Emotionale Betroffenheit ist riesig
20.01.2026 LaufenburgEinbruch in sein Haus lässt Laufenburger Mitte-Grossrat Daniele Mezzi aktiv werden
Während der Weihnachtstage wurde in das Haus der Familie Mezzi in Laufenburg eingebrochen. Die Täterschaft entwendete nicht nur viel, sie richtete zudem ein riesiges Chaos an.
...Einbruch in sein Haus lässt Laufenburger Mitte-Grossrat Daniele Mezzi aktiv werden
Während der Weihnachtstage wurde in das Haus der Familie Mezzi in Laufenburg eingebrochen. Die Täterschaft entwendete nicht nur viel, sie richtete zudem ein riesiges Chaos an.
Susanne Hörth
«Es ist ein unglaublicher Schock.» Daniele Mezzi wählt bewusst das Präsens. Denn der Schock sitzt auch nach drei Wochen immer noch tief. Am Sonntag vor Heiligabend wurde in das Einfamilienhaus in Laufenburg, in welchem seine Eltern im oberen Bereich und er im unteren Teil leben, eingebrochen. «Meine Eltern kamen kurz vor 21 Uhr nach Hause und entdeckten als erstes die aufgebrochene Terrassentür», erzählt der Mitte-Grossrat, der an diesem Abend nicht zuhause war. Im Hausinnern verschonten die dreisten Einbrecher nichts. «Die Polizei meinte später, es seien Profis am Werk gewesen», so Mezzi.
Die Täter gingen systematisch vor. Sie liessen kein Zimmer aus, durchwühlten alle Schränke und Kommoden. Daniele Mezzi zieht sein Smartphone hervor und ruft ein Video auf. Überall das gleiche Chaos. Der Inhalt aus Schubladen, Schachteln, Schmuckdosen und mehr verteilte sich auf Betten, Tischen und Böden. «Sie haben nichts ausgelassen», so Mezzi. Alles wurde nach Wertvollem durchsucht. Die Einbrecher wurden dabei auch fündig. Erbeuteten Familienschmuck, Bargeld und andere Besitztümer. Sogar das eine oder andere Dokument, unter anderem der Führerausweis von Daniele Mezzi, wurde mitgenommen. Zurück gelassen wurde das, was den Kriminellen anscheinend nicht ins Beuteschema passte. «Der materielle Verlust ist das eine, die emotionale Betroffenheit das andere.»
Eindringen in die Privatsphäre
Das Wissen, dass sich da wildfremde Menschen mit Gewalt Zugang in die eigenen vier Wände verschafft haben, sie in jeden Winkel der Privatsphäre vorgedrungen sind, löst bei der Familie Mezzi Fassungslosigkeit und natürlich auch Ängste aus. Mit dem Diebstahl des Schmuckes geht auch der Verlust von Familienerinnerungen einher. Denn einige der Schmuckstücke stammen noch von den Grosseltern. Dass deren Hochzeitsfoto zerrissen wurde, ist laut Mezzi nicht nur einfach sinnlos, sondern vor allem schmerzvoll. Ja, es wurden auch Fotoalben aus den Regalen gerissen, durchgeblättert und achtlos weggeworfen, bestätigt er eine entsprechende Frage. Ist es möglich, dass der Einbruch ihm als Kantonspolitiker gegolten hat? Darauf Mezzi: «Ich denke eher nicht.» Ganz ausschliessen kann er es aber trotzdem nicht. «Es war in dieser Nacht das einzige Haus im Quartier, in das eingebrochen wurde.»
Ein grosses Lob windet der Laufenburger der Polizei. Sie sei nach der Benachrichtigung sofort gekommen, ebenso die Spurensuche. Dass die Täterschaft ermittelt werden kann, dafür stehen die Chancen schlecht, dessen ist sich die Familie bewusst. Die direkte Grenznähe, gute Anbindungen an die Autobahnen begünstigen unsere Region für Einbruchdelikte. An dieser Stelle empfiehlt der Laufenburger das kostenpflichtige Angebot der Polizei für eine Sicherheitsüberprüfung der Liegenschaft anzunehmen. Er hat mittlerweile sein Haus mit einer Videoüberwachung ausgestattet.
Das Aufräumen dauerte drei Tage lang. Daneben musste alles für die Versicherung dokumentiert werden und wo nötig, Konten gesperrt werden. Auf die Gefühlsempfindungen seit dem Einbruch angesprochen, sagt Daniele Mezzi: «Zuerst trifft einem der Schlag mit voller Wucht, nach dem Schock kommt dann die Angst. Ihr folgen Unverständnis und Wut. Und immer wieder ist da der Schock, wie schnell es jeden treffen kann.»
Politischer Vorstoss:
Eingriff in die persönliche Sicherheit
Interpellation von Mitte-Grossrat Daniele Mezzi
Daniele Mezzi möchte nach dem Einbruch in sein Haus in Laufenburg (siehe auch Artikel auf Seite 1) nicht als Opfer dastehen. Als Politiker, der selbst von einem solchen Ereignis betroffen ist, sah er sich jedoch verpf lichtet, eine Interpellation für mehr Sicherheit im Grossen Rat einzureichen. Er nimmt dabei auf die jährlich 1800 Einbrüche im Kanton Aargau Bezug. «Eine Zahl, die für die betroffene Bevölkerung alles andere als abstrakt ist. Einbruch ist kein Bagatelldelikt, sondern ein schwerer Eingriff in die persönliche Sicherheit, die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Menschen.»
Die Verunsicherung der Bevölkerung sei besonders in den Grenzregionen deutlich spürbar. Der schwere Einbruch in sein Zuhause habe ihm deutlich vor Augen geführt, wie real und unmittelbar dieses Problem sei, hält der Mitte-Grossrat in seinem Vorstoss fest. In diesem will er unter anderem erfahren, welche konkreten Massnahmen der Regierungsrat ergreift, um die Einbruchszahlen markant und nachhaltig zu senken. Auf die Grenznähe bezogen, möchte er wissen, ob der Regierungsrat bereit sei, aktiv in Bern vorstellig zu werden und beim zuständigen Bundesrat Beat Jans strengere und systematischere Grenzkontrollen einzufordern, insbesondere zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Einbruchskriminalität. Eine der Fragen widmet sich auch der Zusammenarbeit der Kantonspolizei Aargau mit den Polizeikorps anderer Kantone sowie mit Bundesstellen und ausländischen Behörden. «Wird diese Zusammenarbeit systematisch und intensiv genutzt oder sieht der Regierungsrat hier Verbesserungspotenzial?», will Mezzi erfahren. Als sehr wichtig erachtet er zudem die Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen für eine besser geschützte Bevöl kerung. (sh)


