Es wächst aus der Tiefe
03.09.2026 LaufenburgBereits Ende Jahr ist bei FlexBase das Erdgeschoss erreicht
Die gigantische Baustelle des Technologiezentrums Laufenburg interessiert viele, regional wie international. Die Verantwortlichen gaben diese Woche bekannt, dass auch in Zukunft mindestens 51 Prozent des Unternehmens in Schweizer Hand bleibe.
Susanne Hörth
«Die Dimensionen gekoppelt mit der Komplexität und Geschwindigkeit: Das macht das Projekt aus», sagt Raphael Schmid, Mediensprecher der Laufenburger FlexBase Group. Im Gespräch mit der NFZ betonen er, FlexBase-Group-CEO, Verwaltungsratspräsident und Hauptaktionär Marcel Aumer sowie Diego Ochsner, Stabsstellenleiter Public Affairs und Sicherheitsbeauftragter bei FlexBase, mehrfach den Pioniercharakter des Projekts: ein KI-Rechenzentrum, kombiniert mit einem riesigen Redox-Flow-Batteriespeicher. In dieser Form gebe es weltweit noch nichts Vergleichbares. «In anderen Ländern werden für Grossverbraucher Gaskraftwerke errichtet. Bei Flex-Base neutralisieren wir den Verbraucher durch die Riesenbatterie vor Ort», erklärt Diego Ochsner einen der grossen Vorteile des künftigen Technologiezentrums Laufenburg (TZL) mit Batteriespeicher. Genau diese Kombination löse das grosse internationale Interesse am Laufenburger Bauvorhaben aus.
Von Beginn an war in der noch jungen Geschichte von FlexBase vieles einem rollenden Prozess untergeordnet. Laufende Anpassungen am gigantischen Bau, weitere Bewilligungsverfahren und sich stetig weiterentwickelnde Technologien fordern alle Beteiligten. Proaktives Informieren – soweit möglich und von den Investoren des milliardenschweren Projekts zugelassen – ist für das Team um Marcel Aumer deshalb zentral. Er ist sich bewusst, dass viele Fragen nicht nur aus der Fachwelt kommen, sondern angesichts der Grösse des Technologiezentrums und allem was damit verbunden ist, auch aus der Bevölkerung. Allein der Aushub von 480 000 Kubikmetern, welcher mehr als dem doppelten Volumen des Prime Towers in Zürich entspricht, lässt staunen. Auch die Materialmengen, die für den Bau benötigt werden, sind gewaltig. Dazu zählen in nicht allzu ferner Zukunft beispielsweise der Einbau von 1600 Tanks in Form von Silos mit einer Grösse von je 2,4 auf 13 Metern sowie rund 80 Millionen Liter mit Elektrolyten angereichertes Wasser. Wie vieles auf dieser Baustelle wird auch die Anlieferung des Wassers eine logistische Herausforderung.
In der tiefen Baugrube sind die Aushubarbeiten inzwischen abgeschlossen, das Technologiezentrum beginnt schrittweise nach oben zu wachsen. «Dass die Erne-Gruppe mit allen beteiligten Partnern den Aushub planmässig und ohne Zwischenfälle abschliessen konnte, ist ein grosser Erfolg für das gesamte Projektteam», erklärt Marcel Aumer in einer Medienmitteilung zu Wochenbeginn. «Jetzt geht es zügig weiter: Mit dem Errichten des Rohbaus nimmt unsere Vision eines Innovations-Campus’ für Energie und Technologie greifbare Formen an.» Zur 1,4 Meter dicken Bodenplatte teilt das Unternehmen mit, dass über 98 Prozent der Gesamtf läche erfolgreich verdichtet und betoniert seien. Damit ist die Basis gelegt, auf der das Gebäude in den kommenden Monaten in die Höhe wachsen wird. «Im Dezember werden wir die Erdgeschoss-Höhe erreicht haben», sagt Diego Ochsner gegenüber der NFZ.
Ein Versprechen für die Schweiz
«FlexBase befindet sich heute zu 100 Prozent in Schweizer Hand. Sämtliche Anteile werden von Schweizer Eigentümern gehalten», heisst es in einer Medienmitteilung des Laufenburger Unternehmens. Hauptaktionär ist Gründer Marcel Aumer. Was im Aargau realisiert wird, sei wegweisend für die Energiezukunft der Schweiz, Europas und der Welt. Deshalb sei es möglich, dass sich mittel- bis langfristig auch internationale Investoren an FlexBase beteiligen. Zugleich geben die Verantwortlichen ein klares Versprechen ab: «FlexBase wird immer zu mindestens 51 Prozent in Schweizer Hand bleiben. Eine Beteiligung ausländischer Investoren ist möglich; eine ausländische Mehrheit ist es nicht – heute nicht und auch in Zukunft nicht.»
Was Marcel Aumer am Montag auch gegenüber der NFZ festgehalten hat, wird in der Mitteilung nochmals unterstrichen: Die gute Zusammenarbeit zwischen den Nachbargemeinden Laufenburg und Kaisten sei für das Projekt wichtig. Als Zeichen dieser Verbundenheit wird die Bevölkerung beider Gemeinden eingeladen, einen exklusiven Blick auf die Baustelle zu werfen. Eine entsprechende Einladung wurde bereits publiziert; zahlreiche Anmeldungen seien schon eingetroffen.
(sh)


