Energie-Förderprogramm soll weitergehen
23.04.2026 AargauDer Regierungsrat beantragt einen Verpflichtungskredit «Förderprogramm Energie 2027– 2030» über 127,8 Millionen Franken. Davon sind 58,3 Millionen Franken kantonale Mittel vorgesehen; die übrigen Mittel stammen aus Globalbeiträgen des Bundes. Das Programm soll ...
Der Regierungsrat beantragt einen Verpflichtungskredit «Förderprogramm Energie 2027– 2030» über 127,8 Millionen Franken. Davon sind 58,3 Millionen Franken kantonale Mittel vorgesehen; die übrigen Mittel stammen aus Globalbeiträgen des Bundes. Das Programm soll zum Erreichen der klimaund energiepolitischen Ziele sowie zur Versorgungssicherheit beitragen. Es ist zudem so ausgestaltet, dass mit einem möglichst effizienten Einsatz kantonaler Gelder ein möglichst hoher Anteil an Bundesgeldern aus der CO2-Abgabe in den Kanton Aargau zurückgeführt werden.
Netto-Null als Ziel der Schweiz
Der Bund verfolgt das langfristige Ziel, die Treibhausgasemissionen der Schweiz bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren. Dieses Ziel wurde durch die Annahme des Klima- und Innovationsgesetzes am 18. Juni 2023 vom Schweizer Volk bestätigt. Das Bundesgesetz legt nebst dem Ziel Netto Null bis 2050 auch ein Zwischenziel für die Reduktion der Treibhausgasemissionen per 2040 fest – minus 75 Prozent gegenüber 1990 – und gibt Richtwerte für einzelne Sektoren vor. In der Schweiz sind Gebäude für gut 40 Prozent des Energieverbrauchs und für knapp einen Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich. Entsprechend der Aufgabenteilung mit dem Bund liegt die Zuständigkeit für Massnahmen, die den Verbrauch von Energie in Gebäuden betreffen, vor allem bei den Kantonen. Die vom Grossen Rat am 24. März 2026 beschlossene kantonale Strategie energieAARGAU übernimmt die Zielsetzungen der Energiestrategie 2050 des Bundes. Der Gebäudebereich spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Ersatz fossiler Heizsysteme
Die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor sind per 2040 bereits um 82 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern. 2021 betrug die Reduktion der Treibhausgasemissionen der Gebäude im Kanton Aargau 38 Prozent gegenüber 1990. Für die Erreichung der nationalen Klimaziele sind daher zusätzliche Anstrengungen auf kantonaler Ebene notwendig. Nebst gesetzlichen Vorgaben wirken zielgerichtete Förderprogramme unterstützend beim Ersatz fossiler Heizsysteme, steigern die Energieeffizienz und fördern den Ausbau von einheimischen, erneuerbaren Energien. Die Erfahrungen mit den Förderprogrammen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Energieeffizienz wirksam gesteigert und der CO2-Ausstoss markant gesenkt werden können.
Aus diesen Gründen beantragt der Regierungsrat nun die nahtlose Weiterführung von wirkungsorientierten Förderungen im Gebäudebereich mit einem Verpflichtungskredit für einen einmaligen Bruttoaufwand von 127,8 Millionen Franken. Das «Förderprogramm Energie 2027– 2030» unterstützt Massnahmen zugunsten der Energieeffizienz und für den Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch erneuerbare Systeme. Zudem stehen auch weiterhin Mittel für Pilotanlagen zur Verfügung.
Das Förderprogramm soll seine Mittel gezielt auf Massnahmen ausrichten, die ohne finanzielle Unterstützung nicht oder nur in ungenügendem Umfang umgesetzt würden. Damit es keinen Unterbruch im Programm gibt, soll das kantonale Förderprogramm Energie am 1. Januar 2027 starten. Die öffentliche Anhörung zum entsprechenden Verpflichtungskredit dauert noch bis am 3. Juli. (nfz)
