Es lebe das Huhn
02.07.2026 FricktalIm letzten Februar mussten wir uns schweren Herzens von all unseren Hühnern und Hähnen verabschieden. Leider war eines unserer Hühner an einer infektiösen Laryngotracheitis (ILT) erkrankt – eine hochansteckende Viruskrankheit, die durch ein Herpesvirus ausgelöst ...
Im letzten Februar mussten wir uns schweren Herzens von all unseren Hühnern und Hähnen verabschieden. Leider war eines unserer Hühner an einer infektiösen Laryngotracheitis (ILT) erkrankt – eine hochansteckende Viruskrankheit, die durch ein Herpesvirus ausgelöst wird. Das Virus befällt die oberen Atemwege und führt zu schwerer Atemnot, Röcheln und blutigem Auswurf. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, endet für Hühner jedoch meistens tödlich. Leider sind vorhandene Impfstoffe, welche gegen das Virus eingesetzt werden könnten, in der Schweiz nicht zugelassen. So gestalten sich Schutzmassnahmen schwierig, da es für symptomlose Tiere keine Tests gibt und sie so den Erreger über die Atemwege ausscheiden und übertragen können. Zudem besteht die Gefahr einer indirekten Verbreitung über verschmutzte Eierkartons oder Einstreu. Um diesem Schicksalsschlag etwas Positives abzugewinnen, gestalteten wir das Hühnergehege in eine Wohlfühloase für unsere Schildkröten und Sittiche um. Im grosszügigen Gehege befinden sich aktuell 27 Nymphen- und Wellensittiche, die dort ihr Leben in vollen Zügen geniessen. Die beiden Vogelarten können gut zusammen gehalten werden und stammen beide aus Australien. In der Natur leben Nymphen- und Wellensittiche Seite an Seite im selben Verbreitungsgebiet und teilen sich dort neben Wasserplätzen auch die Brutstätten. Häufig befinden sich sogar ihre Nester im selben Baum. Werden beide Gattungen vergesellschaftet, ist es wichtig, dass immer mindestens ein Partner der eigenen Art vorhanden ist, und da Wellensittiche oft sehr frech, lebhaft und neugierig sind, geschützte Bereiche für die ruhigeren Nymphensittiche existieren. Die quirligen Vögel teilen sich das Gehege mit 15 Schildkröten, für die unsere Mitarbeitenden einen Lebensraum geschaffen haben, welcher artgerecht ist und viel Abwechslung bietet. Auf Grund zahlreicher Aufnahmeanfragen für Hühner und Hähne in den vergangenen Monaten mussten wir prüfen, ob wir nach dem traumatischen Vorfall im Februar emotional und organisatorisch bereit für eine erneute Haltung sind. Wir haben uns dazu entschlossen, weiterhin Hühner und Hähne in Not bei uns aufzunehmen. Auch wenn die gesundheitlichen und gesetzlichen Hürden gegen eine Haltung sprechen, können und wollen wir diese Tiere nicht von unserer Hilfe ausschliessen. Aus diesem Grunde haben wir anfangs Juni elf Hühnern einen Lebensplatz auf dem Tierlignadenhof ermöglicht. Im Juli werden weitere vier Hühner dazustossen, worauf die Gruppe komplett ist. Wir sind unglaublich stolz, diesen Schritt gewagt zu haben und geniessen es jeden Tag, das fröhliche und lebendige Treiben unserer neuen Familienmitgliedern zu beobachten und zu erleben.
Liebe Grüsse vom Tierlignadenhof-Team
Besuche sind nur nach Vereinbarung möglich!
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