Auch wenn beim komplett niedergebrannten Wohnwagen auf dem Möhliner Campingplatz die Ursache noch unklar ist: Der Vorfall ist quasi Mahnmal für die aktuelle Lage. Die Trockenheit als Pulverfass – der Feuerwehrkommandant ordnet ein
Ronny Wittenwiler
Das Bild ist nicht ...
Auch wenn beim komplett niedergebrannten Wohnwagen auf dem Möhliner Campingplatz die Ursache noch unklar ist: Der Vorfall ist quasi Mahnmal für die aktuelle Lage. Die Trockenheit als Pulverfass – der Feuerwehrkommandant ordnet ein
Ronny Wittenwiler
Das Bild ist nicht schön, doch erschreckend spektakulär: Als mitten in der Nacht auf Dienstag ein Wohnwagen auf dem Möhliner Campingplatz in Brand gerät, schiessen die lodernden Flammen bald meterhoch in die Höhe. Vom Wohnwagen bleibt später nicht mehr viel übrig (die NFZ berichtete). Verletzte gab es keine. Und obschon die Brandursache noch unklar ist, scheint der Vorfall dennoch eine Art Mahnmal für die aktuell vorherrschende Situation rund um die vom Kanton Aargau ausgerufene Gefahrenstufe 5 – sehr grosse Waldbrandgefahr. Das lässt sich auch anhand der Aussagen des Möhliner Feuerwehrkommandanten Richard Urich ableiten; er war in der Brandnacht vor Ort.
Nur eine Minute später
«Die Alarmstelle in Aarau hat den Ernst der Lage sofort erkannt und dementsprechend das grösstmögliche Einsatzdispositiv aufgeboten», sagt Urich. Der Campingplatz gegenüber des Schwimmbads Möhlin grenzt teilweise an Waldgebiet. In direkter Nähe des niedergebrannten Wohnwagens befinden sich Sträucher und Bäume, auf die das Feuer gemäss Alarmmeldung bereits übergegangen war. Und: Wie einer ersten Mitteilung der Polizei zu entnehmen war, hatte das Feuer einen benachbarten Wohnwagen leicht beschädigt. «Einzelne Teile waren bereits geschmolzen», bestätigt Richard Urich und schiebt nach: «Nur eine Minute später und auch dieser Wohnwagen wäre verloren gewesen, davon bin ich überzeugt.»
«Es verträgt gar nichts»
Die Kombination der Umstände – Waldnähe und die langanhaltende, massive Trockenheit – habe diese grösstmögliche Alarmierung absolut erfordert, sagt Kommandant Urich. «Wenn von einem Brand-Gross die Rede ist, umgeben von Wald, dann ist das in der aktuellen Situation bedrohlich.» Darum sei das generelle Feuerverbot im Aargau eine grosse Erleichterung. «Nicht, weil wir den Leuten das Grillieren missgönnen würden. Die aktuelle Lage ist einfach wirklich extrem heikel, es verträgt gar nichts. Die Gefahr, dass sich ein Feuer mit grosser Geschwindigkeit ausbreitet, ist massiv höher. Ein kleiner Funke reicht aus – und es brennt eine Wiese, ein Haus.»
Schlimmeres verhindert
Es liegt auf der Hand: Die Feuerwehr Möhlin mit ihren rund fünfzig Einsatzkräften vor Ort, unterstützt von den Kollegen der Feuerwehr Rheinfelden mit der Autodrehleiter – sie wird bei einem sogenannten Alarm «Brand-Gross» automatisch aufgeboten – hat in jener Nacht Schlimmeres verhindert. Und so sei die Frage erlaubt: Was geht den vielen Einsatzkräften in diesen Tagen durch den Kopf? Möhlins Feuerwehrkommandant sagt es so: «Man ist etwas bewusster unterwegs. Vielleicht noch etwas sensibilisierter, wenn es irgendwo nach Rauch riecht.»
Dann schiebt er nach, dass die Wahrscheinlichkeit eines Brandes steige, wenn es lange sehr heiss sei. Was wie eine Binsenwahrheit klingt, führt er ruhig und sachlich aus: «Es ist nun mal so: Die langanhaltende Hitze hat Einfluss auf unsere Konzentration, die Wahrscheinlichkeit für menschliches Versagen steigt.»
Umso wichtiger scheint es gerade jetzt, dass selbst ein noch so kleiner Funken gar nicht erst entfacht wird.