Sie bringt Paare zusammen und ist nach einer Trauerphase selbst wieder bereit für eine neue Liebe. «Es ist sehr berührend, als Zuschauerin oder Zuschauer dabei zu sein, wie sie das meistert», verspricht die Regisseurin.
Die weibliche Hauptrolle spielt Jeanne-Pascale Künzli. «Dolly ist eine selbständige Frau, die für alles eine Lösung findet. Ich kenne das Stück seit meiner Jugend und finde es toll», erklärt Künzli, die auch die Intendantin der diesjährigen Produktion ist. Sie spielt bereits zum dritten Mal unter der Leitung von Regisseurin Anette Leistenschneider. «Das ist wunderbar. Sie hat ein durchdachtes Konzept, nimmt aber die Ideen der einzelnen Darstellerinnen und Darsteller zu den jeweiligen Figuren auf.» Dies sieht auch Niklaus Rüegg so, der mit Horace Vandergelder eine der männlichen Hauptrollen spielt: «Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.» Die Regisseurin gibt die Komplimente gerne zurück: «Die Zusammenarbeit ist sehr schön. Wir erarbeiten das Stück gemeinsam.»
Weil der Rheinfelder Bahnhofsaal aktuell nicht zur Verfügung steht, realisiert die Fricktaler Bühne erstmals eine Produktion im Kurbrunnen. Das bringt einige Herausforderungen mit sich, da deutlich weniger Platz zur Verfügung steht. «Wir machen das Beste daraus, genauso wie Dolly», sagt Anette Leistenschneider mit einem Lachen.
«Immer wieder improvisieren»
Was das konkret bedeutet, zeigt sich in der Trinkhalle, wo das Stück ab dem 10. Oktober über die Bühne geht. Dort wird unter der Leitung von Christoph von Büren aktuell gehämmert und gesägt: «Bühnenbau ist etwas Wunderbares. Wir müssen kreativ sein und immer wieder improvisieren», sagt er. Eng wird es auch für die Theaterbestuhlung, doch sie sollte reingehen.
Das Bühnenbild stammt von Dave Leuthold, der schon mehrfach mit der Fricktaler Bühne zusammengearbeitet hat. «Die grösste Herausforderung ist der beschränkte Platz», sagt er. Im Vergleich zum Bahnhofsaal ist die Bühne im Kurbrunnen deutlich kleiner. Hier gilt es, das Optimum herauszuholen. Bis in rund einer Woche soll alles stehen, damit die Probearbeiten anschliessend auf der Bühne beginnen können. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun; die Stimmung ist aber sowohl beim Bühnenbau als auch bei den Proben ausgezeichnet.
Die Fricktaler Bühne zeigt das Broadway-Musical «Hello, Dolly!» ab dem 10. Oktober im Kurbrunnen in Rheinfelden. Es wird 20 Aufführungen geben. Der Vorverkauf läuft.


