Es kommt Bewegung in die Parkplatz-Diskussion
02.06.2026 KaiseraugstDie Parkgebühren ab der ersten Minute beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst sind für viele ein Ärgernis. Bei einem Treffen mit allen Beteiligten konnte die Grundlage für mögliche Lösungen gelegt werden.
Valentin Zumsteg
Die Zusammenkunft am vergangenen ...
Die Parkgebühren ab der ersten Minute beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst sind für viele ein Ärgernis. Bei einem Treffen mit allen Beteiligten konnte die Grundlage für mögliche Lösungen gelegt werden.
Valentin Zumsteg
Die Zusammenkunft am vergangenen Donnerstagabend ist mit Spannung erwartet worden: Vertreterinnen und Vertreter des Verkehrs-Clubs Schweiz (VCS), des Gewerbes, des Gemeinderates, der Ortsparteien und von Coop haben sich in Kaiseraugst zu einem Gespräch getroffen. Thema war die Parkplatz-Situation beim Einkaufszentrum Kaiserhof. Früher konnte man dort gratis parkieren, seit ein paar Jahren kostet es ab der ersten Minute 1.50 Franken. Dies ärgert nicht nur viele Autofahrer, sondern auch Anwohner, die unter dem wilden Parkieren im Quartier leiden. Der 91-jährige René Weinhold hat deswegen eine Initiative lanciert, die von rund 1000 Personen unterzeichnet wurde. Darin wird gefordert, dass mindestens eine halbe Stunde gratis parkiert werden kann (die NFZ berichtete).
«Niemand ist zufrieden mit der aktuellen Situation»
Mit der Unterschriftensammlung hat es René Weinhold geschafft, dass dieses Thema wieder breit diskutiert wird. Als Folge davon setzten sich am vergangenen Donnerstag alle Beteiligten an einen Tisch. Die Presse war nicht zugelassen, doch nach dem Treffen äusserten sich verschiedene Exponenten gegenüber der NFZ positiv zum Gespräch. «Ich bin sehr glücklich.
Es war ein konstruktiver Dialog», erklärt Rolf Baumgartner, Präsident der FDP Kaiseraugst, der sich stark für dieses Treffen eingesetzt hat. «Alle sind der Meinung, dass mit der aktuellen Situation niemand zufrieden sein kann. Wir brauchen eine lokale Lösung», sagt Baumgartner. Verschiedene Themen wurden diskutiert, unter anderem eine bessere Erschliessung des Areals für Velofahrer, die Schaffung von Parkplätzen für Lastenvelos und zusätzliche Parkplätze für Handicapierte. Auch die Einführung einer Gratis-Parkzeit war ein Thema. «Es sieht vielversprechend aus. Alle wollen eine Verbesserung», so Baumgartner. Dass es eine Lösung braucht, ist für ihn klar, «für die kleineren Geschäfte ist die Situation heute dramatisch. Sie kämpfen mit Umsatzrückgängen.» Die aktuellen Parkgebühren ab der ersten Minute sind gemäss Baumgartner «nicht in Stein gemeisselt».
«Der Wille ist da, pragmatisch vorzugehen»
Auch Yves Gärtner, Geschäftsführer des VCS Aargau, wertet das Treffen als positiv: «Das Gespräch war respektvoll und lösungsorientiert. Es gibt nicht eine perfekte Lösung, aber der Wille ist da, pragmatisch vorzugehen.» Aus seiner Sicht braucht es ein Paket von verschiedenen Massnahmen, unter anderem eine Verbesserung der Zufahrt für Velos. Gleichzeitig soll das Quartier vom Suchverkehr entlastet werden. Eine Gratis-Parkzeit von 30 Minuten kann er sich hingegen nicht vorstellen; maximal 15 Minuten sollten aber gegebenenfalls möglich sein. Über ein Verhandlungsmandat für ein entsprechendes Gesamtpaket müsse der VCS-Vorstand entscheiden.
René Weinhold, der mit seiner Unterschriftensammlung den Stein wieder ins Rollen gebracht hat, war am Donnerstag ebenfalls dabei: «Ich bin positiv überrascht», sagt er. Aus seiner Sicht wären 15 Minuten zwar zu kurz, «doch lieber das als die heutige Situation.» Mitte Juni wird es ein zweites Treffen geben, um die konkreten Schritte zu diskutieren.
LESERBRIEF
Bringt ein runder Tisch die Lösung?
Die kürzlich durchgeführte Unterschriftensammlung zur unbefriedigenden Verkehrssituation rund um den Kaiserhof konnte einen überwältigenden Erfolg verzeichnen. Deshalb trafen sich vor ein paar Tagen auf Initiative der FDP-Vertreter und -Vertreterinnen von Coop, VCS, Gemeinderat, Einwohner, eingemieteten KMUs sowie Ortsparteien zu einer offenen Gesprächsrunde. Diese «Chropfleerete» fand in einer äusserst angenehmen, sachlichen Atmosphäre statt. Allen Anwesenden war wichtig, die Probleme auf den Tisch zu legen und miteinander zu diskutieren. Der neue VCS-Geschäftsführer zeigte Verständnis für das Unbehagen in der Bevölkerung mit der gesamten Verkehrssituation. Im Verlauf des Gesprächs wurden auch Lösungsansätze für den Langsamverkehr angesprochen, da auch diese Situation unbefriedigend ist. Im Quartier Junkholz sorgen die Falschparkierer, die dort der Parkgebühr ausweichen wollen, für zusätzlichen Frust. Dass eine Parkgebühr von Fr. 1.50 ab der 1. Minute bezahlt werden muss, bleibt das Hauptärgernis. Sowohl die eingemieteten KMUs und Dienstleister als auch Coop leiden unter den empfindlichen Umsatzeinbussen, und deshalb ist eine einfache, rasche Lösung dringend gefordert. Die Gesprächsteilnehmenden werden sich im Juni erneut treffen, um weitere Schritte zu besprechen. Vielleicht können dann bereits Lösungsmöglichkeiten präsentiert werden.
ROLF BAUMGARTNER, PRÄSIDENT, FDP KAISERAUGST

