Erfolgreicher Saisonstart für Krattiger/Dillier
01.05.2026 SportMarco Krattiger aus Amriswil und der Möhliner Leo Dillier legten mit drei Top-Ten-Plätzen einen fulminanten Start auf der Profi-World-Tour hin. Das Schweizer Duo mit den Coaches Lukasz Fijalek und Philip Gabathuler gewinnt immer öfters gegen internationale Spitzenteams.
Regula Rügge
Beim ersten Turnier Mitte März im brasilianischen João Pessoa, das in der höchsten Kategorie «Elite» angesiedelt ist, mussten sich Marco Krattiger und Leo Dillier zuerst in einem Qualifikationsspiel gegen ein brasilianisches Team beweisen. «Diese Matches sind immer sehr nervenaufreibend», erklärt Marco Krattiger. «Du fliegst über 20 Stunden, Tausende von Kilometern und wenn du das Spiel verlierst, musst du wieder nach Hause. Das ist schon ein gewaltiger, mentaler Druck.» Zum Glück wurden sie aber ihrem Status als bestes Schweizer Beachvolley-Team gerecht und gewannen den Selektionsmatch wie auch die beiden weiteren Gruppenspiele gegen Brasilien und Deutschland. Gegen die als Nummer fünf gesetzten Österreicher Hammarberg/Berger fanden sie aber nicht das richtige Mittel und mussten mit einer 0:2-Niederlage vom Platz.
Sensationeller 5. Rang im Elite-Turnier
Aber Krattiger/Dillier gaben nicht auf, zeigten im Achtelfinal eine starke Leistung gegen die Kanadier Schachter/Pickett und zogen mit einem 2:0-Sieg in die Runde der besten acht Teams ein. Dort warteten die Amerikaner Crabb/Benesh. Die US-Boys spielten souverän, liessen den Schweizern erst im zweiten Satz eine Chance auf einen Satzgewinn, aber setzten sich am Ende mit 25:23 hauchdünn durch. «Wir sind trotz der letzten Niederlage extrem zufrieden mit dem erfolgreichen Saisonstart», strahlt Marco Krattiger. «Gegen die besten Teams der Welt zeigten wir, was wir draufhaben. Ein fünfter Rang ist bisher unser bestes gemeinsames Resultat bei einem Elite-Turnier. Unser Ziel ist es, noch variabler zu werden und unser Spiel weiterzuentwickeln, dann ist der Einzug in den Halbfinal – oder Final
– nur eine Frage der Zeit.»
Top-10-Resultat in Mexico
Eine Woche später wartete das Challenge-Turnier (zweithöchste Kategorie) i m mex i kan ischen Tlaxcala, das auf 2200 Metern liegt. Hier durften sie die nervige Qualifikation überspringen und direkt im Hauptfeld starten. Gegen die kanadischen Qualifikanten zeigten sie ihr Können und gewannen in nur 30 Minuten klar mit 2:0. Ein harter Kampf folgte gegen die Niederländer Luini /Immers, die sich erst im Entscheidungssatz mit 15:13 durchsetzen konnten. In der Zwischenrunde trafen die Schweizer auf die Israelis Elazar/Cuzmiziov und zogen mit einem klaren Sieg ins Achtelfinale ein. Dort trafen sie dann auf die späteren Turniersieger aus Australien Potts/Pearse und verloren äusserst knapp mit 13:15 im dritten Satz. Mit dem neunten Rang und einem weiteren Top- 10-Resultat auf der World Tour traten Krattiger/Dillier den Heimf lug an und freuten sich auf ein paar Tage zuhause über Ostern mit ihren Familien.
Magen-Darmgrippe in Brasilien
Saquarema war vom 8. Bis 12. April der Austragungsort des zweiten Elite-Turnieres. Die brasilianische Stadt ist bei Wellenreitern sehr beliebt. Der häufig wechselnde Wind ist aber für alle Beachvolleyballer eine grosse Herausforderung. Eine weitere Schw ierigkeit bei den Wettkämpfen in Südamerika ist die Verpf legung. Leo Dillier: «Wir Europäer sind das Essen in Südamerika nicht gewohnt. Es ist fast unmöglich, keine Magen-Darmgrippe zu erwischen. Natürlich passen wir extrem auf, trinken nur abgekochtes Wasser, essen nur gewaschene oder gekochte Nahrungsmittel und verzichten auf das Eis in den Getränken. Trotzdem erwischt es uns – und auch andere Teams – immer wieder. Oft fal len daher Matches i n den Turnieren aus, weil einer oder beide Spieler f lach liegen», so der Möhliner.
In der Weltspitze angekommen
Im Qualifikationsmatch gegen die Kanadier konnten die Schweizer sich stetig steigern und entschieden das Tie-Break mit 15:13 für sich. Gegen ihre nächsten Kontrahenten Hammarberg/Berger hatten sie in João Pessoa noch 2:0 verloren. Nun konnten sie die als Nummer acht gesetzten Österreicher aber mächtig unter Druck setzen und gewannen den Entscheidungssatz mit 15:13. Als nächstes wartete das norwegische Spitzenteam Mol/Sorum auf sie. Leider fanden sie nicht die richtigen Mittel und verloren 0:2. Aber gegen die Brasilianer Adelmo/ Mateus kehrten der Amriswiler und der Fricktaler wieder auf die Siegesstrasse zurück. Endstation war dann aber im Achtelfinal gegen die Polen Losiak /Bryl, die ein fast fehlerloses Spiel zeigten. Krattiger/ Dillier verabschiedeten sich vom Turnier mit einem weiteren neunten Rang und bestätigten, dass sie in der Weltspitze angekommen sind.
Aktuell läuft im südamerikanischen Brasilia das dritte Elite-Turnier. Krattiger/Dillier bestritten am Mittwoch das Qualifikationsspiel und ein erstes Gruppenspiel. Der Spielplan und alle Resultate sind aufruf bar unter «Beach Pro Tour Brasilia 2026».

