«Es hat etwas von einem Feriencamp»
08.01.2026 WölflinswilSeit dem 20. Dezember sind in Wölflinswil täglich rund 20 Jugendliche und eine Handvoll Erwachsene daran, rund um die «Strihe-Alp» ein Wintermärchen wahr werden zu lassen.
Simone Rufli
Sie sägen, schrauben, streichen, kleben und dekorieren. Wer ...
Seit dem 20. Dezember sind in Wölflinswil täglich rund 20 Jugendliche und eine Handvoll Erwachsene daran, rund um die «Strihe-Alp» ein Wintermärchen wahr werden zu lassen.
Simone Rufli
Sie sägen, schrauben, streichen, kleben und dekorieren. Wer noch keine handwerkliche Erfahrung hat, lässt sich von den Profis instruieren. Jede Hilfe ist willkommen, alle packen mit Freude mit an. Wenn die Show am 9. Januar beginnt, wird Schnee aus zwei Schneekanonen (sie stammen aus Arosa) den Weg vom Vorplatz zur Halle säumen und die Besucher der seit Wochen ausverkauften Turnshow werden in eine perfekt inszenierte Winterwelt eintauchen. Dass die Winterlandschaft – basierend auf einer 180-Grad-Drohnenaufnahme – eigentlich in einer Turnhalle liegt – die Turngeräte wurden alle ausgelagert – das Essen auf der «Strihe-Alp» im Prinzip aus dem Geräteraum kommt und auch unter der komplett holzverkleideten Bar, der «Schittlihütte» (zugänglich auch ohne Ticket und mit Live-Übertragung der Show) die nüchterne Halle steckt – die Besucherinnen und Besucher werden es vergessen. Die «Huebmet» war schon beim Besuch der NFZ am 29. Dezember nicht wiederzuerkennen, was erst wird los sein, wenn die 300 Plätze in der Zeit vom 9. bis zum 17. Januar an sechs Abenden belegt sind?
Der wahre Zauber
Ein knappes Jahr Vorbereitung – von der Wahl des Mottos über die detaillierte Planung, Materialbeschaffung bis zur Arbeitseinteilung in einem Schichtplan – liegt hinter den Mitgliedern des Turnvereins. Und dabei sind all die Stunden Aufbauarbeit in der Halle, angefangen am 20. Dezember, noch nicht eingerechnet.
Für die Jugendlichen aus dem Turnverein, die Helferinnen des Damenturnvereins, der Jugend und die ein, zwei Helfer aus dem Männerturnverein sei aber genau das der wahre Zauber der alle zwei Jahre stattfindenden Turnshow, erklärt Corinne Franz vom neun Personen umfassenden OK auf dem Weg durch die Seilbahnstation, vorbei am KI-generierten Pistenplan, einem ausrangierten Sessel eines Sessellifts, einer Vierer-Gondel aus der Lenk, ausrangierten Skiliftbügeln, Um lenkrollen, Gipswänden und einem kurzen Besuch bei den OK-Kollegen Rolf Lander und Jürg Stäuble in der Festwirtschaft.
«Dieses Gefühl, Teil von etwas Einzigartigem und Grossem zu sein, und das Herzblut, das sie in die Arbeit stecken, ist für viele fast wichtiger als die Turnshow an sich», so Corinne Franz. «Die Turnshow ist natürlich ein Highlight», erklärt Gian-Luca Stäuble, seine Arbeit kurz unterbrechend, «aber das, was wir vorher gemeinsam erleben, schweisst uns noch viel stärker zusammen.» Froh sei die ganze Aufbau-Crew, «dass in diesem Jahr verkleidungsmässig noch etwas mehr drin liegt als sonst, weil die Halle in den nächsten Jahren ja sowieso saniert wird». Corinne Franz schmunzelt: «Es hat etwas von einem Feriencamp. Was hier geschieht, ist für das Dorfleben sehr wertvoll.»
Auch technisch top
Auf der Bühne läuft während des Rundgangs die Videoaufnahme von der ersten Hauptprobe. Thomas Hort (TomyTomy Veranstaltungstechnik) wird die 16 Nummern vom «Schneezauber» ins rechte Licht rücken und Videoeinspielungen werden die Stimmung auf der «Strihe-Alp» weiter anheizen.
Doch irgendwann geht jeder Traum zu Ende. In Wölflinswil ist das nach der letzten Aufführung am 17. Januar der Fall. Was ein Jahr lang geplant und zwei Wochen lang aufgebaut wurde, muss nach der letzten Show am Samstagabend bis am Montagmittag zurückgebaut sein.




